Elektroaltgeräte dürfen nicht von gewerblichen Sammlern abgeholt werden

Alte Haushalts- und Elektrogeräte dürfen nicht an gewerbliche Sammler abgegeben werden. Sie müssen in den Sperrmüll oder andere Sammlungen der Landkreise oder Städte.

Im Landkreis Northeim seien in den vergangenen Monaten wieder verstärkt Wurfzettel aufgetaucht, in denen eine „kostenlose Althaushaltsgerätesammlung“ angekündigt wird, so der Sprecher der Landkreisverwaltung, Dirk Niemeyer. Der Landkreis weise deswegen darauf hin, dass Haushaltsgroßgeräte, Geräte aus der Unterhaltungselektronik oder andere Elektrogeräte nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz aus den privaten Haushalten grundsätzlich dem örtlich zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger überlassen werden müssen. Das sei im Landkreis Northeim die Kreisabfallwirtschaft.

Hiervon gebe es nur wenige Ausnahmen. Dazu zählen lediglich „nicht gemischte und nicht gefährliche Abfälle“, wie zum Beispiel Altpapier, Altkleider, oder Eisenschrott, wenn sie bei einer gemeinnützigen oder gewerblichen Sammlung ordnungsgemäß verwertet werden. Solche Sammlungen müssten aber vor Beginn der Sammlung bei den Landkreisen angezeigt sein.

Oft werde auch damit geworben, die Geräte für Angehörige im Ausland zu sammeln, weil die hier niemand mehr haben will, sie aber noch funktionieren und die Leute in ärmeren Ländern die Geräte noch gut gebrauchten könnten, so Niemeyer. Diese Argumentation entlasse die Sammler nicht aus den abfallrechtlichen Verpflichtungen. Denn danach sind alle Stoffe oder Gegenstände, die jemand nicht mehr haben will, bereits Abfall wenn dieser Entledigungswille besteht. Auf die Gebrauchsfähigkeit komme es dabei also gar nicht an.

Nachweis fehlt häufig

Der Landkreis Göttingen macht außerdem darauf aufmerksam, dass solche „unbekannten Entsorger eine ordnungs- und umweltgerechte Entsorgung nicht nachweisen können“. Dies könne gefährliche Auswirkungen auf Umwelt und Mensch haben, heißt es in einem Flyer des Umweltamtes des Landkreises.

Unsachgemäße Demontage

Häufig sei es so, dass die Geräte unsachgemäß und ohne Umweltstandards demontiert werden, um maximale Gewinne mit den werthaltigen Metallen zu erzielen, ergänzt Niemeyer. Elektroschrott sei richtig genutzt ein riesiges Rohstofflager, heißt es beim Landkreis Göttingen. Durch das neue Elektro- und Elektronikgerätegesetz sollen die Entsorgungs- und Rückgewinnungsquoten verbessert und illegale Ausfuhren in Entwicklungsländer gestoppt werden. Schadstoffe sollen fachgerecht entsorgt, wertvolle Stoffe wie Metalle und Kunststoff gewonnen und recycelt werden. Seit 2016 müssen Fachhandel Elektrogeräte zurücknehmen. Haushaltübliche Geräte werden in den Sammelstellen der Landkreisen und im Recyclinghof der Stadt Göttingen kostenlos angenommen. Illegale Sammlungen erkenne man daran, dass auf den Flyern Elektrogeräte beworben werden und sie keine Angaben über den Sammler enthalten, so Niemeyer. Stünden nur Handynummern auf den Flyern, gebe es diese oft gar nicht oder es melde sich, wenn überhaupt, nur ein Anrufbeantworter. Wer einen solchen Flyer in seinem Briefkasten finde, solle die Polizei informieren, so Niemeyer.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 18.03.2019. Bericht Christiane Böhm.