Jung kauft Alt

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  • Gemeinde Bilshausen fördert Ansiedlung junger Familien und den Erwerb alter Häuser

Jung kauft Alt

Gemeinde Bilshausen fördert Ansiedlung junger Familien und den Erwerb alter Häuser

Die Gemeinde Bilshausen will den Erwerb alter Häuser durch junge Familien unterstützen, ebenso das Bauen im Ortskern und in Baugebieten. Diesem Ziel dienen zwei Förderprogramme, deren Richtlinien die Mitglieder des Gemeinderates einstimmig beschlossen haben.

„Wir wollen dem demografischen Wandel entgegenwirken“, benannte Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU) ein wichtiges Ziel der Programme. Sie sollten dazu beitragen, dass möglichst junge Familien nach Bilshausen ziehen und junge Menschen im Ort bleiben, sagte sie am Rande der Sitzung. Dies könne einem Ausbluten des Dorfkerns entgegenwirken und zu einer Erhöhung der Einkommenssteueranteile führen. Die Programme sollten auch einen Beitrag dazu leisten, die Infrastruktur des Ortes zu erhalten und zu stärken, benannte Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker einen weiteren Aspekt.

Junge Familien kaufen alte Häuser

Mit dem Programm „Jung kauft Alt – junge Familien kaufen alte Häuser“ soll die Wiedernutzung leerstehender und Nachnutzung älterer Wohngebäude sowie der Gebäudeabbruch und Ersatzneubau gefördert werden. Förderfähig seien Gebäude in der Gemeinde, die entweder seit mindestens zwei Jahren leer stünden oder bei denen es sich um einen Altbau handele, der mindestens 40 Jahre alt sei. Anträge stellen könnten Erwerber, die das Gebäude selbst nutzten. Der Hauptwohnsitz müsse zehn Jahre in dem erworbenen Gebäude sein, macht die Richtlinie deutlich. Wer innerhalb dieser Frist verkaufe, vermiete oder den Hauptwohnsitz verlege, müsse den Förderbetrag anteilig erstatten.

Für das Erstellen eines Altbaugutachtens wolle die Gemeinde auf Antrag als Zuschüsse einen Grundbetrag von 600 Euro und einen Betrag von 300 Euro für jedes Kind bis zum 18. Lebensjahr gewähren, das zum Zeitpunkt der Antragsstellung zum Haushalt des Zuschussempfängers gehöre. „Der Höchstbetrag der einmaligen Förderung beträgt 1200 Euro pro Altbau“, erläutert Grobecker.

Höchstbetrag für laufende Förderung

Für den Erwerb eines Altbaus will die Gemeinde über eine Laufzeit von fünf Jahren einen jährlichen Grundbetrag von 800 Euro gewähren und einen Betrag von 500 Euro pro Kind. „Der Höchstbetrag für die laufende Förderung beträgt jährlich 2300 Euro“, berichtet Grobecker. Kämen während der Laufzeit der Förderung Kinder hinzu, erhöhe sich ab dem Geburtsjahr entsprechend der Kinderbetrag.

Das zweite Programm, „Bauen im Ortskern und in Baugebieten – Erwerb von Baulücken und Baugrundstücken“, soll den Ortskern stärken und die Innenentwicklung von Bilshausen fördern. Antragsberechtigte sollen einen Zuschuss zum Kauf eines Baugrundstücks erhalten. Ziel der Förderung sei es, „Familien die Schaffung von Wohnungseigentum zu ermöglichen oder zu erleichtern und Familien in Bilshausen zu halten“, heißt es in der Richtlinie. Für den Erwerb eines Grundstückes wolle die Gemeinde über eine Laufzeit von fünf Jahren einen Grundbetrag von 500 Euro jährlich und einen Erhöhungsbetrag von 500 Euro jährlich für jedes Kind gewähren. Der Höchstbetrag bei diesem Programm liege bei 2000 Euro jährlich. „Beide Programme treten am 1. Januar 2018 in Kraft“, betonte Bürgermeisterin Kreis.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 15.12.2017. Bericht Axel Artmann.

2017-12-15T18:23:54+00:00Montag, 18. Dezember 2017|