Bilshausen: Beschlüsse für den Jugendraum sollen noch im Mai gefasst werden

Die neuen Jugendräume in Gieboldehausen und in Tiftlingerode sind so gut wie fertig. Genutzt werden können sie derzeit jedoch nicht. Die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie führen dazu, dass die Türen geschlossen und die Jugendlichen vorerst draußen bleiben müssen. Und beim Jugendraum in der früheren Feuerwehrgarage in Bilshausen geht es seit Monaten gar nicht voran.

Räume sind bezugsfertig

„Die Bauarbeiten sind abgeschlossen und der Raum bezugsfertig“, sagt Karin Wilde, Verwaltungsmitarbeiterin im Flecken Gieboldehausen. Mitte März waren die Umbauarbeiten im ehemaligen Kohlenkeller der Grundschule beendet und die Jugendlichen hätten ihren neuen Treffpunkt einrichten können. Doch dann kam Corona. Es sei „sehr schade, dass wir so ausgebremst werden“, meint Wilde. Die Gieboldehäuser Jugendlichen wollten sich längst um die Inneneinrichtung kümmern, den Küchen- und Thekenbereich einbauen und aus Paletten Sitzgelegenheiten bauen.

Im Herbst vergangenen Jahres hatten die Umbauarbeiten begonnen. Jetzt stehen den Jugendlichen knapp 100 Quadratmeter zur Verfügung: ein Aufenthaltsraum mit etwa 52 Quadratmetern, daran angrenzend eine Küchenzeile und ein etwa zehn Quadratmeter großer Abstellraum, dazu ein Flur und der Sanitärbereich. Viel Platz und eine eigene Toilette war den Jugendlichen besonders wichtig. Eine große Sofaecke, ein Kicker oder Billardtisch und Spiele gehörten zu den weiteren Wünschen, wie die jungen Leute bei einer Ortsbesichtigung im Januar betonten.

Ausstattung vorhanden

Zum Einzug der Jugendlichen bereit wäre auch der Jugendtreff in Tiftlingerode. „Lediglich die Versiegelung des Fußbodens fehlt noch“, sagt Ortsbürgermeister Gerd Goebel und kündigt an, dass dies in den nächsten Tagen erledigt werde. Mit Abschluss der Bauarbeiten zur Erweiterung des Gemeindezentrums St. Nikolaus steht im Untergeschoss ein Raum zur Verfügung, und auch die Ausstattung ist bereits vorhanden, darunter das Mobiliar, WLAN-Anschluss oder auch ein TV-Gerät.

Auch in Tiftlingerode haben die Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einer Eröffnung des neuen Jugendraums einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Blöd ist das schon“, kommentiert Lennart Jautz, einer der Jugendlichen, der eigens ein Jugendraumcoaching absolviert hat. Der 16-Jährige berichtet, dass derzeit etwa sieben bis zehn Jugendliche aus Tiftlingerode darauf hoffen, dass sie sich in den neuen Räumen treffen können.

Die Jugendlichen, die sich seit vergangenem Jahr für einen Treffpunkt in Bilshausen engagieren, wären froh, wenn sie schon so weit wären. Noch im Sommer hatte man ihnen Hoffnung gemacht, die frühere Garage der Feuerwehr könnte zum Jugendraum umfunktioniert werden. Doch so einfach, wie sich das Gemeinderat und Bürgermeisterin erhofft hatten, sollte es nicht gehen. Unter anderem um einen separaten Zugang zu den Sanitäranlagen zu ermöglichen, muss eine Trennwand eingebaut werden – gemauert, statt nur in Leichtbauweise.

„Sind auf der Zielgeraden“

Für das Vorhaben bedarf es einer Baugenehmigung, doch der Landkreis hatte zum Bauantrag noch Unterlagen eingefordert. Dadurch habe sich das alles verzögert, sagt Gemeindedirektor Steffen Ahrenhold (CDU). Weil es sich um eine Umnutzung des Gebäudes handle, müssten beispielsweise Stellplätze auf dem Grundstück nachgewiesen werden. „Jetzt sind wir auf der Zielgeraden“, kündigt Ahrenhold an. Beschlüsse im Gemeinderat sollen noch im Mai gefasst werden.

Dass sich das Projekt Jugendraum in Bilshausen so lange hingezogen hat, bezeichnet Samantha Kubith als „blöd“. Die Jugendlichen hätten sich seit vergangenem Sommer gefreut, geplant und sogar schon ein Sofa organisiert, berichtet die 19-Jährige, die sich mit anderen für den Jugendraum in Bilshausen engagiert. Auch Marie Louis Wüstefeld ist enttäuscht. „Ich werde im Sommer 17“, sagt sie und befürchtet, dass einige der Jugendlichen irgendwann aus dem Alter für einen Jugendraum heraus seien. Durch die Verzögerungen „geht auch die Motivation verloren“. Viel eher hätten die Jugendlichen Verständnis, wenn der Jugendraum wie in Gieboldehausen wegen der Corona-Beschränkungen nicht öffnen dürfte, meint Wüstefeld.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 14.05.2020. Bericht und Foto Britta Eichner-Ramm.