Neues Stück des Laientheaters Bilshausen: „Der Teufel liest auch Kleinanzeigen“ feiert Premiere

Wegen eines Fluglotsenstreiks kann sich Airline-Pilot Marcel Freiherr von Hohenstein über einen freien Tag freuen. Und weil Ehegattin Gracia derzeit mit ihren Canasta-Damen auf Sylt weilt, findet Marcel seine ganz persönliche Versüßung des Streiks in der reizenden Stewardess Natalie.

Nur einer kommt ihm in die Quere: Nachbar Alfons Weidenhelfer. Mit seinen stets kopfscheu formulierten Zeitungsgesuchen zieht dieser alles und jeden um sich herum in Mitleidenschaft – weshalb ihm von Ehefrau Charlotte unter Androhung der Scheidung jegliches Annoncieren verboten ist. Doch ein letztes Mal noch möchte sich Alfons Rat als „vielseitig interessierter Hobbyforscher“ einholen, und hat „Gleichgesinnte“ zu einem verhängnisvollen Treffpunkt bestellt: an die Eingangstür des scheinbar leer stehenden Hauses des Ehepaares von Hohenstein. Die Zuschauer dieser Komödie von Bernd Spehling können nicht nur erleben, welch illustre Interessenten sich von Alfons gut gemeinte Annonce angesprochen und ausgerechnet bei Marcel wie zu Hause fühlen. Sie erleben auch, wie Pilot Marcel inmitten dieses bunten Treibens Stewardess Natalie seiner vorzeitig heimkehrenden Frau Gracia erklären muss.

Spiellaune und Wortwitz

Der Besuch einer Probe lässt erahnen: Die Zuschauer von „Der Teufel liest auch Kleinanzeigen“ können sich auf einen Zweiakter freuen, der vom Laienspieltheater Bilshausen mit gehörigen Portionen Spiellaune und Wortwitz auf der Bühne im Pfarrzentrum umgesetzt wird.

Dabei hat die neue Spielsituation es den Darstellern nicht unbedingt einfach gemacht. Zwar habe der Umzug der Spielstätte direkt über den Probenraum im Pfarrzentrum einiges erleichtert und sich bewährt – und sei sowohl vom Publikum als auch Schauspielern bestens angenommen worden. Die Schwierigkeit sei allerdings, dass der Spielleiter weggefallen sei, erläutert Tobias Bürmann, der außer seiner Rolle als Pilot Marcel Freiherr von Hohenstein auch das Amt des Vorsitzenden der Kolpingfamilie Bilshausen bekleidet. „Die Aufgaben, Organisatorisches wie Kreatives, lasten nun auf allen Schultern. Wir sind alle einmal Schauspieler und dann wieder Spielleiter.“

Zum Hintergrund: Nach 20 Jahren waren die Schauspieler gezwungen, den bewährten Spielort, die Bühne im Gasthaus „Zum Löwen“ aufzugeben. Der Verlust der Spielstätte brachte das Fortbestehen der Laienspielgruppe kurzzeitig ins Wanken. Nun bespielt das Laientheater seit November 2018 die Bühne im Saal des Pfarrzentrums, direkt über dem Probenraum.

Elf Charaktere, neun Schauspieler

Von Klaus Bärbel, dem „etwas anderen Interessenten“ über Agathe Heiden, der dritten Schwester des Mahatma-Ordens, bis hin zu Harri Eins, dem „echten Handwerker“, und Wilko Kumpelsbach, dem Bauern, der seinen Kuhstall bohnern will: Elf Charaktere werden ab dem 13. März gute Laune ins Pfarrzentrum bringen. Elf Charaktere, aber neun Schauspieler: Zwei Darsteller sind mit je einer Doppelrolle besonders gefordert. Das sind Niklas Müller (Harri Eins und Wilko Kumpelsbach) und Silvia Nitsche (Charlotte, die Ehefrau des Piloten, sowie Beate Schnarkenheimer, die als Vertreterin für Bohnermaschinen für blitzblanke Bühnenbretter sorgt).

Das Publikum von „Der Teufel liest auch Kleinanzeigen“ kann sich auf viele unterschiedliche Charaktere und ein aufwändiges Setting freuen. Es gibt eine Bühne mit Treppenabgang, Eingängen mit Rundbögen sowie diversen besonderen Requisiten. Silvia Nitsche: „Marcel kommt als Pilot viel in der Welt herum und dekoriert sein Zuhause deshalb mit allerlei Mitbringseln.“ Mit der Auswahl dieses Stückes begibt sich das Laientheater auch auf neues Terrain. Mit dem „Teufel“ habe man den Theaterstadel in Richtung Moderne verlassen.

 

Aufführungen und Vorverkauf

Die Premiere von „Der Teufel liest auch Kleinanzeigen“ steht am Freitag, 13. März, um 20 Uhr im Pfarrzentrum Bilshausen, Kirchstraße 17, auf dem Programm.Weitere Aufführungen folgen am Sonnabend, 14., Sonntag, 15., Freitag, 20., Sonnabend, 21., und Sonntag, 22. März, jeweils ab 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von acht beziehungsweise zehn Euro sind an allen Werktagen im Edeka-Markt C.W. Dietrich (Ritterstraße 3 in Bilshausen, Telefon 05528/1265) erhältlich.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 15.01.2019. Bericht und Foto Markus Hartwig.