Rhume kehrt in altes Bett zurück

//Rhume kehrt in altes Bett zurück

Rhume kehrt in altes Bett zurück

Altarme werden wieder angeschlossen / Mutterboden soll für Rekultivierung bei Flurbereinigung verwendet werden

Zwei Altarme der Rhume bei Bilshausen werden aus ihrem Schattendasein als vermodderte Stehgewässer befreit und wieder an den Flusslauf angeschlossen. Die neue Trasse ist bereits abgesteckt, im Januar sollen die Bagger anrücken.

Federführend für das seit Jahren geplante Renaturierungsprojekt ist der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Der Förderantrag an die Europäische Union sei genehmigt, der alte Rhumelauf werde in diesem Abschnitt wieder hergestellt, bestätigt Projektleiter Torsten Knoblauch: „Neue Gewässerläufe entstehen auf einer Länge von 500 Metern, weitere 600 Meter entfallen auf den Anschluss von Altwässern.“ Die beiden Altarme nördlich und südlich der Rhume, die in den Gemarkungen Gieboldehausen und Hattorf liegen, sind bei Anglern als Baronscher Teich und Schleienteich bekannt und inzwischen als tote Stehgewässer verschrien.

Der Anschluss der Altarme an die in den 1930er-Jahren vom Reichsarbeitsdienst begradigte Rhume oberhalb von Bilshausen soll dem Fluss wieder Raum zum Mäandrieren geben, der Artenvielfalt förderlich sein, durch Entschleunigung der Tiefenerosion entgegenwirken, zugleich Rückhalteräume für Sedimente schaffen und als Nebeneffekt dem Hochwasserschutz dienen. Auch Kies und Totholz werde verbaut, um die Strukur des Flusses zu verbessern, sagt Knoblauch: „Wir beziehen die Flussaue stärker mit ein und wünschen uns lokale Überflutungen, damit sich langfristig ein Auwald entwickeln kann.“ Erst einmal wurden aber in den vergangenen Wochen rund 40 Bäume und größere Sträucher gerodet, um das Projekt vorzubereiten: „Ausgesuchte Baumstämme mit Wurzeln sind stehengeblieben und werden als sogenannte Strömungslenker in die renaturierten Gewässerabschnitte eingebaut.“ Mit rund 5000 Kubikmetern Mutterboden, die als Aushub anfallen, sollen im Zuge der Flurbereinigung Gieboldehausen zurückgebaute Wege und Gräben wieder als landwirtschaftliche Fläche hergerichtet werden.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 28.12.2016. Bericht Kuno Mahnkopf.

2016-12-29T00:55:35+00:00 Samstag, 31. Dezember2016|0 Kommentare