Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen äußern sich zu coronabedingten Einschränkungen

Ein aufregender Tag für die Eltern und Jugendlichen: Das Kind wird konfirmiert, und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Katholische Kinder feiern wiederum die erste Kommunion oder die Firmung im Mai. Coronabedingt wurden diese Feierlichkeiten in diesem Jahr zunächst alle abgesagt. Vertreter der Kirchen äußern sich, wie die Pläne zu Vorbereitungskursen und Feiern aussehen.

„Es ist völlig offen, wann im Bistum Hildesheim wieder gefirmt wird“, erklärt Johannes Broermann, Pressereferent der Katholischen Kirche im Landkreis Göttingen. In der katholischen Kirche erfolgt die Firmung in aller Regel durch einen Bischof des Bistums. „Es ist also keine Entscheidung allein einer Pfarrei, wann sie das Fest nachholt“, ergänzt Broermann. Zum Pfingstfest hat der Bischof von Hildesheim Heiner Wilmer einen Brief an die Firmbewerber geschickt. „Im Moment ist noch nicht absehbar, wie und wann sich die Lage so entspannt, dass wir die Firmungen feiern können“, schreibt er.

Broermann erklärt, dass es in den Gemeinden nicht in jedem Jahr Firmbewerber gibt. Häufig würden die Vorbereitungen jahrgangsübergreifend angeboten. In der Pfarrgemeinde Bilshausen würde in diesem Jahr ohnehin keine Firmung gefeiert, erklärt Nicole Müller. Dafür bereitete sie in einem Team 17 Kinder für die Kommunion vor. Diese kommen aus Orten, die zu der Pfarrgemeinde Bilshausen gehören: Kinder aus Krebeck, Billingshausen und Gillersheim nehmen an den Kursen teil. Diese Vorbereitung stoppte allerdings Mitte März. „Die Gemeinden können eigenständiger als bei der Firmung entscheiden, ob sie die Vorbereitungskurse für die erste Kommunion organisieren“, sagt Broermann. Doch auch hier sei noch keine Entscheidung getroffen worden, wann die Kurse wieder beginnen.

Konfirmationen verschoben

In diesem Jahr feierten die Jugendlichen bislang keine Konfirmationen. Dafür erhielten sie an dem Tag, für den die Feier geplant war, einen Gruß von der Kirche: Vor ihrer Haustür fanden sie einen Brief und eine weitere Aufmerksamkeit. Thorsten Rohloff, Jugendpastor im Kirchenkreis Göttingen, ist optimistisch, dass die Feiern im September nachgeholt werden: „Wir müssen uns überlegen, wie die Jugendlichen eine schöne Feier haben können – denn diese können nur in kleinen Gruppen geschehen. Die Größe der jeweiligen Kirche wird da auch eine Rolle spielen“, sagt er. Außerdem warteten die Verantwortlichen noch auf einen Bescheid zu den Kontaktbeschränkungen.

„Ob die Konfirmationen in Geismar in diesem Jahr noch gefeiert werden, ist noch unklar“, sagt Pastor Gerhard Weber von der Martinsgemeinde Geismar. „Wir müssen das mit den Eltern besprechen. Daher warten wir auf Lockerungen des Kontaktverbots, damit ein Treffen mit den Eltern möglich ist“, erklärt er. Ganz individuell könnten die Eltern entscheiden, ob sie die Konfirmation in diesem Jahr in einem kleinen Rahmen feiern wollen, oder im nächsten Jahr.

Unterricht in kleinen Gruppen

Die Jugendlichen können momentan nicht wie gewohnt den Konfirmandenunterricht besuchen. „Die Möglichkeit, sich mit Konfirmandengruppen zu treffen, besteht – treffen sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen. Die Sicherheitsabstände müssen eingehalten werden. Dies müssen die Räumlichkeiten hergeben können“, sagt Rohloff. Üblicherweise beginnen vor oder nach den Sommerferien die Kurse für die neuen Konfirmanden. „Ich vermute, dass wir den Konfirmandenunterricht nach den Ferien in kleinen Gruppen starten können“, sagt Rohloff.

„Bei uns in der Gemeinde besuchen die Jugendlichen noch nicht wieder den Konfirmandenunterricht“, sagt Weber. Für die Achtklässler habe der Schulunterricht noch nicht begonnen. „An den Präsenzunterricht der Schulen orientieren wir uns“, so Weber.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 05.06.2020. Bericht Anja Semonjek.