Wartezeiten in der Notaufnahme und volle Stationen

//Wartezeiten in der Notaufnahme und volle Stationen
  • Viele Patienten müssen wie hier im Weender Krankenhaus wegen Knochenbrüchen nach Stürzen behandelt werden.foto: r

Wartezeiten in der Notaufnahme und volle Stationen

Unfälle und Infektionen: Hochsaison in den Krankenhäusern der Region / „Kein Patient wird abgewiesen“

In den Krankenhäusern der Region wird es eng. Das Duderstädter Krankenhaus St. Martini ist zurzeit so stark ausgelastet, dass es schwierig wird mit Notaufnahmen. Auch in der Notaufnahme des Weender Krankenhauses kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Im Bereich der Inneren Medizin am Evangelischen Krankenhaus Weende (EKW) sei der Zulauf an Patienten derzeit enorm, sagt Pressesprecher Stefan Rampfel. Vor allem in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) könne es zu „nicht unerheblichen Wartezeiten“ kommen. Notfälle hätten dabei immer Vorrang. „Trotz der Vielzahl können wir jeden Patienten versorgen“, so Michael Karaus, Chefarzt der Inneren Medizin. „Es handelt sich vor allem um Infekte der oberen Atemwege und des Magen-Darm-Traktes.“

Die Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie des EKW sei zu 97 Prozent belegt. Nach Auskunft von Chefarzt Ralf Müller-Issberner gebe es derzeit viele hüftgelenksnahe sowie Sprunggelenksfrakturen. Operiert werde bis in die Nacht. In den Wintermonaten sei es traditionell voll, in diesem Jahr aber extrem. Als mögliche Ursache nennt der Chefarzt die winterliche Dunkelheit, in der vor allem ältere Menschen schneller stürzen. Aber: Kein Patient werde abgewiesen. Am Standort Neu-Mariahilf sind alle Abteilungen fast voll belegt. „Wir versuchen alles möglich zu machen, kein Patient wird abgewiesen“, sagt auch der internistische Chefarzt Bernd Schindler. „Unsere Aufnahme ist 24 Stunden besetzt.“ Trotz der hohen Belegung freue sich das Team der Geburtshilfe immer über werdende Mütter, „drei Kreißsäle stehen zur Verfügung“, ergänzt Chefarzt Dr. Georg Fleckenstein.

Die Universitätsmedizin Göttingen ist laut Pressesprecher Stefan Weller saisonbedingt „ohnehin immer ausgelastet“ und zurzeit ebenfalls stark belegt. „Wir haben in der Unfallchirurgie und Orthopädie sowie in der Allgemeinchirurgie aufgrund zum Beispiel von Glatteis- und Wintersportunfällen eine Vollauslastung“, sagt er. Die UMG bringe aber alle Patienten unter. Weller: „Wir sind vollbelegt, und jeder Patient bekommt sein Bett.“

St.-Martini-Pflegedienstleiterin Katrin Markert bestätigt eine Häufung von Infekten. Zudem sorgten auch Glätte und geplante Behandlungen in den Wintermonaten für volle Stationen. „In diesem Winter ist es bei uns besonders extrem“, sagt Markert. Die rund 130 Planbetten in St. Martini seien komplett belegt. Tag für Tag werde der Bettenstand abgeglichen und der zentralen Notaufnahme gemeldet, so Markert: „Wir schauen jeden Tag, ob Entlassungsbetten sogenannter elektiver Patienten mit geplanten stationären Behandlungen für akute Fälle genutzt werden können.“ Stundenweise oder über Nacht stünden für Notaufnahmen keine Kapazitäten mehr zur Verfügung. Die aktuelle Situation erfordere interdisziplinäre Behandlungen. „Die chirurgische Station nimmt internistische Patienten an und umgekehrt.“

Frakturen durch Glätteunfälle, Infekte, und eine hohe Nachfrage nach geplanten Eingriffen sorgen auch in den beiden Helios-Kliniken in Northeim und Herzberg für Hochbetrieb. „Wir sind sehr gut ausgelastet, können aber weiterhin jederzeit akute Fälle aufnehmen“, sagt Daniela Kasper im Herzberger Krankenhaus: „Die Notfallversorgung ist sichergestellt.“ Gleiches betätigt Stephanie Beumer vom Helios-Krankenhaus in Northeim.

Volles Haus auch im Göttinger Krankenhaus Neu Bethlehem. „Wir haben seit Anfang Januar eine höhere Auslastung als im Vorjahr“, sagt Geschäftsführer Christian von Gierke. Im Januar wurden in der Klinik 741 stationäre Fälle behandelt, im Vorjahr waren es im Januar 689. „Die größte Steigerung verzeichnete die Chirurgie“, so der Geschäftsführer.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 07.02.2017. Bericht Britta Bielefeld, Andreas Fuhrmann und Kuno Mahnkopf. Foto r.

2017-02-07T11:09:34+00:00 Freitag, 10. Februar 2017|