Pfarrei Bilshausen verabschiedet Ordenspriester mit einem Gottesdienst in Krebeck / Hildesheimer Bischof versetzt Geistlichen nach Braunschweig

Per Handschlag haben sich am Sonntag Hunderte Katholiken in Krebeck von ihrem Pfarrer, Pater Alex George, verabschiedet. Fast vier Jahre lang hat der aus Indien gebürtige Ordenspriester im Eichsfeld gewirkt. „Eigentlich wollte ich mit Ihnen am 4. März 2020 meinen 50. Geburtstag feiern“, sagte der Pfarrer der katholischen Gemeinde Bilshausen beim Abschiedsgottesdienstes in der voll besetzten Krebecker Kirche. Auch sein 25-jähriges Priesterjubiläum könne er nun im Jahr 2020 nicht mehr im Eichsfeld begehen. Der Hildesheimer Bischof habe ihn nach Braunschweig versetzt.

Pfarrer Matthias Kaminski übernimmt

Die knapp 4000 Katholiken der Pfarrei Bilshausen mit ihren Kirchorten Bilshausen, Krebeck, Lindau und Renshausen werden künftig von der Pfarrei Gieboldehausen mitbetreut. Dort kümmern sich derzeit Pfarrer Matthias Kaminski und Gemeindereferent Thomas Bömeke bereits um 4000 Christen in den Kirchorten Bodensee, Gieboldehausen und Wolbrandshausen. Künftig sind sie zudem für die knapp 4000 Christen der Pfarrei Rhumspringe mit ihren sechs Kirchorten zuständig – also für insgesamt 11 500 Katholiken. Ihnen wird ein neuer Pfarrvikar zur Seite stehen: Der aus Indien stammende Ordenspriester Joseph Shijo zieht im September nach Rhumspringe.

Gemeinde fühlt sich „im Stich gelassen“

„Gott beruft weder in eine Pfarrfamilie noch in ein schönes Pfarrheim“, stellte Pater Alex in seiner Predigt klar. Priester sollten es sich wie alle Gläubigen nicht allzu bequem machen und sich nicht „in bewährte Abläufe verlieben“. Glaube sei kein Zustand, sondern ein Weg. Obwohl ihm das bewusst sei, falle ihm der Abschied vom Eichsfeld „schwer“, räumte der Geistliche ein. Und: „Der Mut, etwas Neues zu wagen, muss bei mir erst noch kommen.“

„Wir fügen uns dem Beschluss aus Hildesheim nur widerwillig“, erklärte Krebecks Küsterin Erika Priesnitz während der Fürbitten. Die Katholiken der Pfarrei fühlten sich „im Stich gelassen“. Sie kämen sich wie „auf einem führerlosen Schiff im Sturm“ vor. Die Küsterin bat Gott, er möge ihnen die Kraft geben, das Steuerrad in die Hand zu nehmen und das Schiff wieder in sicheres Fahrwasser zu lenken. Priesnitz lobte Pater Alex als „engagierten, herzlichen und hilfsbereiten Seelsorger“. Seine Predigten seien inspirierend gewesen und hätten Mut gemacht.

Matthias Diederich dankte im Namen des Kirchenvorstands dem Pater in dessen Muttersprache Malayalam. Er sagte auch auf Afrikaans Danke. Pater Alex hatte vor seiner Zeit in Deutschland jahrelang als Missionar in Südafrika gearbeitet. Für die dortige Arbeit seines Ordens sei die Kollekte bestimmt, informierte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Anezka Altmann. Sie verglich die Situation der Gemeinde mit einem Regenrohr, einem Klanginstrument chilenischer Wüstenindianer. Wird der verholzte Kaktusstamm bewegt, rieseln kleine Kiesel in seinem Inneren von einem Ende zum anderen. Die letzte Drehung sei „schnell und überraschend“, das damit verbundene Geräusch „nicht harmonisch und wohlklingend“ gewesen, so Altmann. Sie forderte die Gemeindemitglieder auf, sich wie die Kiesel in Bewegung zu setzen und nicht nur Zuschauer zu bleiben.

Kolpinger danken ihrem scheidenden Präses

„Es fällt uns schwer, Sie ziehen zu lassen“, sagte Matthias Hein im Namen der mehr als 500 Mitglieder der drei Kolpingsfamilien in Bilshausen, Krebeck und Lindau. Pater Alex stand ihnen als Präses zur Seite.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 26.08.2019. Bericht und Foto Michael Caspar.