UKA prüft geeignete Technik für die Anlagen am Höherberg bei Gieboldehausen

Dass es für den Windpark am Höherberg bei Gieboldehausen eine sogenannte bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) geben soll, stand schon mit Fertigstellung der Anlagen im vergangenen Jahr fest. Die UKA-Gruppe habe einen Vertrag für die BNK abgeschlossen und einen Bauantrag für den Radarturm eingereicht, erklärte im Januar 2019 ein Unternehmenssprecher. „Wir haben uns im Dialog mit den Gemeindevertretern für die freiwillige Installation eines Systems zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entschieden, um die Anwohner von Lichtemissionen zu entlasten und für die Akzeptanz der Windenergie vor Ort zu werben“, hieß es seitens des Unternehmens weiter.

Bedarfskennzeichnung noch nicht gebaut

Ziel war, die BNK im zweiten Halbjahr 2019 fertigzustellen. Gebaut wurde die Anlage bisher jedoch noch nicht. Woran das liegt, erläutert jetzt, ein Jahr später, Benedikt Laubert, Sprecher der Gesellschaft Umweltgerechte Kraftanlagen (UKA).

„Ab dem 1. Juli 2021 dürfen Windenergieanlagen über 100 Meter Gesamthöhe nachts nur noch dann blinken, wenn sich etwa ein Flugzeug in der Nähe befindet, dessen Pilot vor dem möglichen Hindernis gewarnt werden muss“, so Laubert. „Die Einrichtung einer solchen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung hatte UKA zuvor schon mit den Gemeinden vereinbart.“ Aktuell werde das BNK-System für den Windpark auf dem Höherberg geplant.

Bisher nur Primärradarsysteme zulässig

Welche Technik soll für die bedarfsgerechte Nachtbefeuerung eingesetzt werden? Dazu der UKA-Sprecher: „Ursprünglich waren für die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung nur sogenannte Primärradarsysteme gesetzlich zulässig.“ Auch UKA habe mit einem Primärradarsystem geplant. Unter diesem Begriff würden verschiedene Techniken gefasst, „die gemeinsam haben, dass ein Radar elektromagnetische Wellen am Himmel registriert“, erklärt Laubert. Gebe es Abweichungen im Muster der Wellen, könne das System erkennen, „ob sie von einem Flugzeug oder einem Hubschrauber verursacht werden – und bei Bedarf die rot blinkenden Lampen zur Flugsicherung einschalten.“

„Am 14. Februar 2020 hat jedoch der Bundesrat beschlossen, dass ab sofort auch die sogenannte Transpondertechnik (Sekundärsystem) erlaubt werden soll. Sekundärradarsysteme kommunizieren mit sogenannten Transpondern, die in Flugzeugen verbaut sind, und können dadurch herannahende Flugobjekte erkennen“, so der Unternehmenssprecher weiter.

UKA prüfe aktuell, „welches System im Windpark auf dem Höherberg zum Einsatz kommen kann“. Die entsprechenden Planungen würden vorangetrieben.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 24.07.2020. Bericht Britta Eichner-Ramm. Foto Bänsch.