Hinweise auf Windparks, Marder, Minen

//Hinweise auf Windparks, Marder, Minen

Hinweise auf Windparks, Marder, Minen

Nach informeller Beteiligungsphase zum Projekt Südlink bereitet Tennet derzeit Genehmigungsantrag vor

Mehr als 6500 Hinweise sind bundesweit in der ersten Beteiligungsphase zu den möglichen Erdkabeltrassen-Korridoren für die geplante Südlink-Stromtrasse eingegangen. Diese werden zurzeit vom Netzbetreiber Tennet geprüft. Auch aus Südniedersachsen wurden Hinweise bewertet.

Die Strom-Autobahn namens Südlink soll die Energie von den Offshore-Windparks an der Nordsee nach Süddeutschland transportieren. Die möglichen Erdkabel-Trassenkorridore verlaufen auch durch die Region. Dazu hatten Bürger, Kommunen, Behörden und Verbände zwei Monate lang Zeit, über das Geografische Informationssystem (GIS) Hinweise zu geben. Viele sind bereits ausgewertet und auf einer interaktiven Karte mit einer Bewertung versehen.

Für Südniedersachsen finden sich einige interessante Hinweise und Einschätzungen. Soll über den Südlink künftig der Strom von den Windenergieanlagen an der Nordsee fließen, könnten geplante Windenergieanlagen-Konzentrationsflächen vor allem im Bereich der Samtgemeinde Gieboldehausen für die geplante Erdkabeltrasse zum Problem werden. Zwar könnten Windkraftanlagenfelder mit einem Erdkabel durchquert werden. Aber ausgewiesene Vorrang- und Eignungsgebiete für Windenergienutzung könnten eine Einschränkung der Nutzbarkeit der Gebiete verursachen.

Hingewiesen wurde auf eine mögliche „Überbündelung überörtlicher Infrastruktureinrichtungen in der Region“ aufgrund von zwei Bahntrassen, zwei Autobahnen, vier überregionalen Stromtrassen, überregionalen Glasfaserkabeln, Richtfunkstrecken, Bundeswehr-Übungsflugstrecken und einer Nord-Süd-Erdgastrasse. In der Bewertung wird einerseits festgestellt, dass durch eine Bündelung Umweltauswirkungen durch eine Neuzerschneidung reduziert werden könnten. Andererseits existierten häufig gerade in den für eine Bündelung in Frage kommenden Bereichen „besonders hochwertige Biotopstrukturen“. Eine Reihe von Anmerkungen gibt es rund um das Thema Landwirtschaft. Unter anderem liegt östlich von Harste ein Aussiedlerhof am Rande des Trassenkorridors. Hier heißt es in der Bewertung des Hinweises: Auswirkungen von Gleichstromkabeln auf die landwirtschaftliche Nutzung seien „vergleichbar mit anderer unterirdischer Infrastruktur“. Während der Bauzeit ließen sich „kurzzeitige Beeinträchtigungen“ nicht vermeiden. Die Bewirtschaftung der Flächen, unter denen Erdkabel verlegt würden, werde durch eine Verlegung der Kabel in einer Tiefe von 1,5 bis 1,8 Meter sichergestellt. Für eine spätere Prüfung dokumentiert wurden Hinweise aus dem Bereich Artenschutz. Dazu zählen Hinweise auf Baummardervorkommen in der Feldmark südlich von Lütgenrode, Zauneidechsenvorkommen westlich von Elliehausen und Rotmilanbrutgebiete zwischen Dramfeld und Klein Schneen sowie südlich von Nesselröden.

Auch zu den Bereichen der Trassenkorridore, die Schutzgebiete betreffen, finden sich im GIS Aussagen. So ist etwa das Landschaftsschutzgebiet Leinetal betroffen, das aufgrund seiner Ausdehnung nicht vollständig umgangen werden könne. Die FFH-Gebiete östlich von Dramfeld hingegen bilden laut Bewertung einen Querriegel, der „an möglichst schmaler Stelle“ mittels eines speziellen Bohrverfahrens überwunden werden könnte. Auch am früheren Grenzstreifen bei Ecklingerode sollen die Auswirkungen des Netzausbaus möglichst minimiert werden. Dokumentiert, nicht aber kommentiert wurde der Hinweis auf ein „Risikogebiet für Landminen“, ebenfalls im früheren Grenzbereich. Der Modellflugplatz westlich Elliehausen wurde bei der Planung berücksichtigt, heißt es. Für das Gelände bestehe „ausreichender Passageraum“. Zu dieser Einschätzung kommt die Bewertung auch für den Bereich zwischen Hetjershausen und Groß Ellershausen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 11.02.2017. Bericht Britta Eichner-ramm.

2017-02-13T08:14:28+00:00 Dienstag, 14. Februar2017|0 Kommentare