Hundegrab im Garten ist legitim

//Hundegrab im Garten ist legitim
  • Treue über das Grab hinaus: Viele Tierhalter halten die Erinnerung an ihren Hund wach, Grabstätten im Garten sind erlaubt.foto: Hinzmann

Hundegrab im Garten ist legitim

Gesetz schreibt keine Größenbeschränkung vor / Trendwende durch Krematorien und Tierfriedhöfe

Zu einer Beschwerde beim Ordnungsamt hat ein Labrador geführt, der in einem Duderstädter Wohnbaugebiet begraben wurde. Das ist aber rechtens. Die letzte Ruhestätte für Haustiere sorgt immer wieder für Irritationen und Nachfragen bei den Behörden.

Auf städtischem Gebiet sei einfach ein Hund beigesetzt worden – in aller Öffentlichkeit – mit Grabstein, schreibt die Beschwerdeführerin bei Facebook: „So etwas geht überhaupt nicht, zumal in dem Gebiet wilde Tiere herumlaufen.“ Es geht aber doch. Der Labrador sei nicht auf öffentlichem Grund und Boden, sondern auf einem Privatgrundstück begraben worden, sagt Ordnungsamtsleiterin Sabine Holste-Hoffmann: „Laut Tierkörperbeseitigungsgesetz ist das legitim.“ Auch Größenvorgaben für Hunde sehe das Gesetz nicht vor: „Einzelne Körper von Hunden, Katzen, Ferkeln, Kaninchen, unter vier Wochen alte Schaf- und Ziegenlämmer, Geflügel, Vögel und Kleintiere dürfen auf eigenem Gelände oder einem zugewiesenen Platz begraben werden.“ Das gelte allerdings nicht in Wasserschutzgebieten oder unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Wegen und Plätzen. Zudem schreibt das Gesetz vor, dass die Kadaver von mindestens 50 Zentimeter Erdschicht bedeckt sein müssen. Als Abstandsempfehlung zur Grundstücksgrenze nennt Landkreissprecher Ulrich Lottmann nach Rücksprache mit dem Veterinäramt drei Meter.

Auch das Veterinäramt, das sich auf die „Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung“ bezieht, bestätigt, dass Heimtiere auf dem Gelände des Tierhalters begraben werden dürfen. Über die Größe des Tierkörpers werde in der Verordnung nichts gesagt, teilt Lottmann mit: „In der Regel sollte er die normale Größe eines Hundes, beispielsweise eines Cocker-Spaniels, nicht überschreiten.“ Die maximale Größe eines Tierkörpers könne allenfalls in örtlichen Regelungen der Gemeinden festgelegt werden.

Die gibt es aber weder in der Stadt Duderstadt noch in der Samtgemeinde Gieboldehausen. Das Thema erfordere Fingerspitzengefühlt, sagt Samtgemeinde-Ordnungsamtsleiter Ansgar Papke. Auch er hält eine „normale Hundegröße“ für unproblematisch, würde aber davon abraten, eine Dogge oder einen Irischen Wolfshund im Garten zu beerdigen. Auch Tierärzte raten bei größeren Hunden davon ab. Im Wald dürfen tote Katzen und Hunde ebenso wenig vergraben, wie im Haus- oder Biomüll entsorgt werden. Keine rechtlichen Hindernisse gibt es für das andere Extrem: Wer die hohen Kosten für das Ausstopfen nicht scheut, kann seinen vierbeinigen Liebling auch zum Präparator bringen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 10.09.2016. Bericht Kuno Mahnkopf. Foto Hinzmann.

2016-09-11T06:33:48+00:00 Montag, 12. September 2016|