Machen statt meckern

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  • Britta Engelhardt mit einem Schüler in Namibia. foto: R

Machen statt meckern

Britta Engelhardt berichtet im Bilshäuser Pfarrheim über ihren Namibia-Aufenthalt

Vier Wochen lang hat Britta Engelhardt an einer Schule für Kinder mit besonderen Lernbedürfnissen in Namibia mitgeholfen. Über ihre Erfahrungen und Eindrücke berichtete sie auf Einladung des Runden Familientisches Bilshausen im örtlichen Pfarrheim.

Namibia war kein Neuland für die gebürtige Bilshäuserin. Bei drei Urlaubsreisen habe sie es aus einem touristischen Blickwinkel kennengelernt, sagte die 41-Jährige, die in Nörten-Hardenberg lebt, dort ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde ist und als selbstständige Supervisorin arbeitet. Da sie viel inklusiv mit Erwachsenen gearbeitet habe und mittlerweile auch Mitarbeiter von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung berate, habe sie sich informieren wollen, wie in anderen Ländern mit dem Thema Inklusion umgegangen werde, berichtete Engelhardt rund 60 Zuhörern.

Informationen über Inklusion gesammelt

Nach Recherche im Internet sei sie auf die Train Occassion Primary School in Otjiwarongo gestoßen, etwa 180 Kilometer südlich des Etosha-Nationalparks und 250 Kilometer von der namibischen Hauptstadt Windhoek entfernt. 25 Schüler hätten die je zur Hälfte durch Spenden und durch staatliche Mittel finanzierte Grundschule besucht, etwa zehn aufgrund von körperlichen, geistigen oder auch seelischen Beeinträchtigungen Hilfebedarf gehabt, erläuterte Engelhardt.

Nicht mehr als sechs Kinder seien es pro Klasse an der Schule in der Stadt Otjiwarongo, „aber es gibt nur drei Festangestellte“. Unterstützung käme von Ehrenamtlichen, wie Praktikanten aus Deutschland und der Schweiz, sogenannten Volunteers, berichtete Engelhardt, die bei einer wohlhabenden Herero-Familie wohnte.

Begleitet von Fotos und Videos vermittelte Engelhardt viele Eindrücke vom Alltag an dieser Schule, an der Musik eine wichtige Rolle spiele. „Gebt diesen Kindern eine Bongo in die Hand und sie spielen, die haben alle Rhythmus im Blut“, so die Eichsfelderin.

Der Aufenthalt habe ihren Horizont in Bezug auf den Umgang mit behinderten Menschen verändert. Der größte Unterschied zu Ihrem Heimatland sei, dass in Namibia viel individueller auf die Kinder eingegangen werde. Auch habe ihr die Reise deutlich gemacht, dass Menschen in Deutschland, die sich gerne „im Nörgeln verlieren“, auf einem hohen Niveau klagen würden. „Wir sollten in Deutschland mehr machen als meckern“, so die 41-Jährige, die bei einer wohlhabenden Herero-Familie wohnte und im zweiten Teil von seinem Besuch im Etosha-Nationalpark und anderen Ausflugszielen wie Swakopmund erzählte.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 21.02.2017. Bericht Axel Artmann. Foto R.

2017-02-23T07:55:47+00:00 Freitag, 24. Februar2017|0 Kommentare