Netzbetreiber präsentieren Vorschlag / Landwirte in der Region stehen dem Projekt kritisch gegenüber

Der voraussichtliche Verlauf der Stromtrasse Südlink wird konkreter und soll in Niedersachsen westlich an Hannover, Hildesheim und Göttingen vorbeiführen. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW stellten am Donnerstag in Berlin ihren Vorschlag vor, den sie in den kommenden Wochen bei der Bundesnetzagentur einreichen wollen. Ein alternativer Korridor für das Erdkabel würde östlich an den drei Städten entlanglaufen.

In Südniedersachsen verläuft die Haupttrasse nach den aktuellen Plänen von Einbeck durch einen Korridor, der östlich von Moringen, zwischen Lütgenrode und Wolbrechtshausen, westlich von Lenglern, westlich von Göttingen, zwischen Rosdorf und Mengershausen und westlich von Sieboldshausen verläuft, bevor sie westlich von Friedland auf hessisches Gebiet trifft.

Die Landwirte in der Region Göttingen stehen dem Projekt Südlink kritisch gegenüber. Wie der Geschäftsführer des Landvolkes Göttingen, Achim Hübner, am Donnerstag mitteilte, sei der Bau der Trasse nicht vermeidbar.

„Jetzt müssen sich aber alle an dem Verfahren Beteiligten darum bemühen, dass die Nutzung der Böden erhalten bleibt”, sagte Hübner weiter. Sowohl bei einer Erdverkabelung als auch bei Überlandleitungen hätten die Landwirte Probleme: Ihnen gehe dort Boden und damit die Lebensgrundlage verloren. Hübner kritisiert, dass auf den Naturschutz mehr Rücksicht genommen werde als auf die Bauern. Die Göttinger Landwirte müssten bereits durch den Bau der Wahle-Mecklar-Trasse Boden abgeben. „Das Problem ist nicht zu lösen“, so Hübner. Aber man müsse jetzt für Bodenschutz und eine vernünftige Bodennutzung in den betroffenen Bereich sorgen.

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne) meldete sich am Donnerstag ebenfalls zu Wort. „Der notwendige Trassenausbau kommt endlich voran. Der SüdLink-Vorschlag für einen Erdkabelkorridor ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende hin zu einer CO2-freien Stromerzeugung“, so Trittin. Durch die Erdverkabelung solle die Belastung für das Landschaftsbild und die Anwohner minimiert werden. „Es ist gut, dass die Bürgerbeteiligung anders als bislang wirklich so früh stattfindet, dass die Planungen noch im Fluss sind und neue Fakten neue Ergebnisse produzieren. Dies führt dazu, dass im Raum Göttingen eine Trasse westlich von Göttingen und nicht mehr östlich davon im Bereich Duderstadt vorgeschlagen wird“, so Trittin.

In den kommenden Wochen wollen die beiden beauftragten Unternehmen Bürger vor Ort über die Hintergründe der Streckenauswahl informieren, kündigte Christoph Schulze-Wischeler an, der bei Tennet für den Netzausbau zuständig ist.

Die Planungen sollen bis 2021 abgeschlossen werden. Die Nord-Süd-Verbindung soll dann bis 2025 gebaut werden.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 22.02.2019.