Übersicht über bauliche Maßnahmen in den vier Grundschulen der Samtgemeinde Gieboldehausen

Barrierefreiheit und Inklusion sind heute bei neu errichteten öffentlichen Gebäuden selbstverständlich. Ganz anders bei Bestandsimmobilien wie etwa Grundschulen. Die Samtgemeinde ist für vier Grundschulen zuständig und muss bis spätestens Ende Juli 2024 nachbessern, um die geforderten Mindeststandards bei der Inklusion zu gewährleisten.

Welche Möglichkeiten und Erfordernisse für die jeweilige Schule in- frage kommen, hat kürzlich Christina Kutzborski, Fachbereichsleiterin Bauen der Samtgemeindeverwaltung, im Fachausschuss vorgestellt. Den rechtlichen Rahmen gibt das Niedersächsische Schulgesetz vor, nach dem inklusive Schulen allen Schülerinnen und Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang ermöglichen sollen. Für die Grundschulen Gieboldehausen, Bilshausen, Obernfeld und Rhumspringe sind dafür bauliche Veränderungen und damit Investitionen erforderlich. Die Samtgemeinde will Fördermittel aus dem Investitionsförderprogramm des Landkreises für kreisangehörige Gemeinden (LunIBiF) einsetzen und in erster Linie Fahrstühle und Treppenlifter einbauen.

Vorgaben zur Ausgestaltung der Schulanlagen mache das niedersächsische Kultusministerium nicht, erläuterte Kutzborski und zitierte aus einer Mail des Ministeriums vom März: „Was als erforderlich (bei der Errichtung von Schulanlagen), notwendig (bei deren Ausstattung) und ordnungsgemäß (bei deren Unterhaltung) anzusehen ist, entscheidet der Schulträger in eigener Zuständigkeit.“ In vorangegangenen Beratungen hatte die Politik der Verwaltung den Auftrag gegeben, zu klären, ob an der Grundschule Rhumspringe der Bau eines zweiten Fahrstuhls notwendig ist.

 

▶ Grundschule Rhumspringe

Mit LunIBiF-Mitteln soll an der Reinhard-Horn-Grundschule Rhumspringe nun nur ein Fahrstuhl gebaut werden. Der Anbau des Aufzugs ist bei der Pausenhalle vorgesehen, im Gebäudeinneren soll eine Rampe hergestellt werden, verdeutlichte Kutzborski anhand des Grundrisses. „Mit den Arbeiten wird noch dieses Jahr begonnen.“ Diese Maßnahme soll als Erstes umgesetzt werden, weil man sich durch die Bauarbeiten für den Kindergarten der Gemeinde Rhumspringe Synergien erhofft. Mit dem Kita-Neubau soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Im Jahr 2023 soll dann für die Bücherei im Schulgebäude Rhumspringe ein Zugang gebaut werden. Mit dieser Lösung könnten Investitionen in Höhe von 80 000 bis 100 000 Euro eingespart werden. Am Ende werde nur ein Klassenraum der gesamten Schule nicht barrierefrei erreichbar sein.

2016/2017 wurden nach Angaben Kutzborskis an der Grundschule Rhumspringe „die Voraussetzungen für die Beschulung eines hörgeschädigten Kindes geschaffen, damit das Kind weiterhin im Klassenverband beschult werden konnte“.

 

▶ Grundschule Gieboldehausen

Größter Handlungsbedarf in Bezug auf Inklusion bestehe momentan an der Schwerpunktschule für Inklusion. Schwerpunktschule für die Förderschwerpunkte geistige, körperliche und motorische Entwicklung sowie Sehen und Hören ist bis zum Ablauf der Übergangsfrist am 31. Juli 2024 die Grundschule Gieboldehausen.

Im kommenden Jahr sollen zwei Treppenlifte und ein Fahrstuhl eingebaut werden, so Kutzborski. Der westliche, entlang der St.-Laurentius-Straße gelegene Gebäudeflügel bekommt einen Fahrstuhl, damit die Räume im Obergeschoss barrierefrei erreichbar werden, für den östlichen Schultrakt genügen Treppenlifter in Erdgeschoss und Obergeschoss.

 

▶ Grundschule Bilshausen

Zwei Fahrstühle sollen an der Grundschule Bilshausen die Barrierefreiheit ermöglichen. Diese sollen im Jahr 2022 gebaut werden. Einer der Außenfahrstühle soll Keller-, Erd- und Obergeschoss des Gebäudetraktes erschließen, der zum Teil auch von der Feuerwehr genutzt wird. Der zweite Fahrstuhl soll an den Gebäudeflügel entlang der Rosenstraße von der Hofseite her angebaut werden.

 

▶ Grundschule Obernfeld

An der Grundschule Obernfeld soll ein Aufzug an der westlichen Fassade angebaut werden und vom Schulhof her soll es eine Rampe geben. Außerdem ist im Obergeschoss beim Übergang zum früheren gemeindeeigenen Gebäudeteil ein Treppenlift zum Ausgleich der Höhendifferenz notwendig.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 14.09.2020. Bericht Britta Eichner-Ramm.