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Netzbetreiber sprechen sich für östliche Variante der geplanten Südlink-Trasse aus

Der Stromnetzbetreiber Tennet hat den geplanten Verlauf der Südlink-Trasse bekanntgegeben. In der Region Göttingen sind unter anderem Duderstadt und die Gemeinden Katlenburg-Lindau und Gieboldehausen betroffen. Einbeck, Moringen und das Stadtgebiet Göttingen würden somit verschont bleiben.

Zwei Trassenverläufe standen zur Wahl, nun haben sich die Netzbetreiber Tennet und Transnet BW auf die östliche Variante festgelegt. Diese führt aus dem Norden kommend in Südniedersachsen über Katlenburg-Lindau, Gieboldehausen und Duderstadt. Die Entscheidung der Stromnetzbetreiber trifft in Katlenburg-Lindau weitgehend auf Verständnis: „Das eine geht nicht ohne das andere“, sagte der Gemeindebürgermeister Uwe Ahrens. Schließlich unterstütze die Gemeinde die Energiewende. Trotzdem sei das Bauvorhaben ein erheblicher Einschnitt in die Landwirtschaft. In Gieboldehausen und Bilshausen drücken die Pläne dagegen deutlich auf das Gemüt: „Ich bin nicht begeistert“, sagte Bilshausens Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU). Und Maria Bock (CDU), Bürgermeisterin von Gieboldehausen, empfindet „erstmal Ohnmacht“. Die Stadt Duderstadt befürchtet „erhebliche Auswirkungen“, da in großem Umfang land- und forstwirtschaftliche Flächen von der Südlink-Planung berührt seien. „Vorrangiges Interesse ist es jetzt, eine abgestimmte Meinungsbildung mit den Landkreisen Göttingen und Eichsfeld, den Gemeinden und den weiteren zum Teil erheblich betroffenen Partnern herzustellen“, teilte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte in einer Stellungnahme mit.

Während des Baus der Trasse werden die Kabel für die Hochspannungsgleichstromübertragung in 1,80 Meter Tiefe vergraben. Dadurch kann es zu einer Baustellenbreite von bis zu 60 Metern kommen. Da das Bauvorhaben Einschränkungen mit sich bringt, sollen Grundstückseigentümer und betroffene Landwirte entschädigt werden. „Dies ist gerecht und notwendig, schließlich kann es bei den Baumaßnahmen zu Ernteausfällen kommen“, sagte der Northeimer Bundespolitker Roy Kühne (CDU). Ursprünglich waren anstatt der Erdkabel Freileitungen in 70 Metern Höhe geplant. Massive Proteste zwangen die Netzbetreiber zum Umplanen.

Obwohl die Göttinger Ortsteile von dem gigantischen Projekt anscheinend verschont bleiben, hält sich die Freude zunächst in Grenzen. „Man muss das mit Vorsicht genießen“, mahnte Heidrun von der Heide, Ortsbürgermeisterin von Groß Ellershausen / Hetjershausen / Knutbühren. Denn in letzter Instanz entscheidet die Bundesnetzagentur über den Verlauf des Korridors. Trotzdem sagte von der Heide: „Wir sind sehr froh, dass die Tennet die östliche Variante bevorzugt. Durch das enge Göttinger Leinetal wäre das nicht zu realisieren gewesen.“ Auch Michael Jettke, Bauamtsleiter in Moringen, hält sich mit voreiliger Freude zurück: „Es steht noch nichts fest, alles ist noch offen.“ Davon geht man beim Landkreis Göttingen nicht mehr aus. „Wir werten das als eine wesentliche Vorentscheidung“, erklärte Verwaltungssprecher Ulrich Lottmann.

Auf einer Strecke von 600 Kilometern sollen durch die Südlink-Trasse von Holstein bis nach Baden-Württemberg die Ballungsgebiete Süddeutschlands mit dem Strom der Norddeutschen Windenergieanlagen versorgt werden. Tennet und Transnet BW wollen Mitte März einen Antrag auf weitere Untersuchungen des ausgewählten Korridors stellen. Wie teuer das Gesamtprojekt am Ende wird, ist derzeit nicht absehbar. Lex Hartmann hatte als Mitglied der Geschäftsführung von Tennet einst von 10 Milliarden Euro gesprochen. Die Kosten sollen auf die Stromverbraucher umgelegt werden.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 09.03.2016. Bericht Yannick Höppner.

2017-03-09T12:02:27+00:00 Sonntag, 12. März2017|0 Kommentare