Unterirdische Teile der Oehrschen Beeke in Bilshausen sollen freigelegt werden

Ein Teil des 3,4 Kilometer langen Baches Oehrsche Beeke verläuft innerhalb des Ortes Bilshausen unterirdisch in Rohren. Durch eine Landesförderung besteht die Möglichkeit, das Gewässer zu renaturisieren.

Den verrohrten Bereich der Oehrschen Beeke im Bereich des Festplatzes freizulegen, ist bereits im Oktober 2018 im Rat der Gemeinde Bilshausen thematisiert worden. Mehrheitlich haben die Mitglieder der Offenlegung zugestimmt, berichtet Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker. Eine Finanzierung des Projektes sei über den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) möglich. Dafür müsste aber die gesamte unterirdisch verlaufende Strecke freigelegt werden.

Die Verrohrung der Oehrschen Beeke beginnt aus Richtung Bodensee kommend neben der Bodenseer Straße kurz hinter der Einmündung der Heiligenstädter Straße. Ab der Stelle fließt der Bach bis zum Kapellenweg unterirdisch weiter. Zwischen dem Kapellenweg und dem Schützenhaus ist das Gewässer wieder offen, bevor es unter dem Festplatz und dem Abenteuerspielplatz wieder unter die Erde geführt wird und hinter dem Spielplatz wieder frei verläuft.

Betonrohre sind 40 bis 50 Jahre alt

„Die Verrohrung ist mit zwei nebeneinander liegenden 1000er-Rohren erfolgt“, erläutert Hans-Jürgen Kreuzkam, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Rhume, der für das Gewässer zweiter Ordnung zuständig ist. Die Betonrohre seien mittlerweile 40 bis 50 Jahre alt und im oberen Teil stark einsturzgefährdet.

Unter dem Festplatz befinde sich sogar ein gemauertes Gewölbe, ergänzt Grobecker. Die Fugen seien mittlerweile ausgewaschen. Deshalb können sich Holz und Treibgut dort besser verkeilen als an glatten Wänden. „Wir suchen auch gerade eine Firma, die das Treibholz entsorgt.“ Der Bauhof habe dafür nicht die entsprechenden Geräte. Dadurch, dass sich die Äste einkeilen würden, stünden diese nicht selten unter Spannung, was zusätzlich für Gefahrenpotenzial sorge. „Dafür brauchen die Arbeiter auch eine gewisse Erfahrung.“

Hinter dem gemauerten Gewölbe sei ein Schacht angeschlossen, von dem zwei Rohre abgehen, sagt Grobecker. Das sei der Bereich, in dem sich Anlandungen und Treibholz ansetzen. „Zwei kleine Rohre sind immer auch störungsanfälliger als ein großes“, so Kreuzkam. Beide betonen, dass offene Gewässer in der Unterhaltung günstiger seien als verrohrte. Der Landkreis habe Sorge und deshalb mitgeteilt, das Gewässer möge geöffnet werden, erzählt Kreuzkam. Allerdings sei dies bislang nur mündlich geschehen. Betroffen sei eine Fläche von 500 bis 1000 Quadratmetern. „Wir sind gehalten, Gewässer zu verbessern“, verweist Kreuzkam auf die europäischen Gewässerrichtlinien. Diese sollten möglichst natürlich gestaltet werden.

Finanzierung durch Landesbetrieb möglich

Eine Finanzierung durch den NLWKN sei aber nur möglich, wenn das Gewässer komplett offengelegt wird, so Grobecker. Besonders im oberen Bereich an der Bodenseer Straße seien noch Gespräche über Grundstückserwerb beziehungsweise die Verlegung eines Feldweges notwendig. Aber auch im Bauausschuss gibt es noch Bedenken, dass der Festplatz zu stark verkleinert werden könnte. Das Gewässer würde zwischen der Naturbühne und dem Festplatz entlanggeführt, sagt Grobecker. Dort sei dann eine Brücke vorgesehen, über welche die Naturbühne erreichbar sein würde.

Am Dienstag, 27. August, werden sich die Mitglieder des Bauausschusses vor ihrer Sitzung vor Ort über einen möglichen Verlauf des Baches informieren. Die Sitzung beginnt um 20 Uhr im Gemeindebüro.