Zwei Domizile für Störche aufgestellt

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  • Schaulustige beobachten das Aufstellen eines Nestes auf dem Werl in Bilshausen. Foto: Pförtner

Zwei Domizile für Störche aufgestellt

Masten mit neuen Nestern in den Bilshäuser Rhumeauen errichtet / 20 Schaulustige verfolgen Aktion auf dem Werl

Für Störche gibt es im Eichsfeld immer bessere Lebensbedingungen. Auch in Bilshausen laden ab diesem Jahr zwei in der Natur stehende Nester die Tiere zum Verweilen ein. Rund 20 Interessierte sind am Dienstag auf das gemeindeeigene Gelände am „Werl“ gekommen, um das Aufstellen eines Nestes zu beobachten, das erste war bereits am Sonnabend am „Bangen“ errichtet worden.

Die Zuschauer blickten auf den Traktor von Uwe Engelhardt. Konzentriert brachte er mit dessen Gabel den Stamm in die richtige Position. Axel Diedrich, Anleiter grüner Bereich bei der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB), befestigte mit weiteren Helfern den Stamm. „Es ist alles so, wie es vorgesehen war“, erläuterte Diedrich. Beifall brandete auf, als die Arbeiten beendet waren.

Langjähriger Wunsch von Adelheid Strüber erfüllt

„Das Werk ist vollbracht“, sagte Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU). Sie erinnerte daran, dass es in Bilshausen vor rund 40 bis 50 Jahren viele Nester auf Häusern gegeben habe.

„Ich hoffe, dass sich schon bald ein Storch einfindet, der dieses Nest in Besitz nimmt, das würde mich sehr freuen“, sagte Initiatorin Adelheid Strüber. „Ich habe mir schon seit Jahren ein Storchennest in Bilshausen gewünscht, weil ich das aus meiner Kinderzeit nicht anders kenne“, erzählte die 87-Jährige. Im vergangenen Jahr habe sie sich an den Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz, Franz-Josef Lange, und den Storchenbeauftragten Georg Fiedler gewandt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht habe den Kontakt zur GAB hergestellt. Die Kosten für das Projekt habe sie vorgestreckt, die Sparkasse Duderstadt habe sich bereits mit einer Spende beteiligt, die Firma Stitz unentgeltlich das Fundament ausgehoben. Wer das Vorhaben unterstützen wolle, könne sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Storch auf dem Nest niederlasse, sei „fifty-fifty“, meinte Lange. Für den Standort spreche dessen günstige Lage. „Störche sind immer gerne dicht am Dorf, vor Menschen haben sie keine Angst.“ Ihnen sei bewusst, dass Raubvögel oder andere Tiere, die ihnen schaden könnten, in diesen Bereichen nicht so präsent seien.

„Langstokelnder“ Storch gibt Impuls für Nestbau

Die Idee für das zweite bereits aufgestellte Nest hatte der Bilshäuser Karl-Dietmar Jünemann. Zusammen mit seinem Freund Andreas Tischmann, der Landwirt und zweiter Vorsitzender der Realgemeinde ist, hatte er im Spätherbst vergangenen Jahres einen Storch beobachtet, der in einer Wiese „langgestokelt“ sei.

Beide seien zu der Erkenntnis gekommen, dass für den Storch ein Nest aufgestellt werden sollte. Den Worten ließen sie Taten folgen. Jünemann begann damit, den Rohling für das Nest auf seinem Hof zusammenzubauen. In der Maschinen- und Getreidehalle von Tischmann vollendete er sein Werk. Unterstützt wurde er von Jürgen Beck, der die Eisenkonstruktion für das Nest fertigte, „damit wir Halt bekommen vom Nest auf den Stamm“, erklärte Jünemann.

Das Fundament schachtete er gemeinsam mit Schwager Wolfgang Neumann aus, anschließend ließ er das Eisen ein, das den Stamm halten sollte. Den Stamm hatte er mit Tischmann aus dem Wald geholt, in dessen Halle die Rinde entfernt und der Stamm gesäubert wurde. Beim Aufstellen, das rund eine Stunde dauerte, haben Werner Nicolai, Tobias Nicolai und Florian Krautwurst sowie Alexander Tischmann mit seinem Teleskoplader geholfen. „Wir hatten vor rund zwanzig Jahren schon einmal ein Nest auf einen Kuhstall, das ist aber nicht richtig angenommen worden“, sagte Tischmann. Die Zahl der Storchendomizile im Raum Bilshausen werde weiter wachsen, deutete Hermann-Josef Engelhardt, Vorsitzender der Feldmarkinteressengemeinschaft Roitzhausen, an. Als Ausgleichsmaßnahme für Renaturierungsarbeiten in der Rhume werde der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf einer fünf Hektar großen Insel der Interessengemeinschaft ein Nest bauen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 14.03.2018. Bericht Axel Artmann. Foto Pförtner.

Samstag, 17. März 2018|