Acht Windenergieanlagen am Höherberg leisten Beitrag zur Energiewende

Seit 2016 sind am Höherberg acht Windkraftanlagen in Betrieb genommen worden, die letzte im März 2019. Mit einem informativen Familienprogramm wurde der Windpark nun offiziell eröffnet. Klaus Heckenberger, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe UKA Nord Projektentwicklung aus Rostock, begrüßte die rund 150 Gäste, darunter Vertreter der umliegenden Gemeinden und der Wirtschaft sowie Bürger aus der Region, im Windpark. Grund zum Feiern gab es trotz des aufziehenden Gewitters: Die UKA hat am Höherberg ihren ersten niedersächsischen Windpark eröffnet. Die acht Windräder versorgen den Landkreis Göttingen und die Region Südniedersachsen mit grünem Strom mit einer Gesamtleistung von rund 28,5 Megawatt.

In seiner Ansprache bezog sich Heckenberger auf die Klimaziele der Bundesregierung, bei denen die Windenergieanlagen ein wichtiger Beitrag seien, kritisierte aber auch, dass die Energiewende sich viel zu langsam entwickle, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. „Hut ab vor der jungen Generation, die es nun in die Hand nimmt, für das Klima zu kämpfen“, lobte er die Mitstreiter der Fridays-for-Future-Initiative.

Finanzielle Beteiligung

Auch Samtgemeindebürgermeister Steffen Ahrenhold (CDU) betonte den Beitrag, den die Bürger der Samtgemeinde Gieboldehausen und weitere Unterstützer für die Klimawende leisteten. Einige Bürger haben sich finanziell über das Angebot des DKB-Bürgersparens am Windpark beteiligt. „Es gibt auch Kritiker, nicht jeder möchte eine Windkraftanlage vor der Haustür haben. Bei der Umsetzung der Pläne wurden die Wünsche der Bürger ernst genommen“, sagte Ahrenhold und verwies auf den Abstand von mindestens 1200 Metern zu Wohngebieten, den Ausbau des Gemeindeverbindungswegs zwischen Bodensee und Gieboldehausen sowie die Verlegung des Glasfaserkabels in Verbindung mit dem Aufbau der Windenergieanlagen.

Das Programm zum Windparkfest war eine Mischung aus In­formation und Unterhaltung. Mitarbeiter des UKA-Partner­unternehmens Quantec Sensors erklärten, wie eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung funktioniert: Die roten Lampen an den Windrädern sollen künftig nur noch dann leuchten, wenn ein Flugzeug in der Nähe ist. „Das wird zeitnah umgesetzt“, versprach Heckenberger.

Im Bereich des Turmfußes konnte eine Windenergieanlage besichtigt werden, und wer alles noch etwas genauer wissen wollte, konnte sich in einem der Info-Zelte über Windparkentwicklung und Technik von den Profis aufklären lassen. Der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/ Bremen war ebenso vertreten wie die Energieagentur Region Göttingen, die Klimaschutzagentur der Region Hannover und der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/ Bremen. Ein eigenes Informations-Modul gab es zudem für die Feuerwehren. Die örtlichen Brandschützer wurden in die Besonderheiten der Windkraftanlagen ein­gewiesen, um im Notfall sofortige professionelle Hilfe leisten zu können.

Außerdem gab es einige unterhaltsame Angebote für die Bürger, die aus der ganzen Umgebung zusammengekommen waren. Da die Windräder mehrere Hundert Meter voneinander entfernt sind, bot es sich an, eine Erkundungsfahrt durch den Windpark per E-Bike oder Segway zu unternehmen. Aus der Luft konnte alles über eine Monitor-Brille betrachtet werden, die mit einer Kamera-Drohne verbunden war.

Besonders beliebt bei den Besuchern war die Aussichtsplattform auf einem Hebekran. Hoch über dem Festplatz bot sich ein besonders weiter Blick über den Windpark und die Umgebung bis zum Harz. Für Kinder wurden Spiel und Spaß in der Hüpfburg, beim Kinderschminken und in der Bastelwerkstatt.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 03.08.2019. Bericht und Foto Claudia Nachtwey.