Die wichtigsten Tipps aus der Tageblatt-Serie „Sicher zur Schule“ in Kooperation mit der Polizeiinspektion Göttingen

In der Serie „Sicher zur Schule“ hat das Tageblatt zusammen mit Polizeibeamten die wichtigsten Regeln für Kinder im Straßenverkehr erklärt. Zum Schulanfang die wichtigsten Aspekte:

  1.  Lieber Laufgemeinschaft als Elterntaxi
    „Die Eltern haben zweifelsohne die Schulweghoheit und bestimmen, wie ihre Kinder zur Schule kommen“, so Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke, der an die Eltern appelliert, dass die Kinder nur im Ausnahmefall mit dem Auto zur Schule gefahren werden sollen. Zudem soll durch das Parken in unmittelbarer Nähe keine neue Gefahrenstelle entstehen, ergänzt Arnecke. „Gönnen Sie Ihrem Kind ein Stück Selbstständigkeit. Es gibt nichts Schöneres, als mit den Klassenkameraden gemeinsam zur Schule zu gehen.“
  2. Als Autofahrer vorbeugen
    „Kinder laufen spontan auf die Straße“, sagt Arnecke. Hinzu komme, dass „Kinder Geschwindigkeiten und Abstände zu Fahrzeugen nicht richtig einschätzen können“. Diesen Defiziten sollten sich Autofahrer jederzeit bewusst sein. „Reagieren kann man nur dann, wenn man den Menschen an der Fahrbahn oder auf der Fahrbahn optisch wahrnimmt und nicht abgelenkt ist“, stellt Arnecke klar. Wer auch nur eine Sekunde auf sein Handy schaut, sei „14 Meter im Blindflug unterwegs“.
  3. Helle, am besten reflektierende Kleidung
    Die Kontaktbeamten Holger Lagershausen und Hans-Joachim Meyer empfehlen Eltern, ihren Kindern nicht nur dunkle Kleidung anzuziehen. „Dunkle Kleidung ist schlecht zu sehen in der Dämmerung oder der Winterzeit“, erklärt Lagershausen. Mit dunkler Kleidung erkenne ein Autofahrer den Schüler erst in 20 Metern Entfernung. „Bei heller Kleidung sind es schon 40 Meter; wenn der Schüler reflektierende Kleidung trägt, sind es sogar 130“, sagt der Kontaktbeamte. Je besser die Kinder gesehen werden, desto sicherer seien sie unterwegs.
  4. Wenn Fahrrad, dann verkehrssicher
    Damit Fahrradfahrer jederzeit anhalten können, benötige das Fahrrad zwei funktionierende Bremsen, also eine Vorder- und eine Rückbremse, klärt der Kontaktbeamte Frank Heger auf. Eine verkehrstüchtige Klingel und ein weißer Strahler und ein Reflektor nach vorne sind notwendig. Ein rotes Rücklicht muss angebracht sein. Außerdem: „Zwei unabhängig voneinander funktionierende Reflektoren an Vorder- und Hinterreifen braucht das Fahrrad“, sagt Heger. Alternativ könne ein reflektierender Streifen die Räder kenntlich machen. Auch die Pedale müssen mit Reflektoren ausgestattet sein, allerdings in Orange. Noch ein Punkt zu den Pedalen: „Sie müssen rutschfest sein und sicher verschraubt“, so der Polizeikommissar.
  5. Nur an sicheren Stellen
    Neongelbe Füße und ein Streifen davor markieren Stellen, an denen Schüler sicher die Straße überqueren können – obwohl kein Zebrastreifen existiert. Dabei müssten sie aber aufpassen: Die Kinder sollen dort stehen bleiben und den Verkehr beobachten. „Sie sollen einmal nach links, einmal nach rechts und noch einmal nach links schauen“, so Meyer. Wenn ein Auto oder ein Fahrrad sich nähert, helfe der ausgestreckte Arm – „damit der Fahrer weiß, dass das Kind queren möchte“, betont Meyer. Dann gelte: „Erst gehen, wenn die Räder stehen.“

Mit diesen Tipps bringen die Beamten aus dem Präventionsteam der Polizeiinspektion Kindern in Kindergarten und Grundschule bei, wie sie sich sicher bewegen. Die Eltern sind aber immer auch gefragt: „Vermitteln Sie den Kindern ein Sicherheitsgefühl“, rät Arnecke. Den Schulweg gemeinsam abzulaufen, sei das A und O. „Kinder müssen das langsam lernen“, betont der Polizeihauptkommissar.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 24.08.2020. Bericht Lea Lang. Fotos lel.