Teddy Ibing: „Habe in Göttingen schwimmen gelernt“

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  • Schlagzeuger Teddy Ibing ist das Band-Ur-Gestein. Foto: R

Teddy Ibing: „Habe in Göttingen schwimmen gelernt“

Truck Stop in Bilshausen / Country- und Westernclub feiert 20-jähriges Bestehen

Die deutsche Country-Band Truck Stop kommt am Sonnabend, 9. Juni, zur Country-Night ins Eichsfeld. Der Country- und Westernclub Bilshausen feiert sein 20-jähriges Bestehen und hat dazu die berühmten Cowboys eingeladen. Vorab hat Ur-Truck-Stopper Teddy Ibing ein Interview gegeben.

Wie sah es im Gründungsjahr von Truck Stop 1973 mit einer Country- und Western-Szene in der damaligen BRD aus? Hat Truck Stop Türen geöffnet, um einem breiteren Publikum diese Musikrichtung/Lebensphilosophie näherzubringen?

Zwischen 1973 und 1977 brachten wir vier Alben in englischer Sprache heraus. Dann aber, angesichts zurückgehender Verkaufszahlen, entschlossen wir uns zu einem Stilwechsel und wurden zur ersten Country-Band, die in deutscher Sprache sang. Wir denken schon, dass wir zum Beispiel mit dem ersten deutschsprachigen Country-Album „Zu Hause“ und den zwei Single-Hits „Die Frau mit dem Gurt“ und „Ich möcht‘ so gern Dave Dudley hör’n“, die Türen zur Countrymusik hier in Deutschland geöffnet haben. Übrigens, für unseren Titel „Ich möcht‘ so gern Dave Dudley hör`n“ gab’s sogar eine Goldene Schallplatte.

„Ich möcht so gern Dave Dudley hör’n, Hank Snow und Charley Pride“: Haben diese bis zum Truck-Stop-Hit doch vor allem im US-amerikanischen Raum bekannten Country-Größen den Stil der norddeutschen Countryband Truck Stop beeinflusst? Und haben möglicherweise die amerikanischen Countrymusiker anschließend in Deutschland ebenfalls mehr Beachtung gefunden?

Dave Dudley hat durchaus durch unseren Titel und die gemeinsame Tour 1982 im deutschsprachigen Raum Erfolg gehabt. Sicherlich war es auch für andere Kollegen in dieser Zeit von Vorteil.

Wie schaffte es Truck Stop auch nach Schicksalsschlägen (Gründungsmitglied Lucius Reichling starb 2012, Günter „Cisco“ Berndt 2014), seit 45 Jahren im harten Musikgeschäft zu bleiben?

Ja, es folgte ab 2012 eine schwierige Zeit, unser Gründungsmitglied Lucius Reichling starb im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Nur ein Jahr später verließ Cisco aus gesundheitlichen Gründen die Band. Er starb 2014. Aus dem schmerzhaften Einschnitt und Gedanken ans Aufhören wurde der Neustart. Wir suchten uns Kollegen, die den Sound und das Lebensgefühl, das Truck Stop verkörpert, verstehen und weitertragen wollten. Die haben wir glücklicherweise gefunden in Andreas Cisek (Leadsänger), Tim Reese (Geige), Chris Kaufmann (Gitarre). Es macht Riesenspaß und Freude, in dieser Konstellation zu spielen.

Wie sehen die Proben aus, wenn die Bandmitglieder sich heute zwischen Südtirol (Bozen, Chris Kaufmann) und Norddeutschland verteilen? Werden digitale Mittel zu Hilfe genommen oder wird einfach viel gereist?

Es gibt bei uns feste Probentermine, zum Beispiel für eine Tour oder für die Album-Produktionen. Dann hat Chris Kaufmann immer eine lange Anreise. Wir treffen uns meist hier im Norden – in Hamburg haben wir unseren Übungsraum.

War Truck Stop zuvor schon im niedersächsischen Eichsfeld zu Gast?

Nein, wir waren noch nie im Eichsfeld. Aber ich habe in Herberhausen Verwandtschaft, die wir oft besucht haben. Außerdem habe ich in Göttingen schwimmen gelernt. Das ist doch auch was!

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 12.05.2018. Bericht Claudia Nachtwey. Foto R.

Dienstag, 15. Mai 2018|