Energiepark-Entwickler UKA will Möglichkeiten im Flächennutzungsplan nutzen

Der Energieparkentwickler Umweltgerechte Kraftanlagen (UKA), der den Windpark am Höherberg bei Gieboldehausen projektiert und 2019 fertiggestellt hat, plant weitere Windenergieanlagen in der Samtgemeinde Gieboldehausen. Unter anderem soll der Windpark am Höherberg erweitert werden. Außerdem sei „seit einigen Jahren die Errichtung von sechs Windenergieanlagen am Pinnekenberg“ vorgesehen. Bei beiden Vorhaben will das Unternehmen die Möglichkeiten nutzen, die der Flächennutzungsplan der Samtgemeinde mit den dort ausgewiesenen Vorrangflächen Windenergie bietet.

„Rechtsmittel eingelegt“

Während sich das Erweiterungsprojekt Höherberg nach UKA-Angaben noch „in einem frühen Stadium“ befinde, tut sich bei dem im Sommer 2018 beantragten geplanten Bau von sechs Windenergieanlagen am Pinnekenberg zunächst einmal nichts. Der Antrag für die sechs Windräder am Pinnekenberg – „es handelt sich hier wie am Höherberg um eine Fläche, die im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Gieboldehausen als Konzentrationsfläche für Windenergieanlagen ausgewiesen ist“ – sei von der Genehmigungsbehörde „zunächst abgelehnt“ worden, teilt Unternehmenssprecher Benedikt Laubert mit. „Inzwischen wurden aber Rechtsmittel eingelegt.“ Die endgültige Entscheidung über den Antrag stehe derzeit noch aus.

Das bestätigt Andrea Riedel-Elsner, Sprecherin der Landkreisverwaltung Göttingen. „Der immissionsschutzrechtliche Genehmigungsantrag wurde mit Bescheid vom 12. Mai 2020 aus artenschutzrechtlichen Gründen abgelehnt. Es wurden vom Antragsteller Rechtsmittel gegen die ablehnende Entscheidung eingelegt.“ Gegen die Windparkpläne am Pinnekenberg hatte sich auch Widerstand in den Gremien vor Ort formiert.

UKA-Sprecher Laubert weist darauf hin, dass die Energieparkentwickler „mehrere Projektansätze in der Region“ verfolgten und sich „dafür in Gesprächen mit potenziellen Partnern“ befänden. Geplant werde auf sogenannten Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen, die im Flächennutzungsplan (FNP) der Samtgemeinde Gieboldehausen „für die windenergetische Nutzung festgelegt wurden. Im FNP hat die Samtgemeinde zwei Konzentrationsflächen festgelegt. Auf der Fläche am Höherberg stehen bereits die Anlagen des Windparks Höherberg bei Gieboldehausen. Dort ist auch die genannte Erweiterung geplant. Die zweite von der Samtgemeinde festgelegte Konzentrationsfläche liegt am Pinnekenberg.“

Vorplanungen für Erweiterung

Am Höherberg hatte die UKA-Gruppe acht Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 28,5 Megawatt projektiert und zwischen 2016 und 2019 errichtet. Es handelt sich hierbei um zwei Vestas V126 mit einer Nennleistung von je 3,45 Megawatt sowie sechs Vestas V136 mit je 3,6 Megawatt. Mit Blick auf die geplante Erweiterung teilt Laubert mit: „Das Projekt befindet sich in einem frühen Stadium, sodass viele Punkte, wie etwa der Anlagentyp oder die voraussichtlich erzeugte Strommenge, noch nicht feststehen.“

„Es erfolgen derzeit Vorplanungen durch einen Projekteur zur Erweiterung des bestehenden Windparks am Höherberg“, informiert auch die Landkreissprecherin über den aktuellen Sachstand. „Konkrete Unterlagen und Informationen liegen derzeit jedoch nicht vor. Ein Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung ist bisher nicht gestellt.“

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 24.07.2020. Bericht Britta Eichner-Ramm. Foto Franke.