Kerzenlicht sorgt für passendes Ambiente am Dreikönigstag in der Bilshäuser Pauluskirche

Mit einer Lichterandacht hat die evangelische Kirchengemeinde in Bilshausen den Dreikönigstag gefeiert. „Das ist ein schöner Abschluss der Weihnachtszeit“, sagte Hermann Martini, Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

„Wir feiern das Lichterfest zum dritten Mal“, sagte Brigitte Strüber, Mitglied im Kirchenvorstand. „Wir haben ein solches Fest in der Kirche in Elbingerode erlebt und fanden es so schön, dass wir es auch bei uns eingeführt haben.“ In Elbingerode seien sie gewesen, um einen Gottesdienst von Hillard Heimann zu besuchen, der eine Zeitlang Vakanzpastor in Bilshausen war. „Besonders wichtig bei unserer Feier ist uns der ökumenische Aspekt“, erklärte Strüber. „Wir freuen uns, dass wir vom ersten Mal an von der Schola und den Sternsingern der katholischen Gemeinde besucht werden.“

Die Sternsinger überbrachten nach dem Orgelvorspiel und der Begrüßung durch den Kirchenvorstandsvorsitzenden den traditionellen Segen. Caspar, Melchior und Balthasar sprachen ihre Parts, ehe sie gemeinsam „Christus mansionem benedicat“ wünschten, also „Christus segne dieses Haus“. Im Anschluss brachten sie mit Kreide über der Kirchentür die Zeichen des Segens an: 20*C+M+B+20“. Für die Sternsingersammelaktion war später auch die Kollekte bestimmt. Bei der Sammlung in der Pauluskirche kamen 70,20 Euro zusammen.

Karin Knoll, Carola Reschke, Brigitte Strüber und Inge Schaake lasen in einem weiteren Programmpunkt mit verteilten Rollen den Text über die vier Kerzen der Adventszeit. Die erste Kerze sagte, dass sie für den Frieden leuchte, aber ihr Licht immer weniger gefragt sei, woraufhin sie ausging. Die zweite Kerze erklärte, dass ihr Licht für den Glauben brenne. Auch ihr Licht verlosch. Ganz leise erklangen die Worte der dritten Kerze. Sie brenne für die Liebe, doch nach einem letzten Aufflackern wurde auch ihre Flamme ausgeblasen. Dann betrat ein Kind den Raum und sah, dass die drei Kerzen erloschen waren. Die vierte Kerze sagte: „Habt keine Angst. Solange ich brenne, können wir die anderen wieder anzünden, denn ich bin die Hoffnung.“ Passend dazu sang die Schola das Lied „Wir zünden 1000 Lichter an“.

„Die Kirchenvorsteher bereiten die Lichterandacht vor“, erklärte Strüber. Führend dabei sei Inge Schaake gewesen. Im Kirchenvorstand sei man bemüht, immer neue Formen des Gottesdienstes zu entwickeln, die die Leute ansprechen, erläuterte Martini. Die Lichterandacht sei eine schöne Veranstaltung, an der auch Kinder teilnehmen können. Diese waren aufgefordert, mit eigenen Laternen in die mit Kerzen beleuchtete Kirche zu kommen, um ebenfalls ihren Teil zu der Stimmung beizutragen.

In der innen mit Holz verkleideten Pauluskirche, die zu den durch den Architekten Otto Bartning gestalteten Notkirchen zählt, waren zusätzlich zu den am Tannenbaum brennenden Kerzen zahlreiche Gläser mit Kerzenlicht aufgestellt und sorgten für ein stimmungsvolles Ambiente zum Lichterfest. Schon vor der Kirche leuchteten einige Kerzen in Gläsern und Laternen den rund 70 Besuchern den Weg. Licht war auch das Stichwort für die kleine Überraschung, welche die Gemeinde für die Kinder bereithielt. Am Ende des Gottesdienstes wurden kleine Lampen verteilt. „Wir haben bewusst auf Süßigkeiten verzichtet“, erklärte Strüber. Denn in der Weihnachtszeit bekommen die Kinder insgesamt sehr viele Süßigkeiten. Von daher seien die Lampen eine passende Alternative, die, wie sich zeigte, bei den jungen Besuchern auch sehr gut ankam.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 08.01.2020. Bericht und Foto Rüdiger Franke.