Bilshausen kämpft gegen Wassermassen, auch Gemeinden Friedland und Gleichen betroffen

Der Dauerregen der vergangenen Tage hat auch Orte im Landkreis nicht verschont. Am frühen Montagmorgen erwischte es Bilshausen in der Samtgemeinde Gieboldehausen besonders heftig. Um 6.11 Uhr ging der erste Notruf beim Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Gieboldehausen, Marius Nienstedt, ein. Vom „Höherbergblick“ floss das Wasser in den Ort. Ein Grundstück war besonders betroffen, wie Nienstedt mitteilte. Zu einem kleinen reißenden Fluss entwickelte sich dabei die „Oehrsche Beeke“, eigentlich ein kleiner Bach. „In einer T-Formation kommt hier alles zusammen und mündet in der Rhume“, erläutert Nienstedt. Doch die Niederschläge waren zu heftig, sodass die Verrohrung es nicht mehr schaffte und in der Friedensstraße in Bilshausen das Wasser stellenweise 40 Zentimeter hoch stand.

Zu kleineren Einsätzen kam es noch an der Rhume am Mühlencafé an der Mühlenstraße und in der Pastor-Unterberg-Straße. „Es gab auch private Helfer und vom Bauhof. Selbst Samtgemeindebürgermeister Steffen Ahrenhold hat trotz Urlaub mitgeholfen“, zeigt sich Nienstedt von der Hilfsbereitschaft im Ort sehr angetan.

Einsatz in Renshausen

Darüber hinaus mussten die Einsatzkräfte auch in Renshausen eingreifen. „Der Einsatz war aber kleinerer Natur“, so Nienstedt. Selbst für ihn war allerdings das Bild, das sich ihm in Wollbrandshausen bot, nicht alltäglich. „Die Straße hat ausgesehen wie in Venedig“, berichtet er. Insgesamt waren fünf Ortsfeuerwehren mit 70 Einsatzkräften vor Ort.

Zu mehreren Einsätzen musste auch die Feuerwehr Friedland ausrücken. Am Sonntagabend und auch am Montag wurden die Helfer zu vollgelaufenen Kellern in Reiffenhausen gerufen. Darüber hinaus kam es im Bereich des Campingplatzes in Reiffenhausen zu einem verstopften Abfluss infolge der Wassermassen. Hier musste sogar ein Radlader eingesetzt werden, wie Christof Herbort, Sprecher der Feuerwehr Friedland, berichtete. Darüber hinaus stand in einem Gasthaus in Friedland der Keller unter Wasser. Des Weiteren beschäftigte die Einsatzkräfte ein umgestürzter Baum in Niedergandern.

Reintalstraße in Reinhausen überflutet

In der Gemeinde Gleichen erhielt die Ortsfeuerwehr Reinhausen den ersten Alarm um 6.33 Uhr. Angesichts des starken Regens war die Reintalstraße überflutet worden. Die Entwässerungsgräben schafften die großen Wassermassen aus dem Reinhäuser Wald nicht mehr. Dazu kam, dass eine in der Straße quer verlaufenden Abflussrinne durch Treibgut verschlossen war. Das angestaute Wasser ergoss sich in eine angrenzende Garage und Kellerräume. Angesichts der Lage wurden weitere Einsatzkräfte aus Bremke und Diemarden angefordert. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofs wurden Sandsäcke transportiert und an die Bewohner der betroffenen Straße ausgehändigt.

Mit zahlreichen Pumpen gingen die Einsatzkräfte vor, um den angestauten Bereich zu entwässern und den Ablauf wieder freizulegen. Darüber hinaus ergaben sich Probleme durch einen Rückstau in der Kanalisation in der Waldstraße. Eine Fachfirma musste angefordert werden. Bereits in der Nacht waren Äste von der Straße entfernt worden.

Im Bereich von Eichenkrug entfernte die Ortsfeuerwehr Benniehausen einen umgestürzten Baum. Große Wassermassen schossen aus dem Reinhäuser Wald im Bereich des Waldschlösschens über die Landesstraße.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 16.06.2020. Bericht Vicky Schwarze