Leine-Rhume-Hahle-Radweg soll im September eröffnet werden /
Beschilderung des 142 Kilometer langen Kurses läuft

Nach zwei Jahren Vorbereitung will der Heimat- und Verkehrsverein Eichsfeld (HVE) den Leine-Rhume-Hahle-Radweg im September eröffnen. Zurzeit wird der Rundweg durch drei Landkreise in zwei Bundesländern ausgeschildert. Darüber hinaus hat der HVE die ersten Zahlen zur Nutzung des Kanonenbahnradwegs bekannt gegeben.

„Das Projekt läuft bereits seit zwei Jahren“, erklärte der HVE-Vorsitzende Gerold Wucherpfennig während einer Pressekonferenz in Küllstedt im Südeichsfeld. Die Wegeführung sei schnell gefunden worden. Schwieriger gestaltete sich die Abstimmung, da der Weg durch die drei Landkreise Eichsfeld, Göttingen und Northeim verläuft. Doch nun sei das Projekt so weit fortgeschritten, dass zurzeit die Beschilderung entlang der Strecke angebracht werden könne.

„Der Leine-Rhume-Hahle-Radweg ist 142 Kilometer lang“, erläutert Wucherpfennig. Dabei ist der Landkreis Göttingen mit 41 Prozent der Strecke am stärksten beteiligt. Durch den Landkreis Eichsfeld verlaufen etwa 34 Prozent der Strecke und der Landkreis Northeim stellt die verbleibenden rund 25 Prozent. Auf der Strecke müssen die Radler insgesamt 745 Höhenmeter bewältigen. In Leinefelde liege der Radweg auf 300 Metern Höhe, am tiefsten Punkt in Northeim auf 140 Metern. Trotzdem sei der Rundkurs leicht zu befahren, betont der Vorsitzende. Denn da die Streckenführung entlang der Flüsse und Bahnlinien verlaufe, gebe es keine starken Steigungen.

Bestehende Wege nutzen

„Der Start ist in Leinefelde“, sagt Wucherpfennig, „wobei Radfahrer an jeder Stelle des Rundkurses beginnen können.“ Bei der Planung konnte das Team des HVE auf bestehende Wegenetze zurückgreifen. Los gehe es auf dem Leine-Heide-Radweg, der von Leinefelde, wo die Leine entspringt, bis Northeim gut ausgebaut und beschildert sei. Von Northeim gehe es dann auf den Rhume-Erlebnispfad. Lediglich auf der Strecke zwischen Gieboldehausen und Leinefelde, also entlang der Hahle zurück zum Leineursprung, musste eine neue Strecke festgelegt werden.

Übernachtungen generieren

Die Idee, den Leine-Rhume-Hahle-Radweg anzulegen, entstand aus dem Umstand, dass viele Flüsse und die dazugehörenden Radwege wie der Unstrut-Radweg und der Leine-Heide-Radweg zwar im Eichsfeld starten, aber spätestens nach 30 Kilometern aus dem Eichsfeld herausführen. „Damit können wir keine Übernachtungen generieren“, so Wucherpfennig. Wer dem neuen Rundkurs folge, der werde zumindest ein- oder zweimal übernachten. Sinn und Zweck des Radweges sei auch, die Sehenswürdigkeiten wie die zahlreichen Burgen, Schlösser und Museen am Wegesrand zu erkunden. Für Kinder gebe es zum Beispiel auch den Märchenpark in Heiligenstadt.

Zurzeit wird die Streckenbeschilderung angebracht, 330 Wegweiser entlang des Rundkurses. Zum Start sollen auch ein Flyer und eine Internetseite die Radfahrer leiten. Die Streckenführung kann auch per GPS über ein Navigationsgerät beziehungsweise Smartphone abgerufen werden. Später sollten noch vier Informationstafeln und Bänke entlang der Strecke aufgestellt werden, so Wucherpfennig. Die Tafeln sollen verteilt werden auf die Landkreise Eichsfeld und Northeim, die Stadt Göttingen und das Untereichsfeld. Die Kosten für den Leine-Rhume-Hahle-Radweg belaufen sich auf 36 000 Euro. Davon finanzieren die drei Leader-Regionen der beteiligten Landkreise 15 000 Euro. Auch die Landkreise Eichsfeld, Göttingen und Northeim beteiligten sich an der Finanzierung. Vom HVE-Vorsitzenden kamen 5000 Euro, Spenden anlässlich seines 60. Geburtstages. Der HVE selbst benötigte letztlich noch 6500 Euro Eigenmittel. Nicht zuletzt hatte sich eine Institution aus Erfurt gemeldet, die mitteilte, dass sie noch Fördermittel geben könnte. Mit dem Geld solle die Finanzierung der Tafeln, Flyer und Bänke unterstützt werden, so Wucherpfennig.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 25.07.2020. Bericht und Foto Rüdiger Franke.