Von Rimini bis Guatemala

//Von Rimini bis Guatemala
  • Moderiert von Sigrid Jacobi (li.) schildern Teilnehmer des Erzählcafés ihre Erinnerungen an die Urlaubs- und Ferienzeit. foto: Artmann

Von Rimini bis Guatemala

Erzählcafé im Haus St. Martinus in Bilshausen weckt Urlaubserinnerungen

Ob erste Reise mit dem Auto, Kartoffelernte oder Camping: Das Erzählcafé im Haus St. Martinus weckte am Donnerstag viele Erinnerungen und machte deutlich, wie unterschiedlich die Menschen der Region in früheren Zeiten ihre Urlaube und Ferien verbracht haben.

„Es geht um biografisches Erzählen, die Teilnehmer sollen animiert werden, selber in ihrer Geschichte zu graben“, erklärte Moderatorin Sigrid Jacobi. Sie ging mit einem Mikrofon in der Hand von Tisch zu Tisch und fragte Gäste nach ihren Erinnerungen an die Sommerferien, die auch als „Sommerfrische“ bezeichnet worden seien.

Verwandtenbesuch und Einkaufen bei Karstadt

„Ich bin in den Ferien zu meinen Großeltern nach Wolbrechtshausen gefahren und habe dort die ganzen Sommerferien verbracht“, berichtete Karl-Heinz Peter, der seit 1970 in Bilshausen wohnt und vorher in Vernawahls- hausen bei Uslar lebte. „Eine Reise nach Göttingen und dann bei Karstadt die Rolltreppe rauf, das war schon etwas Besonderes“, sagte eine andere Teilnehmerin.

Gertrud Althaus erzählte von Fahrten mit ihrem Mann in die Vogesen. Dort sei er in Kriegsgefangenschaft gewesen und gut behandelt worden. Von Wohnwagenreisen mit den Eltern berichtete Carola Reschke. Italien, Holland und Dänemark seien die ersten Ziele gewesen. „Das waren von Anfang an Abenteuerurlaube, man hat vorher Brote geschmiert und an einer Raststätte gegessen“, so Reschke, die daran erinnerte, dass es keine Fastfoodketten gab. Jacobi erläuterte den Teilnehmern, dass mit wachsendem Wohlstand in den 60er-Jahren die Urlaubswelle ins Ausland eingesetzt habe und Ziele wie Rimini angesteuert worden seien. Die Moderatorin erzählte von „Verschickungen“ in Kinderheime, in denen der Nachwuchs seine Krankheiten auskurieren konnte, vom Picknick mit Freundinnen im Wald. Sie berichtete auch von den „Kartoffelferien“ im Herbst, in denen Kinder auf dem Feld aushelfen mussten. Außerdem erzählte sie Teilnehmern von einem Aufenthalt in Guatemala.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 18.03.2017. Bericht und Foto Axel Artmann.

2017-03-20T13:50:22+00:00 Dienstag, 21. März2017|0 Kommentare