Gemeinderat Bilshausen lehnt Änderung für Wohnen im Bahnhof ab

Das Gewerbegebiet Im Steinfelde im Ortsteil Strohkrug soll nicht als Mischgebiet ausgewiesen werden. Darüber ist sich der Rat der Gemeinde Bilshausen einig. Der hat sich mit dem Thema befasst, weil der Landkreis Göttingen angefragt hat, ob eine Planänderung aufgrund der vorhandenen Nutzung möglich sei. Hintergrund ist die Verkaufsabsicht des Eigentümers des ehemaligen Bahnhofs, in dem sich ausschließlich Wohnungen befinden.

Bislang hat daran niemand Anstoß genommen. Es habe weder Beschwerden noch sonstige Probleme gegeben, sagt Gemeindedirektor Steffen Ahrenhold. Im Zuge des Eigentümerwechsels habe sich aber die Frage gestellt, die Wohnraum-Nutzung im Nachhinein planungsrechtlich zu legitimieren. Das sehen die Ratsmitglieder skeptisch. Einstimmig hat sich das Gremium dafür ausgesprochen, es beim Status quo zu belassen, um mögliche Einschränkungen für die dortigen Gewerbebetriebe auszuschließen und sie nicht in Bedrängnis zu bringen.

Knackpunkt Lärm

Zu denen gehören auch die Jacobi-Tonziegelwerke auf der gegenüberliegenden Seite der viel befahrenen Bundesstraße. Bei einer Änderung in Mischgebiet müsste im Prinzip ein Lärmgutachten auf Kosten des Bahnhof-Eigentümers erstellt werden, sagt Ahrenhold. Das Areal sei von Anfang an als Gewerbegebiet gedacht gewesen, und das solle auch so bleiben.

Das Bahnhofsgebäude werde schon seit Jahrzehnten nicht mehr als solches genutzt, der letzte Zug sei vor einem halben Jahrhundert abgefahren, sagt Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU). In der Vergangenheit hätten sich die Pläne eines Berliners, dort Gewerbe zu betreiben, zerschlagen. Schon seit vielen Jahren werde der Bahnhof für Mietwohnraum genutzt. Für Eigentümer und Mieter habe der Ratsbeschluss keine Konsequenzen, es handele sich um eine privatrechtliche Angelegenheit, meint Ahrenhold. Sie müssten sich nur über den Lärmpegel in dem Gewerbegebiet bewusst sein. Allenfalls gehe es um den Wert der Immobilie. Es bleibe zwar die Frage, ob der Landkreis die bisherige Wohnraumnutzung weiter toleriere: „Wir haben aber kein anderes Signal bekommen.“

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 25.10.2019. Bericht Kuno Mahnkopf.