Verwaltungsvertreter hat vier Dekaden lang Projekte in Bilshausen begleitet

Als Auszubildender bei der Samtgemeinde Gieboldehausen sollte Klaus-Dieter Grobecker 1974 eigentlich nur 14 Tage in der Mitgliedsgemeinde Bilshausen tätig werden. Daraus wurden 15 Monate. Und dabei blieb es nicht. Bei wechselndem Status hat der 62-Jährige vier Jahrzehnte lang Verwaltungsaufgaben in Bilshausen übernommen. In der Ratssitzung am Donnerstag wurde er als Verwaltungsvertreter des Bürgermeisters verabschiedet. In dieses Amt ist er 1996 gewählt worden.

„Ich bin mit der Zweigleisigkeit gekommen und gehe mit der Zweigleisigkeit“, sagt Grobecker. De facto oblagen ihm aber auch in der eingleisigen Zeit, als Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU) repräsentative und administrative Leiterin der Gemeinde war, weitgehend die Verwaltungsaufgaben. Die hat jetzt mit der Rückkehr zur Zweigleisigkeit Samtgemeinde-Bürgermeister Steffen Ahrenhold (CDU) als Gemeindedirektor übernommen, Kreis zieht sich auf repräsentative Aufgaben zurück.

Gefragte Kompetenz
Klaus-Dieter Grobecker. Verwaltungsvertreter der Bürgermeisterin.

Schon bei seinen ersten Schritten als Azubi unter dem damaligen Bürgermeister Carl Strüber sei er eigenverantwortlich mit Projekten betraut worden, habe sich gefordert und motiviert gefühlt, erinnert sich Grobecker. Die Gemeinde, in der er mit offenen Armen empfangen worden sei und mit der er sich auch emotional verbunden fühlte begleitete ihn sein gesamtes Arbeitsleben – auch, als er Bauamtsleiter der Samtgemeinde war. Seine Kompetenz im Baubereich war auch in Bilshausen immer wieder gefragt, ob es um Verfahren zur Flurbereinigung oder Dorferneuerung ging. Die Bilshäuser verpassten Grobecker, der auch bei Pfarrfesten, Narrensturm und anderen örtlichen Events stets präsent war, den Spitznamen „der kleine Bürgermeister“.

In seiner Dienstzeit in Bilshausen betreute Grobecker unter anderem neun Bebauungspläne mit 223 Wohnbau-Grundstücken, vier Bebauungspläne für Gewerbegebiete, die Ansiedlung des Seniorenheims St. Martinus, den Kindergarten-Neubau und den Bau der Carl-Strüber-Sporthalle. Das war nicht immer einfach, bisweilen auch mit Ärger und Widerstand verbunden. Unter dem Strich blickt der gebürtige Gieboldehäuser aber auf eine „schöne und spannende Zeit“ im Dienst der Gemeinde Bilshausen zurück. „Die erfolgreiche Arbeit für die Gemeinde war immer eine Teamleistung“, betont er. Anders sei das Arbeitspensum nicht zu bewältigen gewesen. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Ratsmitgliedern sei keine Selbstverständlichkeit gewesen.

Zeit für die Enkel

Die Situation im Bauwesen habe sich in jüngerer Vergangenheit zugespitzt, bestätigt Grobecker – vom Baurecht über die Ausschreibungsmodalitäten bis zu immensen Preissteigerungen und der Verfügbarkeit von Firmen. Als langjähriger Bauamtsleiter der Samtgemeinde ist Grobecker bereits vor zwei Jahren verabschiedet worden – mit Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand. Jetzt hat der passionierte Großvater, dessen zwei Töchter in Gieboldehausen leben, noch mehr Zeit, sich um seine Enkel im Alter von sieben Monaten bis acht Jahren zu kümmern. In seinem Heimatort Gieboldehausen engagiert sich Kolpingmitglied Grobecker seit 1979 für den Tennisverein und organisiert die Abstimmungstreffen der örtlichen Vereinsvertreter.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 15.08.19. Bericht Kuno Mahnkopf.