Bürgermeisterin Kreis übernimmt nur noch repräsentative Aufgaben

Die Gemeinde Bilshausen möchte zum 1. August zur Zweigleisigkeit zurückkehren. Das heißt, Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU) möchte dann nicht mehr wie bisher die Verwaltungsaufgaben übernehmen, sondern nur noch die repräsentativen Aufgaben.

Klaus-Dieter Grobecker. Verwaltungsvertreter der Bürgermeisterin.

Klaus-Dieter Grobecker. Verwaltungsvertreter der Bürgermeisterin.

Als Grund hierfür nennt sie zum einen persönliche Gründe und weist zum anderen daraufhin, dass es in den vergangenen Jahren zahlreiche gesetzliche Veränderungen gegeben habe, durch die die Verwaltungsarbeit komplizierter geworden sei. Ein weiterer Punkt für die Entscheidung sei gewesen, dass der derzeitige allgemeine Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker diese Tätigkeit zum 31. Juli beende. „Wir können dankbar sein, dass er diese Aufgabe über viele Jahre übernommen hat, und uns auch noch bis zum 31. Juli erhalten bleibt“, sagte Kreis. Über die Wiedereinführung der Zweigleisigkeit in der Gemeinde habe es bereits Gespräche mit Samtgemeindebürgermeister Steffen Ahrenhold (CDU) gegeben. Hierbei sei auch deutlich geworden, dass Bilshausen mit diesem Problem nicht allein dastehe, sondern auch andere kleine Gemeinden wie beispielsweise Rhumspringe betroffen sein.

„Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber aufgrund der Veränderungen sehe ich den Weg der Zweigleisigkeit auch als den rechtlich sicheren Weg an“, sagte die Bürgermeisterin. Die Entscheidung bestehe erst einmal bis zum Ende der jetzigen Wahlperiode im Jahr 2021. Danach habe ein eventuell neuer Bürgermeister die Möglichkeit, zu entscheiden, ob er weiterhin die Zweigleisigkeit haben möchte, oder aber ob er die Verwaltungsaufgaben selbst ausüben möchte. „Bis dahin haben wir dann hier im Rat auch schon Erfahrungen mit der neuen Situation gesammelt“, sagte Kreis. Außerdem gehe sie davon aus, dass in den kommenden Jahren noch weitere Gemeinden den Weg zurück zur Zweigleisigkeit wählen werden.

Anne-Marie Kreis, Bürgermeisterin

Anne-Marie Kreis, Bürgermeisterin

Bei der Zweigleisigkeit werden die Verwaltungsaufgaben von einem sogenannten Gemeindedirektor übernommen, der vom Gemeinderat berufen wird. Für Bilshausen soll dies Samgtgemeindebürgermeister Ahrenhold übernehmen, der in Gesprächen mit Kreis und Mitgliedern des Gemeinderates seine Bereitschaft erklärt habe. Er würde alle Verwaltungsaufgaben übernehmen, außer dem Vorsitz im Gemeinderat und Verwaltungsausschuss sowie die Einberufung dieser beiden Gremien. „Die Einberufung und die Tagesordnung der Gremien erfolgen dann in Absprache mit dem Gemeindedirektor“, erklärte Kreis.

Grobecker wies darauf hin, dass ein Teil der Aufgaben, wie beispielsweise Aufgaben des Personalwesens bereits seit mehreren Jahren von der Samtgemeinde übernommen werden. Auf die Nachfrage von Richard Neumann (SPD), wie es dann zukünftig mit der Betreuung des Gemeinderates durch die Samtgemeinde aussehe, antwortete Grobecker, dass der neu zu benennende Stellvertreter die Betreuung verstärkt übernehmen solle.

Die Ratsmitglieder stimmten einstimmig dafür, zur Zweigleisigkeit zurückzukehren und Ahrenhold als Gemeindedirektor einzusetzen. Die Entscheidung über einen möglichen Vertreter Ahrenholds stellten die Ratsmitglieder zurück, da Ahrenhold selbst noch Gespräche mit möglichen Kandidaten führen möchte.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 28.02.2019. Bericht Vera Wölk.