Hallen-Sanierung: Bilshäuser Sportvereine müssen sich bis zum Ende des Monats April eine neue Bleibe suchen / Für die Radballer ist momentan Hochsaison

Die Bilshäuser Carl-Strüber-Sporthalle bekommt einen neuen Hallenboden. Nach einem Wasserschaden beginnt die Sanierung am Montag, 11. Februar. Für die Sportler bedeutet die gut zweimonatige Bauphase einen erheblichen Mehraufwand.

Besonders stark betroffen sind die Radballer des RV Möve Bilshausen. „Wir müssen unseren Geräteraum komplett leer räumen, auch dort wird der Boden erneuert“, berichtet Trainer Franz-Josef Adler. Neben den 35 dort gelagerten Rädern stehen dort auch ein Materialschrank, eine Werkbank und ein Kompressor. „Wir können alles in einer Scheune zwischenlagern“, sagt der engagierte Coach, der von dem Wasserschaden schon seit Oktober weiß. „Er ist aufgetreten, als wir ein Turnierwochenende mit 46 Teams aus ganz Deutschland hatten. Das hat uns viel Arbeit gemacht und Nerven gekostet.“

Weil in der Schulturnhalle kein Platz für das Equipment der Radballer ist, sind die „Möven“ mit ihren 13 Mannschaften anderweitig untergekommen: Die U19 und die Herren trainieren in Obernfeld mit den Stahlross-Bundesligateams, der Nachwuchs und die leistungsschwächeren Herrenteams wurden vom RV Wanderlust in Gieboldehausen aufgenommen. Dort werden auch einige Räder gelagert, die Gieboldehäuser haben Platz geschaffen.

In Sachen Punktspiele ist für die Radballer gerade Hochsaison. Auf Heimspiele müssen sie verzichten. „Die konnten wir wegdrücken. Das Zweitliga-Spiel unserer ersten Herren nach dem Aufstieg findet erst Ende Mai statt, da gab es einen Tausch. Das lief alles problemlos“, sagt Franz-Josef Adler, der in den vergangenen Wochen viel Zeit in die Lösung der logistischen Herausforderungen gesteckt hat.

„Für uns ist die Schließung nicht so dramatisch“, sagt Carsten Kamrad, sportlicher Leiter des JFV Rhume-Oder. Vier Stunden sind die C- und B-Junioren-Fußballer in dieser Wintersaison in der Halle. „Bald beginnt ja die Freiluftsaison, darauf bereiten wir uns dann sowieso draußen vor.“ Der Wulftener bezeichnet die Sanierung als „Sechser im Lotto“. Nach der energetischen Sanierung im vergangenen Jahr und dem Verlegen des von der Versicherung komplett bezahlten neuen Bodens sei die Halle danach dann „fast wie neu“.

„Dann fehlen eigentlich nur noch die sanitären Anlagen“, ergänzt Bernward Adler, stellvertretender Vorsitzender des SV Blau-Weiß Bilshausen, der die Situation gelassen sieht. Er kümmert sich um die Teams der G-, E- und F-Junioren, die als JSG Wulften/Bilshausen am Punktspielbetrieb teilnehmen. „Wir müssen ja nur ein Ballnetz, ein paar Leibchen und Hütchen mit in die Schulturnhalle nehmen.“ Dort haben die drei Altersklassen freitags Trainingszeiten bekommen. „Es könnte eng werden, weil die Gruppen doch sehr groß sind, aber das kriegen wir hin.“ Noch sind die E- und F-Junioren im Rennen um die Hallenkreismeisterschaft. Wenn hier die Entscheidungen gefallen sind, könnte er sich vorstellen, „dass wir auch schon vier Wochen früher als geplant draußen trainieren“. Die Unterstützung des Grundschul-Hausmeisters Bruno Wüstefeld lobte Adler ausdrücklich.

Die Zusammenarbeit ist grundsätzlich gut gelaufen, betont Jörg Fahlbusch, der Vorsitzende des Turnvereins Deutsche Eiche Bilshausen. Ratsmitglied Richard Neumann (SPD) habe alle Betroffenen umfänglich informiert und man habe gemeinsam nach einer Lösung gesucht. „Letztlich haben sich aber alle Sparten und Übungsleiter selbst gekümmert. Natürlich ist der Zeitpunkt nicht optimal, jetzt läuft der Sportbetrieb auf Hochtouren. Aber es ging nicht anders, schließlich müssen sich ja auch Firmen finden, die die Sanierung zeitlich ausführen können.“

Haupt-Betroffene des Turnvereins sind die Tischtennis-Spieler. „Der Zeitpunkt mitten in der Saison ist – ehrlich gesagt – blöd“, sagt auch Abteilungsleiter Robin Hillebrecht. Ihm war es wichtig, dass das Jugendtraining mit mehr als 30 Kindern möglichst uneingeschränkt laufen kann. Zwei Nachmittage steht die Schulsporthalle zur Verfügung. Die Spieler der Herren kommen zum Training bei den Nachbarvereinen in den Hallen in Krebeck, Rüdershausen und Rhumspringe unter. Sonnabends können Punktspiele in Bilshausen stattfinden, die Damen haben in der Bezirksliga schon alle Heimspiele vorgezogen. Mehr als 40 Partien verschiedener Mannschaften fallen in diesen Zeitraum. Noch nicht alle sind terminiert. Zu den sechs alten Platten in der Schulturnhalle sind noch einmal vier neue Platten gebracht worden. Nur diese können für die Punktspiele verwendet werden.

Diethard Rudolph hat auch die Möglichkeit mit den Nachwuchs-Leichtathleten des TVB in die kleinere Schulturnhalle umzuziehen. „Über Land wäre ich mit den Kindern nicht gefahren, dann hätten wir eben einige Wochen Pause gemacht“, sagt der langjährige Übungsleiter, der knapp 20 Kinder einmal pro Woche für zwei Stunden betreut.

Die Badmintonspieler des TV Deutsche Eiche haben selbst die Initiative übernommen: „Als wir von der Schließung erfahren haben, haben wir uns umgehört bei den Vereinen, mit denen wir engen Kontakt haben. Wir brauchen ja eine Halle mit Spielfeldmarkierungen“, berichtet Abteilungsleiterin Christine Reuse. Die etwa zehnköpfige Gruppe trainiert in den nächsten Wochen nun regelmäßig im gut sieben Kilometer entfernten Krebeck mit den Spielern der DJK. „Das passt gut, der Trainingstag bleibt Montag, die Zeit ist auch nahezu identisch. Wir müssen ja nur unseren Schläger in der Tasche packen und können losfahren.“

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 08.02.2019. Bericht Kathrin Lienig. Foto Schneemann.