Rat der Gemeinde beschließt Umgestaltung des Areals einstimmig

Das Kirchenumfeld in Bilshausen soll als Projekt des Integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK) des Bundesinnenministeriums zu einem Platz der Generationen umgestaltet werden. Im Mittelpunkt sollen Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen stehen.

„Wir wollen den Kirchenplatz für eine Mehrgenerationennutzung umgestalten“, sagte Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU), „damit Jung und Alt Möglichkeiten der Beschäftigung und der Ruhe finden.“ Einstimmig votierten die Mitglieder des Rates für das Konzept, welches der stellvertretende Bürgermeister Matthias Diederich (CDU) vorstellte. Einige Tage vor der Sitzung hatten sich zehn Leute aus dem Arbeitskreis getroffen, um die letzten Details zu besprechen. Auch der Heimat- und Verkehrsverein sei beteiligt gewesen, so Diederich.

Mehrere kleinere Spielgeräte aufstellen

Zurzeit werde der Platz um die Kirche hauptsächlich für das Pfarrfest genutzt, das alle zwei Jahre stattfinde, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister. Durch die Umgestaltung solle mit Blick auf den demografischen Wandel das Miteinander der Generationen hervorgehoben und gefördert werden. Unter anderem seien der Kindergarten, aber auch die Carena-Gruppe der Caritas nicht weit entfernt. „Zielsetzung ist, den Bereich nachhaltig zu gestalten.“

Die defekte Brunnenanlage aus den 1970er-Jahren sei nicht mehr zeitgemäß und solle einem Wasserlauf mit Spielelementen weichen, erläuterte Diederich. Der Bachlauf soll mit einem Pumpensystem ausgestattet werden, das nur Wasser gibt, wenn es benötigt wird. „Da wir Frischwasser verwenden müssen, soll es nicht dauerhaft fließen.“ Nicht geplant sei, einen Sandkasten anzulegen. Auch soll keine Schaukel aufgestellt werden, da diese zu viel Platz benötigen würde. „Wir wollen lieber mehrere kleine Spielgeräte aufstellen.“ Aber auch dafür müsse der Fallschutz berücksichtigt werden.

„Direkt vor dem Kirchturm soll nichts passieren“, sagte der stellvertretende Bürgermeister. Der Turm sei das älteste Bauwerk des Ortes. Stattdessen sei ein Stück weiter ein kleines Amphitheater aus Sandstein entsprechend dem Kirchengebäude geplant,welches Sitzmöglichkeiten biete und das Gefälle des Geländes auffange. Zur Ritterstraße sei eine Einfriedung im Bereich der Kinderspielgeräte geplant. Auch über Neuanpflanzungen sei gesprochen worden.

Neu in die Planungen wurde eine Boulebahn aufgenommen. Diese soll in den Ausmaßen von zwölf mal drei Metern angelegt werden. Für Senioren sollen Trainingsgeräte aufgestellt werden. Darüber hinaus soll eine Kräuterspirale angelegt werden. Dafür gebe es auch bereits jemanden, der sich darum kümmern will, erklärte Diederich auf den Einwand von Heidemarie Engelhardt (UWB), zu bedenken, dass eine solche Spirale viel Arbeit verursache. Dort könne es auch Kräuterführungen für Kinder geben, nannte er einen möglichen Nutzen.

Freigehalten werden soll auf Wunsch der Kirche der Platz für das Pfarrfest. Um dem Platz abends ein schönes Ambiente zu geben, sei vorgeschlagen worden, einen Baum mit Bodenstrahlern zu beleuchten, erzählte Diederich. Neugestaltet werden soll auch der Weg, der zum Kriegerdenkmal führt. Dieser solle dann aber nicht mehr die Breite von vier Metern haben. „Und das Blumenbeet, dass parallel zum jetzigen Weg verläuft, ist in den neuen Planungen nicht vorhanden. Wir werden es an anderer Stelle aufnehmen. An der Pfarrstraße sollen unter dem Zaun Platten verlegt werden, da der Bereich schlecht zu mähen sei.

Zwei Drittel Förderung aus Bundesmitteln

„Wir haben vor zwei Jahren mit den Planungen begonnen“, sagte Diederich. Jetzt könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. Als Kosten ohne die Boulebahn seien 60 000 Euro kalkuliert worden. Für die Boulebahn könne man rund 1000 Euro rechnen. Hinzu kämen noch Investitionen für einige kleine Spielgeräte, sodass von einer Gesamtinvestition von rund 700 000 Euro auszugehen sei. Davon sollen zwei Drittel mit Städtebaufördermitteln aus dem IEK-Progamm (Integriertes Entwicklungskonzept) gefördert werden. Ein Drittel zahle die Gemeinde.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 15.07.2019. Bericht Rüdiger Franke. Foto Mischke.