Imposante Instrumente

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  • Florian Pabst (Mitte) referiert über Orgelbau.foto: eckermann

Imposante Instrumente

Florian Pabst referiert beim Kolping-Gedenktag in Bilshausen über Orgeln

Alle Register hat Florian Pabst in seinem Vortrag bei der Bilshäuser Kolpingsfamilie gezogen: Während des Frühstücks zum Kolping-Gedenktag lieferte er einen Schnelldurchlauf durch Orgelbau und das Spiel an den imposanten Instrumenten.

Erstmals referierte der Orgelbauer, der seit 2002 in dem Beruf arbeitet, über seine Tätigkeit. Die rund 50 Zuhörer hatte er aber trotz fehlende Routine sofort auf seiner Seite, als er von Froschmaulbälgen, Klaviaturen, Trakturen und Pfeifen sprach. Die Zuschauer betrachteten das Gesellenstück des Orgelbauers, eine Prozessionsorgel im Miniaturformat, sowie eindrucksvolle Bilder der Instrumente, an denen Pabst mit seiner Firma aus der Nähe von Hannover schon gearbeitet hatte. Außerdem ließen sie sich die Unterschiede in der künstlerischen Gestaltung der Gehäuse vom Mittelalter über die Epoche des Barock bis hin zur Neuzeit schildern. Bis zum Mittelalter sei eine Orgel in Kirchen verpönt gewesen, erfuhren die Zuhörer, denn sie seien in Arenen – und damit gegen die Kirche – verwendet worden.

Erst später sei das Ansehen gestiegen, als Orgeln zunächst in Bischofskirchen, dann in Klöstern und schließlich auch in kleinen Kirchen eingesetzt wurden. Auch klanglich habe es eine Entwicklung gegeben, berichtete Pabst, der auch Organist ist. So seien beispielsweise romantische Instrumente sinfonisch ausgelegt, versuchten also, ein ganzes Orchester zu imitieren. Eine besondere Herausforderung stelle die „Vox Humana“ dar, ein Register, das klingen solle wie eine menschliche Stimme und das beispielsweise in Duderstadt in St. Cyriakus sowie in den Kirchen in Bilshausen und Lindau verbaut sei. Einige Anekdoten rankten um das Register, sagte Pabst und erzählte eine: Um eine klingende Vox Humana zu installieren, sei ein Orgelbauer den Pakt mit dem Teufel eingegangen. Der erledigte seinen Teil der Verabredung so gründlich, dass die Mönche im Kloster beim ersten Ton weltlichen Freuden nachgegangen seien. Der Orgelbauer sei daraufhin im Kerker gelandet, woraufhin die Orgel nur noch gewimmert habe. Erst als man ihn freigelassen habe, sei der Klang der Vox Humana wieder in voller Schönheit zu hören gewesen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 08.12.2016. Bericht und Foto Nadine Eckermann.

2016-12-08T16:15:05+00:00 Sonntag, 11. Dezember 2016|