Kostenexplosion für Feuerwehrbauten

//Kostenexplosion für Feuerwehrbauten
  • Entwurf der Außenansicht für das neue Quartier der Bilshäuser Feuerwehr mit Fahrzeughalle und Verbindungstrakt zum Schulgebäude.

Kostenexplosion für Feuerwehrbauten

Samtgemeinde-Ansatz reicht nicht mehr aus / Scharfes Vergaberecht und Preissteigerungen

Das Feuerwehrhaus in Rhumspringe soll umgebaut werden und einen Anbau bekommen, die Feuerwehr Bilshausen einen Neubau an der dortigen Grundschule. Beide Projekte der für den Brandschutz zuständigen Samtgemeinde verzögern sich jedoch und werden teurer als gedacht.

Die Baugenehmigung des Landkreises für Rhumspringe liegt vor, mit der Feuerwehr-Unfallkasse wurde Einvernehmen erzielt. Eigentlich war ein Baustart im Frühjahr angestrebt, ist aber auf November verschoben worden. Und da der Etatansatz nicht mehr ausreicht, muss zuvor eine überplanmäßige Ausgabe beschlossen werden. „Wir liegen knapp 100 000 Euro über dem Budget“, sagt Architekt Markus Otto. Aus der Kostenschätzung von 2014 mit rund 340 000 Euro sind nach Durchführung aller Ausschreibungen und aktualisierten Berechnungen mit Massenangaben rund 440 000 Euro geworden. Und das liegt nicht nur an der vom Landkreis nachgeforderten Fluchttreppe für rund 35 000 Euro. „Es gibt keine Status- und Planänderungen, die Kosten sind aber dennoch explodiert“, sagt Otto: „Jedes Gewerk ist kontinuierlich teurer geworden.“ Hinzu komme das kommunale Vergaberecht, dessen Verschärfung und Verkomplizierung Firmen abschrecke, die genug Aufträge auf dem freien Markt hätten. Wegen der Hochkonjunktur sei es schwer, Firmen zu bekommen: „In der Baubranche ist der Teufel los.“

Ärger über Anforderungen des Rechnungsprüfungsamtes

Dornieden nennt es „ärgerlich“, dass die Anforderungen des Rechnungsprüfungsamtes beim Landkreis so starr seien. Auch Bauausschussvorsitzender Friedrich Henniges (CDU) kritisiert die „rigiden Auflagen für Auftragsvergaben“. Das habe die Umsetzung verzögert, sei aber nicht zu ändern, sagt Dornieden: „Wir müssen uns akribisch daran halten und prüfen genau – schon aus Sorge um Rückforderungen.“

Das gilt auch für das Bilshäuser Feuerwehr-Bauprojekt. Für den im Frühjahr gestellten Bauantrag liege eine Genehmigung vor, die Statik-Prüfung stehe aber noch aus. Erst dann seien Ausschreibungen möglich, sagt Dornieden: „Wir hängen auch hier in der Warteschleife.“ Die Mehrkosten für den Rhumspringer Um- und Anbau sollen vorerst über den Ansatz für den Neubau in Bilshausen gedeckt werden, mit einer Verpflichtungsermächtigung das Bilshäuser Projekt parallel dazu weitergeplant werden. Dornieden will „Kostenberechnungen nach den tatsächlichen Massen für Bilshausen, um nicht erneut eine Überraschung zu erleben“.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 29.09.2016. Bericht Kuno Mahnkopf.

2016-10-04T16:48:10+00:00 Montag, 3. Oktober2016|0 Kommentare