Stetsons auf dem Schützenplatz

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Stetsons auf dem Schützenplatz

Country-Weekend mit Blue Steel und Slow Horses / Wüstenrock-Reunion begeistert Bilshäuser

Stetsons statt Schützenuniformen, Bow-Ties statt Krawatten. Die Country-Szene hat am Wochenende den Schützenplatz in Bilshausen in Beschlag genommen. Drei Bands sorgten beim fünften Country-Weekend für Stimmung.

Die Begeisterung für Country-Musik, den Blues des weißen Mannes, hat 1998 den Ausschlag für die Gründung des Country- und Westernclubs Bilshausen gegeben: Um die „Hillbillies“ nach Bilshausen zu holen, brauchte Vorsitzender Uwe „Atze“ Engelhardt Mitstreiter.

Dreamcatcher und Gürtelschnallen

Stammgäste beim Country-Weekend sind die Slow Horses, die am Sonnabend ihren bewährten Mix aus Americana, traditionellem Country und New-Country-Songs kredenzten. Die Band um die aus Barterode stammende Sängerin Gaby Schmidt hat schon bei diversen europäischen Festivals und in den Staaten gespielt, ihr Album „Cross That Line“ wurde von der German American Country Music Federation zum Album des Jahres gewählt. Schon seit Dienstag hat Engelhardt auf dem Schützenplatz übernachtet, um die Vorbereitungen für das Club-Highlight des Jahres im Blick zu haben. In mehreren Feuerschalen loderten Flammen, Manfred Schönberg („T-Shirt-Manne“) aus Berlin baute Stände mit szenetypischen Accessoires auf: Dreamcatcher, Gürtelschnallen, Zippos und mehr. Der Einzugsradius des Country-Weekends reicht vom Südharz bis Nordhessen, die Besucherin mit der weitesten Anreise war Helga Nolte: Im Schwarzwald hat die ehemalige Gieboldehäuserin, die beim Club in Bilshausen mitgemischt hat, einen eigenen Country-Club gegründet.

Nicht leicht hatte es die Band Blue Steel am Freitag, die ersten Besucher aus der Reserve zu locken. Lange dauerte es aber nicht, bis Linedancer den vor der Bühne ausgelegten Holzboden zum Schwingen brachten. Zu „Six Days on the Road“, „Tequila Sunrise“, „Ghost Riders in the Sky“ und weiteren eingängigen Genre-Klassikern füllte sich der Schützenplatz langsam, aber sicher. Die Mucker aus Wolfsburg und Braunschweig spielen seit 15 Jahren in dieser Formation und countryfizieren auch Popsongs wie „Black or White“ von Michael Jackson.

So richtig die Post ab ging dann aber nach Mitternacht nicht zu Country-Music, sondern zu Rockmusik aus deutschen Landen von fünf Bilshäusern. Als Teenager sind sie 1989 unter dem Namen Wüstenrock aufgetreten, jetzt haben sie eine Reunion gewagt. Carsten Ochsenfahrt (Gesang), Markus Wüstefeld (Gitarre), Bernd Bohle (Bass), Thorsten Dlugos (Schlagzeug) und Michael Rudolph (Keyboard) begeisterten die Besucher mit Deutschrock von Lindenberg, Grönemeyer und Westernhagen, aber auch mit Neuer Deutscher Welle aus den 1980er-Jahren wie „Eisbär“ von Grauzone und „Polizisten“ von Extrabreit. Rundum zufrieden mit dem Verlauf des Country-Weekends ist Engelhardt. Der Überschuss soll wieder an das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg gespendet werden.

Bilder und Videos finden Sie auf der Internetseite des Eichsfelder Tageblatts gturl.de/country .

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 19.06.2017. Bericht Kuno Mahnkopf.

2017-06-19T10:43:33+00:00 Donnerstag, 22. Juni2017|0 Kommentare