Tipps für Zugezogene und Neubürger im Eichsfeld / Ausflugsziele in der Nähe

Welche Ausflugsmöglichkeiten gibt es, wo lassen sich neue Leute kennenlernen und was sollte man als „Neu-Eichsfelder“ nicht versäumen? Die Redaktion hat einige Tipps für Zugezogene und Neubürger im Eichsfeld zusammengestellt.

Seeburger See

Der Seeburger See in der Gemeinde Seeburg ist auch bekannt als „Auge des Eichsfeldes“. Mit einer Größe von rund 86 Hektar ist er einer der größten Naturseen in Niedersachsen und bietet Schutz für seltene Tier- und Pflanzenarten. Nicht nur bei steigenden Temperaturen ist der Natursee in der Gemeinde ein ideales Ausflugsziel. Mit einer Tageskarte können Besucher im Naturbad schwimmen. Genügend Fläche für Freizeitaktivitäten, wie etwa Minigolfen, Tennisplätze und Volleyballfelder, sind um den ganzen See vorhanden. Beim örtlichen Bootsverleih kann der See mit Ruder- oder Paddelbooten erkundet werden, und es gibt auch ein gastronomisches Angebot. Bei schönem Wetter ist das Grillen auf den gekennzeichneten Flächen erlaubt.

Themenmärkte in Duderstadt

Stracke, Feldgiecker, Kälberblase und andere regionale Spezialitäten – wenn in Duderstadt Wurstmarkt ist, strömen die Besucher von nah und fern in die Innenstadt. Der Verein Treffpunkt Stadtmarketing veranstaltet übers Jahr mehrere Themenmärkte. Dazu sind die Sonntage verkaufsoffen. Den Auftakt macht der Frühlingsmarkt (der nächste am 28. und 29. März 2020), es folgen der Gartenmarkt (2. und 3. Mai 2020), der Apfel- und Birnenmarkt (5. und 6. Oktober 2019) und der Eichsfelder Wurstmarkt (9. und 10. November 2019). Zum Jahresabschluss bietet der Weihnachtstreff eine schöne Atmosphäre zum Plaudern bei Glühwein oder Punsch. Informationen: wir-in-duderstadt.de

Kunsthalle HGN

Größtes Unternehmen in Duderstadt ist der Medizintechnikhersteller Ottobock. Das Unternehmen feiert 2019 sein 100-jähriges Bestehen. Inhaber Prof. Hans Georg Näder, von Weggefährten meist kurz HGN genannt, hält seiner Heimatstadt Duderstadt die Treue und engagiert sich auf vielfältige Weise. In der Kunsthalle HGN werden wech­seln­de thema­tische Aus­stel­lungen gezeigt. Zurzeit ist aus Anlass von 100 Jahren Ottobock eine Sonderausstellung unter dem Titel „Vom Start-up zum Weltmarktführer“ zu sehen. Während des Aus­stellungs­betriebs ist die Kunsthalle HGN am Karl-Wüstefeld-Weg in Duderstadt sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Basilika St. Cyriakus

Die katholische Basilika St. Cyriakus ist in Duderstadt besser als Oberkirche bekannt. Am 3. Oktober 2015 wurde die Kirche nach einem päpstlichen Diktret zu einer Basilika minor ernannt. Mit dem Bau der Kirche wurde in etwa um 1240 begonnen. Der Innenraum von St. Cyriakus ist mit Kunstwerken ausgestattet, die vor allem in der Zeit der Gotik und des Barock entstanden sind. 2016 gab es eine Innensanierung der Basilika. Unter anderem bekam sie hierbei eine neue LED-Lichttechnik sowie einen neuen Innenanstrich. Ein wichtiges Stück von St. Cyriakus ist die Creutzburg-Orgel mit deren Bau der Orgelbauer Johannes Creutzburg 1733 begonnen hat.

Kirche St. Servatius

Die evangelische Kirche St. Servatius, auch Unterkirche genannt, ist im unteren Teil der Duderstädter Marktstraße zu finden. Der älteste Teil der heutigen Kirchen stammt ungefähr aus 1370. St. Servatizús ist eine dreischiffige Kirche. Das Langhaus an sich wurde vermutlich im 15. Jahrhundert angebaut. Internationale Bekanntheit erlangte die Orgel der Kirche, die von dem Orgelbauer Jürgen Ahrend aus Leer-Loga im Jahr 1977 erbaut wurde. Sie verfügt über 28 Register. Sie wird nicht nur in Gottesdiensten sondern auch bei Konzerten, Orgelmusikseminaren und Fortbildungsveranstaltungen eingesetzt.

Feiern in der Musikwerkstatt

Um neue Leute kennenzulernen eignet sich ein Besuch der Musikwerkstatt, Industriestraße 17. Sie ist Duderstadts einzige Diskothek. Hier gibt es regelmäßig Konzerte zu verschiedenen Themen. Hierbei ist für jeden Musikgeschmack und jedes Alter etwas dabei. Aber auch wer für die Feier mit Freunden eine Location sucht, kann die Musikwerkstatt buchen. Im Sommer haben die Besucher außerdem die Gelegenheit ein kühles Getränk im Biergarten zu genießen.

Eisessen in der Stadt

Erst durch die Fußgängerzone bummeln und anschließend in einer der Eisdielen ein Eis essen, das ist für Neuankömmlinge eine gute Möglichkeit die Schönheit der Duderstädter Innenstadt zu erleben und eine gemütliche Zeit zu verbringen. Wer lieber einen Café statt eines Eises möchte, der kann sich in einem der zahl-reichen Straßencafés verwöhnen lassen.

Wilhelm-Busch-Museum

Ja, er war hier: Wilhelm Busch. Viele Ferien verbrachte der große Dichter, Zeichner und Maler bei den Müllersleuten in der Mühle in Ebergötzen. Er selbst und sein Freund Erich Bachmann standen Pate für die beiden Lausbuben Max und Moritz. Hinter der Mühle fließt ein Bach, darüber der Steg, über den der Schneider Böck ging. Auch das Haus der Witwe Bolte stand in der Nachbarschaft. Das alles und noch viel mehr ist im Wilhelm-Busch-Museum, Mühlengasse 8, dokumentiert, das in der Mühle untergebracht ist. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10.30 bis 13 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr.

Das Europäische Brotmuseum

Unweit des Wilhelm-Busch-Museums können Besucher sich im Europäischen Brotmuseum, Göttinger Straße 7 in Ebergötzen, über die 8000 Jahre währende Geschichte der Entwicklung der Landwirtschaft bis hin zum Backen von Brot informieren. Das Museum beherbergt die kulturhistorische Sammlung „Vom Korn zum Brot“. Im Außenbereich stehen landwirtschaftliche Geräte und Brotwagen und Brotkutsche. Geöffnet ist das Museum, in dem es auch ein Café gibt, dienstags bis sonnabends von 9.30 bis 16.30 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 9.30 bis 17.30 Uhr.

Die Rhumequelle

Tief grünblau bis hin zu türkis leuchtet die Quelle des Flusses Rhume am Ortsrand von Rhumspringe. Das Quellwasser blubbert im Quelltopf, bevor es im Flussbett verschwindet. 2000 Liter pro Sekunde kommen dort an die Oberfläche. Damit ist die Rhumequelle, die als eines der bedeutendsten Naturdenkmäler Norddeutschlands gilt, die viertstärkste Quelle Deutschlands. Das ganze Jahr über ist das Wasser acht bis neun Grad kalt, Eis bildet sich nie auf der Rhumequelle. Vom nahegelegenen Parkplatz ist die Quelle leicht zu erreichen. Mit Wegen und einer Aussichtsplattform ist sie gut erschlossen.

Kultursommer

Der Stadtpark Duderstadts ist aus Anlass der Landesausstellung Natur im Städtebau (LNS) hergerichtet worden. Seither nennt sich der Park LNS-Gelände und dient in den Sommermonaten als Veranstaltungsort für den „Kultursommer Duderstadt“. Geboten werden abwechslungsreiche Open-Air-Veranstaltungen von auswärtigen Live-Musik-Bands verschiedener Stilrichtungen, darunter Rock, Pop, oder Jazz, über Darbietungen örtlicher Akteure wie zum Beispiel beim Dancing Afternoon mit Tänzern aus der Region, bis hin zu regelmäßigen Familien- und Kinderaktionen.

Westerturm-Ensemble

Er fällt schon von weitem ins Auge. Der Duderstädter Westerturm ist sehenswert, weil er eine harmonische Drehung aufweist, die in der Vergangenheit manchen Architekten und Baumeister zu Erklärungsversuchen verleitet hat. Im Volksmund indes heißt es, die Drehung der Turmspitze beruhe auf der nicht geölten Wetterfahne und den Teufel, der die Männer zum Trank verführt habe. Auf der Flucht vor den Duderstädter Frauen habe er sich am Turmknauf festklammern wollen und riss dabei im Schwung die Spitze herum. Der 1343 erstmals erwähnte Turm wurde um einen hochmodernen Bau erweitert und beherbergt heute unter dem Namen Westerturm-Ensemble und Schützenmuseum eine Ausstellung unter dem Motto „Stadtluft macht frei“.

Tabaluga-Spielplatz

Mit neuen Attraktionen und Spielgeräten ist im Jahr 2019 der Spielplatz im LNS-Gelände in Duderstadt umgestaltet und hergerichtet worden. Einige Geräte waren in den vergangenen 25 Jahren, die der Spielplatz nach der Landesausstellung Natur im Städtebau (LNS) gerne und viel genutzt wurde, in die Jahre gekommen. Daher haben die Stadt Duderstadt und ihre LNS-Tochtergesellschaft rund 300 000 Euro in die Hand genommen, um das Gelände wieder attraktiv zu gestalten. Neu angeschafft wurde zum Beispiel eine große Kletterburg, eine Nestschaukel und sogar eine Rollstuhlschaukel gibt es inzwischen. Ein Trampolin, Wasserspiele sowie Volleyballfeld und Basketballkorb ergänzen das Spiel- und Spaßangebot. Im September 2019 soll das Spielgelände im Rahmen des Eichsfeld-Festivals den Namen Tabaluga-Spielplatz erhalten.

Baden und mehr

Das Freibad an der August-Werner-Allee in Duderstadt ist ein schöner Ort, um bei sommerlichen Temperaturen zu entspannen und sich sportlich zu betätigen. Von viel Grün umgeben bietet es eine Liegefläche mit mehr als 7000 Quadratmetern. Im Kinderbecken können die Kleinsten planschen und Kinder sich im 17 x 30 Meter großen Nichtschwimmerbecken mit Rutsche austoben. Für die Großen steht ein 50-Meter- Becken zur Verfügung. Auch einen Drei- Meter-Turm gibt es. Außerhalb des üblichen Freibadbetriebs locken über die Saison verteilt mehrere Sonderveranstaltungen.

Hoch hinaus

Im Eichsfeld gibt es verschiedene Möglichkeiten, jene Landschaft zu genießen, von der die Einheimischen so schwärmen. Oberhalb der Radolfshäuser Gemeinde Seulingen gibt es die Seulinger Warte. Zwei Aussichtspunkte bieten sich darüber hinaus im Bereich der Stadt Duderstadt an. Zum einen gibt es auf dem Pferdeberg oberhalb von Gerblingerode einen Aussichtsturm, von dem aus die frühere innerdeutsche Grenze zu sehen ist. Ein schöner Blick auf die Kernstadt Duderstadt bietet sich von der Sulberg-Warte zwischen Duderstadt und Mingerode. Wer über die Warten Duderstadts Näheres wissen möchte, kann eine Warten-Wanderung mit dem „Knickmeister“ Borchard Borchardes, alias Bernhard Köhler unternehmen.

Folter und Fledermäuse

Das Rathaus in Duderstadt ist mehr als 700 Jahre alt und zählt zu den ältesten in Deutschland. Der Kernbau stammt aus dem Jahr 1302. Darauf thront ein rot-weißer Fachwerkbau. Das historische Ambiente genießt auch eine Kolonie des Großen Maus-ohrs. Während die Fledermäuse im Dachgeschoss nicht direkt sondern nur über Bildschirm und Infotafeln zu besuchen sind, können die übrigen Etagen von Besuchern erkundet werden. Bis auf den Aufstieg in den Turm, von wo sich ein herrlicher Blick über die Stadt ergibt, und den Abstieg in den Keller mit der historischen Folterkammer ist der Zugang barrierefrei möglich. Von oben wacht die Duderstädter Symbolfigur, der Anreischke, über die Stadt. Alle zwei Stunden zeigt er sich von 9 bis 19 Uhr zur ungeraden Stunde zum Klang eines Glockenspiels am Turmfenster. Die Gästeinformation und die Ausstellung im Rathaus in der Marktstraße 66 sind täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Deutsche Teilung

In die Zeit der innerdeutschen Teilung bis zum Mauerfall und der Wiedervereinigung können Besucher des Grenzlandmuseums Eichsfeld in Teistungen eintauchen. Auf dem Gelände des ehemaligen Grenzübergangs Duderstadt-Worbis finden sich zahlreiche Informationen zur Teilung Deutschlands sowie zum Leben an und mit der Grenze. Im Fokus steht das Eichsfeld. In der Ausstellung, die in den Gebäuden des Grenzübergangs eingerichtet ist, sind zum einen Originalteile wie der Aufbau eines Grenzzauns mit der Selbstschussanlage und die Passkontrolle zu sehen, zum anderen viele Fotos und Dokumente sowie Zeitzeugenberichte – modern und multimedial aufbereitet. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit zum Rundgang auf dem sechs Kilometer langen Grenzlandweg mit 24 Stationen. Öffnungszeiten des Museums: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Natur schützen und erleben

Am 2. Juni 1994 gründeten Inge und Heinz Sielmann die Heinz Sielmann Stiftung. Die Stiftungszentrale siedelten sie auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt an. Nicht weit davon entfernt hatte der berühmte Tierfilmer 1988 seinen Film „Tiere im Schatten der Grenze“ gedreht. Im Abspann sprach er von intakten Lebensräumen als Refugien der Natur mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt, die sich auf dem Todesstreifen entwickelt hätten. Auf Gut Herbigshagen stehen der Naturschutz und das Naturerleben im Mittelpunkt – in multimedialen Ausstellungen im neu eröffneten Naturerlebnishaus und der Remise oder aber in zahlreichen Projekten und Kursen. Für Kinder ist der Gang in den Stall und zu den Außengehegen ein besonderes Highlight.

Unterwegs mit Stadtführern

Die Duderstädter Altstadt bietet ihren Besuchern eine Vielzahl an Anblicken. Noch mehr lässt sich allerdings bei einer Stadtführung entdecken. Unter dem Motto „Laterne, Horn und Hellebarde“ nimmt Nachtwächter Jakob Kannengießer Gäste mit auf seinen abendlichen Rundgang durch das mittelalterliche Duderstadt. „Auf ein Stündchen mit dem Scharfrichter“ lädt Claus Ludwikowski alias Hans Zinke als „Meister Hans“ in das Duderstadt des Jahres 1524 ein und berichtet dabei von seinen zahlreichen Aufgaben als Scharfrichter. „Glaubensbilder“ stellt Anna-Victoria Jung den Teilnehmern an der Kirchen-Erlebnisführung vor. Und Jürgen Sczuplinski weiß von „Sprechenden Häusern“ als „Zeitzeugen der Reformation“ zu berichten. Informationen sind in der Gästeinformation im Duderstädter Rathaus, Marktstraße 66, erhältlich unter Telefon 05527/841-200 und per Mail an info@duderstadt.de

Wallspaziergang

Ein Wall zieht sich rund um die historische Altstadt von Duderstadt. Nahm er in früheren Jahrhunderten eine Schutzfunktion zur Verteidigung ein, so dient er in der heutigen Zeit als Naherholungsgebiet. Der Weg führt entlang unter alten Bäumen, die Spaziergängern und Joggern Schatten spenden. Für bundesweites Aufsehen sorgte im Dezember 2014 ein kleines blaues Männchen mit ausgebreiteten Armen, das der Künstler Oskar Müller zunächst heimlich auf einem abgestorbenen Baum montiert hatte. Später bekam der Junge noch ein gelbes Mädchen als Begleiterin. Sein Kunstwerk nannte Müller „Himmel über Duderstadt“. 2019 mussten die Skulpturen aus Sicherheitsgründen abgebaut werden und warten seitdem auf einen neuen Standort.

Neujahrsschwimmen

Einer der ersten Termine des Jahres ist nichts für Menschen, die schnell frösteln. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Eichsfeld veranstaltet seit vielen Jahren das Neujahrsschwimmen am Seeburger See. Nach dem Bad im See geht es dann mehr oder weniger zügig ins beheizte Umkleidezelt – oder zu einer zweiten Baderunde. Das Spektakel wird von vielen Schaulustigen beobachtet, und die halten sich beim Blick auf das kühle Nass mit Glühwein warm. Der Erlös vom Neujahrsschwimmen kommt dem DLRG zugute. Die Veranstaltung ist darüber hinaus eine gute Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 30.07.2019. Bericht be / lg /ve / rf / pek.