Country- und Westernclub richtet seit Jahren die Country Nights in Bilshausen aus

Schnell war ihm klar, dass er ein solches Konzert nicht allein stemmen kann. Also gründeten er und weitere Mitstreiter den Country- und Westernclub. Die Band kam und spielte in Bilshausen – wenn auch ihr Abschiedskonzert. 10 000 D-Mark kostete diese erste Party Open Air, zum Glück spielte das Wetter mit.

Seither steigt in Bilshausen alljährlich eine Country Night. Nur einmal musste der Verein aussetzen. Über die Jahre investierten die Country-Freunde viel Geld in eine richtige Ranch. „Unsere Kinder sind da groß geworden“, erinnert sich Engelhardt gerne an glückliche Zeiten.

Das Vereinsgelände musste aus Landschaftsschutzgründen aufgegeben werden, bedauert er. Trotzdem lebt die Country-Musik in Bilshausen weiter. Zum 20. Geburtstag des Clubs spielte im vergangenen Sommer die Band „Truck Stop“ in dem eichsfeldischen Ort. Das war gut, sogar so gut, dass Engelhardt die Hamburger für diesen Sommer gleich wieder eingeladen hat. Eine Zusage liegt vor.

Allgemein, sagt der Vereinschef, sei es wohl der Zusammenhalt untereinander, der Country-Freunde begeistere. „Es gibt viele gemeinsame Unternehmungen“, erklärt er. Freilich, die Älteren würden sich langsam zurückziehen. „Aber wir haben den Nachwuchs. Auch unsere Familien ziehen mit. Sonst hätten wir schon aufgegeben“, fügt der 57-Jährige hinzu. Wichtig sei der Idealismus. „Ist der weg, bringt es nichts mehr.“ Was grundsätzlich absolut schade wäre für kleine Orte wie Bilshausen, denn es würden allgemein viele Dinge wegbrechen auf den Dörfern.

 

Truck Stop-Leadsänger Andreas Cisek im Tageblatt-Interview

Hat sich der Auftritt der Band im vergangenen Jahr, zum 20-jährigen Bestehen des Country- und Westernclubs Bilshausen, in das Gedächtnis der Musiker eingebrannt, und wenn ja, was ist damals als bemerkenswert wahrgenommen worden?

In Westernclubs zu spielen, ist für uns immer was ganz Besonderes. Es ist einfach klasse für uns, mit den Fans gemeinsam „Country“ zu leben. In Bilshausen wurden wir sehr herzlich aufgenommen.

Ich nehme an, es gibt viele Konzertanfragen, ist es deshalb etwas Außergewöhnliches, wenn Truck Stop zweimal in kurzer Zeit an einem Veranstaltungsort auftritt?

In ganz kurzer Zeit zweimal an einem Veranstaltungsort aufzutreten, kommt selten vor. Wenn es aber wie in Bilshausen ein Jahr her ist, dann kommen wir sehr gerne noch mal.

Wie nimmt die Band die Country-Szene insbesondere in Norddeutschland wahr? In einem Song heißt es: „Es gibt keine Cowboys hier“. Ist diese Jahre alte Aussage eines im Lied zitierten Jazzers auch heute noch schlichtweg ein Irrtum?

Die Country-Szene nicht nur in Norddeutschland hat sich doch in den letzten Jahren gewandelt. Die Trucker von heute kommen oft aus anderen Ländern und sind nicht so stark country-affin. So haben wir uns auch textlich verändert und uns anderen Themen gewidmet. Musikalisch ist die Country-Music heute auch ein Stück weit moderner geworden.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 25.02.2019. Bericht mei. Foto Barz.