Samtgemeinderat Gieboldehausen tagt in Krebeck / Neue Gefahrenabwehrverodnung verabschiedet

Fast sechs Monate hatte der Samtgemeinderat Gieboldehausen nicht mehr getagt, Ende November 2019 hatte das Gremium die letzten Beschlüsse gefasst. In Zeiten der Corona-Pandemie ist alles anders, das wurde auch bei der Zusammenkunft im Krebecker Dorfgemeinschaftshaus schnell deutlich, das zu einem Ratssaal umfunktioniert worden war.

Desinfektionsmittel stand am Eingang bereit, Mund-Nasen-Masken waren Pflicht – viele verschiedene Modelle wurden getragen. „Ohne Brille sehe ich nichts, mit Brille aber auch nicht“, lautete der Kommentar der meisten Brillenträger. Als alle – in entsprechendem Abstand voneinander – Platz genommen hatten, sprach der Samtgemeinderatsvorsitzende Karl-Bernd Wüstefeld (CDU) die erlösenden Worte: „Wer sitzen bleibt, darf die Maske abnehmen, nur die, die aufstehen, müssen sie wieder aufsetzen.“ Aufatmen bei allen Anwesenden.

Fast 34 Jahre Ratsmitglied

Zwei Mitglieder wurden offiziell verabschiedet. Mit dem Bilshäuser Reinhard Dierkes (SPD) verließ „ein politisches Urgestein“ – so Wüstefeld in seiner kurzen Laudatio – das Gremium. Fast 34 Jahre hatte er diesem angehört, hatte 30 Jahre die SPD-Fraktion geführt und war Vorsitzender verschiedener Ausschüsse. Reiner Deeg (Bündnis 90/Die Grünen), seit 2016 im Samtgemeinderat aktiv, hatte sein Mandat wegen eines Wohnortwechsels ebenfalls niedergelegt. Beide wurden von ihren Fraktionen und vom Samtgemeindebürgermeister Steffen Ahrenhold (CDU) mit Präsenten verabschiedet.

Für Dierkes rückt die Wollbrandshäuserin Heike Bodmann (SPD) nach. Deegs Platz übernimmt der Wollershäuser Jürgen Wiedenbrügge (Bündnis 90/Die Grünen). Ahrenhold belehrte beide Kommunalpolitiker anschließend über ihre Pflichten. Wiedenbrügge wird zukünftig im Samtgemeindeausschuss die Vertreterfunktion von Stephan Hörschelmann (Bündnis 90/Die Grünen) übernehmen und im Ausschuss für Jugend, Senioren und Integration sowie im Schulausschuss sitzen. Bodmann ist neue Stellvertreterin von Samtgemeindeausschuss-Mitglied Rainer Lentes (SPD) und ebenfalls Mitglied im Schulausschuss.

Eine erfreuliche Mitteilung gab es in Sachen Finanzen: Im Vorfeld war bereits darüber informiert worden, dass die Kreisumlage 2020 reduziert werden soll. Die Samtgemeinde spart – gegenüber dem geplanten Haushaltseinsatz – 248 036 Euro ein. Dieser Betrag wird aufgeteilt und an alle Mitgliedsgemeinden weitergeleitet. An die Verwendung des Geldes sind für die Kommunen keine Bedingungen geknüpft. Das Geld könne, wie gewünscht, ausgegeben werden. Dringend notwendig war der Beschluss der neuen Gefahrenabwehrverordnung der Samtgemeinde geworden, denn die bisher – seit 20 Jahren – gültige Fassung war am 11. Mai ausgelaufen. Die bislang geltende Verordnung wurde in einigen Passagen angepasst und um Inhalte erweitert. Das betrifft vor allem Passagen zur Lärmverhütung und Hundehaltung. Beispielsweise gilt die Nachtruhe in der Samtgemeinde jetzt von 22 bis 7 Uhr anstatt bis zuvor 6 Uhr. „Wir haben uns da auch an den Nachbargemeinden Radolfshausen und Duderstadt orientiert“, erläuterte Ahrenhold.

Aufwertung des Schlosses

Zum Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ wurden für das Programm 2021 keine weiteren Projekte angemeldet. Der Samtgemeinderat beschloss, Mehrkosten für zwei bereits bestehende Vorhaben anzumelden. Aus dem Kirchplatz in Bilshausen soll ein Platz der Begegnungen werden. Weil das Gelände nahe der Kirche früher als Friedhof genutzt wurde, sind voraussichtlich archäologische Untersuchungen erforderlich, die bisher bei der Kostenschätzung nicht berücksichtigt worden waren. Bei dem geplanten Bau der Kindertagesstätte in Rollshausen werden zum 1. Juni Mehrkosten in Höhe von 250 500 Euro angemeldet. Diese haben sich aufgrund der allgemeinen Baukostensteigerung ergeben. In diesem Programm befinden sich weiterhin ein Naturerlebnisspielplatz in Obernfeld, die Aufwertung des Schlosses und des Schlossplatzes in Gieboldehausen sowie die Aufwertung der Mehrzweckhalle Rollshausen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 16.05.2020. Bericht Kathrin Lienig. Foto Eichner-Ramm.