Kompakte Zeitreise

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  • Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis und Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker an der neuen Tafel. Foto: Artmann

Kompakte Zeitreise

Informationstafel in Bilshausen erinnert an Geschichte des Eichsfeldes / Historischer Rundgang soll entstehen

Die Geschichte des Eichsfeldes ist Thema einer Informationstafel, die seit kurzem weithin sichtbar auf dem Eichsfelder Platz in Bilshausen steht. Sie ersetzt eine inhaltlich und gestalterisch überholte Holztafel.

Nach der vorausgegangenen Restauration sei die Tafel mit der Aufschrift „Eichsfeld geteilt niemals“ sehr schnell verwittert, sodass sich der Gemeinderat entschlossen habe, eine modernere, witterungsbeständigere Schautafel aufzustellen, erläutert Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU). „Wir wollen, dass unsere Kinder und Jugendlichen wissen, was eigentlich das Eichsfeld ist“, benennt sie ein wichtiges Ziel.

Die neue Tafel zeige auf einer Seite die Umrisse des Eichsfeldes und die mit roten Punkten gekennzeichneten Standorte der namentlich erwähnten Orte Bilshausen, Duderstadt, Leinefelde-Worbis, Heiligenstadt und Dingelstädt. Eine gestrichelte rote Linie kennzeichne den Verlauf der früheren innerdeutschen Grenze, links daneben erinnern die Darstellungen eines Zauns, Grenzpfahls und Wachturms an die Zeit der Teilung.

Die andere Seite der Tafel listet wichtige Daten und Ereignisse aus der Historie des Eichsfeldes auf, beginnend mit einer ersten urkundlichen Erwähnung in der Urkunde „pago Aychesfeldiae“ des Kaisers Arnulf von Kärnten im Jahr 897 bis zum Ende der DDR und der Wiedervereinigung des Eichsfeldes in den Jahren 1989 und 1990.

Erinnert wird auch an das Jahr 1815, als das Eichsfeld geteilt wurde und das Obereichsfeld an das Königreich Preußen fiel, während das Untereichsfeld dem Königreich Hannover zugeordnet wurde. Der Betrachter erfährt unter anderem, dass von 1889 bis 1897 die Eisenbahnstrecke Wulften-Duderstadt-Leinefelde gebaut wurde. Über der kompakten Chronik sehen Betrachter die Wappen des ehemaligen Landkreises Duderstadt, und die Bilshausens und des Landkreises Eichsfeld. Rechts daneben dokumentieren Fotos die ehemaligen Grenzanlagen, die Zeit der Grenzöffnung. Eine Aufnahme zeigt ein Teilstück der Mauer mit der Aufschrift „Danke Gorbi!“. Unter der Chronik sind die Umrisse der DDR und der Bundesrepublik zu Zeiten der Teilung zu sehen.

Die Tafel könne Teil eines historischen Rundgangs durch Bilshausen werden, erläutert Kreis und verweist auf ein Projekt der örtlichen Geschichtswerkstatt. Deren Mitglieder planten, an historisch bedeutenden Gebäuden und Stätten in Bilshausen kleine Informationstafeln anzubringen, um so an die Historie dieser Häuser und deren Nutzung zu erinnern.

Tafeln könnten aber auch auf örtliche Besonderheiten verweisen, sagt Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker. Als Beispiel nennt er Kellerlöcher, in denen in früheren Zeiten Kartoffeln gelagert worden seien.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 18.07.2017. Bericht und Foto Axel Artmann.

2017-07-18T15:10:26+00:00 Freitag, 21. Juli2017|0 Kommentare