Am 22. Juni beginnt in Niedersachsen der eingeschränkte Regelbetrieb in den Kindertagesstätten und Kindergärten

Die Zeit der Notbetreuung in niedersächsischen Kindergärten soll am 22. Juni enden. An diesem Datum soll ein eingeschränkter Regelbetrieb beginnen. Doch nicht jede Kindertagesstätte kann die gleiche Betreuungskapazität vorweisen, denn die muss an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.

„Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an den Vorbereitungen für die neue Phase“, sagt Evelin Thiede, Leiterin der Kindertagesstätte St. Antonius in Gieboldehausen, eine von 16 Einrichtungen im Dekanat Untereichsfeld unter Trägerschaft der katholischen Kirche. „Wir sind sehr, sehr froh, dass der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden kann.“ Denn es sei für Eltern schwer, Grundschul-, Kindergarten- und Krippenkinder parallel zu Hause zu betreuen. Auch für die Kinder sei die aktuelle Situation nicht gut. „Sie macht etwas mit den Kindern, denn ihnen fehlen die sozialen Kontakte.“ Im Kindergarten gebe es andere Möglichkeiten als zu Hause. „Das kann man nicht über Wochen überbrücken.“

Zunächst habe es den Lockdown in den Kindertagesstätten gegeben, blickt Thiede zurück. Dann sei eine Notbetreuung für Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen, zum Beispiel in der Pflege, eingerichtet worden. Die maximale Belegung sei auf 50 Prozent beschränkt worden. „Wir waren sehr schnell beim Maximum, weil der Bedarf besteht“, so die Leiterin weiter. „Wir haben viele Eltern, die in solchen Berufen arbeiten.“ Deshalb habe sich der Kindergarten an die Dienste der Eltern angepasst. Ein weiterer Schritt war die Schulkindförderung.

Hygieneregeln bleiben

Am 22. Juni kommt nun der eingeschränkte Regelbetrieb. Das bedeutet, dass alle Kinder wieder in die Kitas gehen dürfen, aber voraussichtlich wegen der Gegebenheiten vor Ort nicht überall können. Ursprünglich hatte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die Öffnung für alle Kinder für den 15. Juni vorgesehen, doch dann um eine Woche verschoben, um dem Wunsch nach entsprechendem Vorlauf nachzukommen. Denn die umfassenden Hygieneregeln bleiben bestehen.

„Am Dienstag werden wir noch einmal diskutieren, wie es weitergeht“, sagt Evelin Thiede. Es müsse abgestimmt werden, ob das Konzept vereinbar mit dem Betrieb sei. „Wir sind jetzt dabei, auszuarbeiten, wie es funktionieren kann.“ So müssten zum Beispiel enge Flure berücksichtigt werden und auch die vorhandenen Waschräume. „Wir haben verschiedene Varianten ausgearbeitet, dass wir möglichst viele Kinder betreuen können.“

„Es wäre für die Kinder wichtig“, betont Thiede, „dass sie vor den Ferien noch einmal ihren normalen Alltag erleben.“ Besonders für die Kinder, die vor dem Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule sowie aus der Krippe in den Kindergarten stehen, sei von Bedeutung, noch einmal im vertrauten System zu sein. Für die künftigen Schulkinder müsse die traditionelle Feier allerdings ausfallen. „Die holen wir im August nach“, sagt Thiede.

Wie viele Kinder genau aufgenommen werden können, sei eine Frage der Definition innerhalb des Konzepts. Die Fakten müssten eben in der kommenden Woche noch einmal in Abstimmung mit Träger und Kommune genau abgeklärt werden. „Wir werden die Gruppen auf jeden Fall separiert halten.“ Dann sei bei einer Infizierung nur eine Gruppe betroffen. Natürlich sei das Einhalten der Abstandsregel gerade bei kleinen Kinder schwieriger umzusetzen. „Wir haben aber unsere Vorbereitungen getroffen.“

Individuelle Lösungen

„Alle warten darauf“, so Thiede. „Wir hatten ganz viele Anrufe.“ Jetzt bleibe nur noch abzuwarten, wie die Entscheidung ausfällt, wie viele Kinder betreut werden dürfen. „Das ist in jeder Einrichtung unterschiedlich und hängt von den Voraussetzungen vor Ort ab.“ Das bestätigt auch Fachbereichsleiterin Bettina Steinmetz für die städtischen Kindergärten der Stadt Duderstadt. Auch dort soll es in der kommenden Woche Informationen für die Eltern zu den individuellen Lösungen in den einzelnen Einrichtungen geben. „Wir sind bemüht, möglichst vielen Kindern einen Platz bieten zu können“, sagt sie.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 13.06.2020. Bericht Rüdiger Franke.