Geburtenzahlen ziehen wieder an

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Geburtenzahlen ziehen wieder an

Bevölkerungsschwund im Eichsfeld abgebremst / Flüchtlinge beeinflussen Einwohnerstatistik

Seit mehr als zehn Jahren verlieren die Kommunen im Untereichsfeld Einwohner. Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung lässt allerdings hoffen. Statt Schwund stehen die Zeichen auf Stagnation. Ob es sich bei der statistischen Momentaufnahme um eine Atempause oder Trendwende handelt, werden die kommenden Jahre zeigen.

Die Schere zwischen Geburten und Sterbefällen im Untereichsfeld hat sich wieder leicht geschlossen. Die Einwohnermeldeämter der Stadt Duderstadt sowie der Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen haben 2016 mehr Geburten registriert als im Vorjahr. In Duderstadt stieg die Geburtenzahl von 166 auf 180, in Gieboldehausen von 104 auf 112, in Radolfshausen von 55 auf 74. Gestorben sind im vergangenen Jahr allerdings 260 Duderstädter, 177 Einwohner der Samtgemeinde Gieboldehausen und 79 Einwohner der Samtgemeinde Radolfshausen. Das ist eine ähnliche Größenordnung wie schon seit Jahren.

Trotz dieser demografischen Defizite haben sich die Einwohnerzahlen, die noch vom Landesamt für Statistik bestätigt werden müssen, durch Binnenmigration stabilisiert. In der Samtgemeinde Gieboldehausen gab es 704 Wegzüge, aber 771 Zuzüge, die Einwohnerzahl stieg gegenüber 2015 um zwei neue Bürger auf 14733. Die Samtgemeinde Radolfshausen legte sogar von 7188 auf 7238 Einwohner zu. Und der statistische Verlust von 320 Einwohnern in der Stadt Duderstadt mit 21 395 Einwohnern zum Jahresende relativiert sich durch die Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr die Durchgangsunterkunft Rosenthaler Hof wieder verlassen haben.

Die Entwicklung ist positiver, als es die Zahlen vermuten lassen“, sagt Hans-Joachim Straub von der Duderstädter Stadtverwaltung und verweist auf viele Sanierungs- und Neubauprojekte in Duderstadt: „Die Bemühungen um junge Familien und die Bautätigkeit fruchten schon einigermaßen. Ansonsten würde es schlimmer aussehen.“

Erfreut über die Stabilität bei der Bevölkerungsentwicklung ist auch Marlies Dornieden (CDU), die bis Ende 2016 Bürgermeisterin der Samtgemeinde Gieboldehausen war. Auch dort haben die Flüchtlinge die Statistik beeinflusst – in diesem Fall nach oben durch die Unterkunft in Wollershausen mit rund 100 Neubürgern. Statistisch nur eine Randrolle spielen die Flüchtlinge in der Samtgemeinde Radolfshausen. Deren Bürgermeister Arne Behre (SPD) freut sich insbesondere über die gestiegenen Geburtenzahlen, die sich auch auf die Kindergarten- und Schulbelegung auswirken werden.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 01.02.2017. Bericht ku.

2017-02-03T12:39:27+00:00 Samstag, 4. Februar2017|0 Kommentare