Jede Menge Trödel wechselt Besitzer

//Jede Menge Trödel wechselt Besitzer
  • Elisabeth Adler und Doris Grau fachsimpeln über die Angebote. Foto: art

Jede Menge Trödel wechselt Besitzer

55 Teilnehmer auf 43 Grundstücken beim ersten Dorfflohmarkt  / Viele Angebote für Sammler

Händlerisches Geschick ist am Sonntag in Bilshausen gefragt gewesen. Beim ersten Dorfflohmarkt wechselte viel Trödel den Besitzer.

„Ich wollte mal meine Schränke ausmisten“, sagte Elisabeth Adler. Sie gehörte zu den 55 Anbietern, die auf 43 privaten Grundstücken im gesamten Ort verteilt ihre Stände aufgebaut hatten. Das Konzept des Flohmarktes sei „einfach nur genial“. Es biete die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen und belebe den Ort. Zu Hause würde „eh nur alles vollstauben“.

Zu den Kunden an ihrem Stand gehörte Dora Grau. „Das ist mein Hobby, zu Flohmärkten zu fahren“, sagte die Besucherin aus Bad Sachsa. „Ich suche nichts, ich finde nur“, laute ihre Devise. In Bilshausen fand sie einen alten Kassettenkoffer. „Irgendwann will ich selbst mal einen Flohmarkt ausrichten und handgefertigte Spitzen anbieten.“

„Die Straße war schon eine Stunde vor Eröffnung voll“, erzählte Lena Walter aus Westerode, die mit ihrer Mutter Birgit Biermann einen großen Verkaufsbereich vor ihrem Elternhaus aufgebaut hatte. An ihrem Stand gab es außer Kleidungsteilen, die ihren Kinder zu klein geworden waren, unter anderem Porzellan und Zinnfiguren. „Der Flohmarkt bringt Menschen ins Gespräch, man sieht Leute, die man sonst nicht so oft sieht“, betonte Biermann. Der Flohmarkt kann einen Beitrag dazu leisten, die örtliche Gemeinschaft zu festigen, meinte auch Tanja Pfeuffer. Zu Ihrem Angebot gehörten unter anderem „Spielsachen, die man nicht zwanzig Jahre aufheben will, bis die Enkelkinder kommen“. Geschirr ihrer verstorbenen Großeltern gehörte ebenso zum Programm wie Bücher, Werkzeug und Schallplatten ihrer Eltern. Ihr Vater Gerhard Dabelstein nutzte den Flohmarkt, um alte analoge Geräte wie seine Foto- und Diaasrüstung und Videokamera zu verkaufen. „Uns haben um acht Uhr schon Besucher aus Hannover rausgeklingelt“, berichtete Dabelstein.

Ein Renner am Stand von Carolin Wüstefeld waren alte Emailleschüsseln, Kleidungsteile, aber auch Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg wie Broschen, Orden, Helme und anderes. Das Publikum sei sehr interessiert gewesen, viele kämen mit konkreten Vorstellungen.

Alte Fotoapparte und Röhrenradios sind gefragt

Alte funktionsfähige Fotoapparate und Röhrenradios suchte Alfons Sommer aus Gieboldehausen für seine Ehefrau Marina Dunkel. „Man kann mit alten analogen Geräten genauere Bilder machen“, schilderte sie ihre Erfahrungen

„Es ist schön was los“, freute sich Tina Isermann, die mit Katrin Nöfer den Flohmarkt organisierte hatte. „Wir hören uns um und wollen den Flohmarkt 2019 wieder organisieren“, kündigte sie an.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 30.07.2018. Bericht und Foto Axel Artmann.

2018-07-30T07:11:18+00:00Donnerstag, 2. August 2018|