Rat der Samtgemeinde Gieboldehausen soll neuen Tarif beschließen

Die Friedhofsgebühren der Samtgemeinde Gieboldehausen sollen zum Teil deutlich erhöht werden. Ein Reihengrab beispielsweise wird nach dem neuen Gebührentarif mehr als 40 Prozent teurer, ein Urnenreihengrab sogar mehr als 50 Prozent.

Die neue Gebührenordnung sollen die Mitglieder des Rates der Samtgemeinde am 4. April beschließen. Im Bauausschuss habe bereits Einstimmigkeit geherrscht, erklärte Bauamtsleiterin Christina Kutzborski. Ausgenommen von der Erhöhung sei die Gebühr für die Kapellennutzung. Für eine Sargbestattung in einer Reihengrabstätte zum Beispiel sollen die Gebühren von 552 Euro auf 952 Euro steigen. Die Bestattung in einem Urnenreihengrab verteuert sich von aktuell 174 auf 328 Euro.

Die Nutzungsgebühr für die Überlassung von Grabstätten erreicht ebenfalls neue Höhen. So sind zum Beispiel für eine Reihengrabstätte bislang 403 Euro zu zahlen, nach dem neuen Tarif würden dann 703 Euro fällig werden. Eine Wahlgrabstätte für einen Sarg koste dann statt 1048 Euro eine Gebühr von 2095 Euro. Günstiger werden die Zulagen wie die Splittverfüllung einer Rasenreihengrabstätte von 202 auf 75 Euro oder auch die Zweitbelegung einer Wahlgrabstätte von 144 auf 119 Euro.

Aber auch mit der Erhöhung der Gebühren erreiche die Samtgemeinde keine Kostendeckung im Bereich der Friedhöfe, erklärte Kutzborski. Das sei auf Friedhöfen eigentlich nirgendwo der Fall. „Wir haben mit den neuen Gebühren einen Deckungsgrad von 70 Prozent.“

Für Rasenurnenreihengrabstätten auf dem Friedhof in Obernfeld hat die Samtgemeindeverwaltung derweil eine Fläche gesucht. Ursprünglich war geplant, sie zwischen den Urnenreihengrabstätten anzusiedeln. „Das war mal die Idee“, sagte Kutzborski, „diese Planungen sind aber nicht mehr auf dem aktuellen Stand.“ Jetzt soll diese Bestattungsform auf einer Fläche links des Hauptweges zwischen Tor und Kapelle angesiedelt werden. „Etwa in dem Bereich, wo der Weg sich gabelt“, erklärte Kutzborski. Allerdings sei bislang auch noch keine Eile geboten, eine Fläche zu finden, da es in Obernfeld noch keine Nachfrage nach dieser Form der Bestattung gegeben habe.

Auf anderen Friedhöfen hingegen habe sich diese Grabart nach Angaben Kutzborskis sehr gut bewährt. „In Rhumspringe wird diese Variante zum Beispiel sehr oft gewählt.“ Diese Form der Bestattung sei mit der Satzung 2015 eingeführt worden. Dabei werde die Urne unter dem grünen Rasen begraben und erhalte eine sechs Zentimeter dicke Grabplatte mit den Maßen 45 mal 35 Zentimeter. „Als die neue Satzung kam, konnten wir die Entwicklung dazu noch gar nicht abschätzen.“ Es gebe auf jeden Fall deutliche örtliche Unterschiede. Allgemein gebe es aber auf den Friedhöfen der Samtgemeinde einen Trend zu Urnengräbern, berichtete Kutzborski.

Aufgrund der langen Liegezeiten müsse die Samtgemeinde eine langfristige Planung erarbeiten, so die Bauamtsleiterin weiter. Deshalb komme der Friedhofsträger immer wieder in Situationen, dass Planungen angepasst werden müssen. „Wir sprechen von Ruhezeiten von 20 bis 25 Jahren“, so die Bauamtsleiterin. „Wir müssen uns auch immer überlegen, was wir mit den Überhangflächen machen.“ Bei groß dimensionierten Flächen ergebe sich zum Beispiel auch die Frage, ob man sie entwickeln und verkaufen könne, wie es zum Beispiel in Lütgenhausen geschehen sei. Die Überhangflächen, die auf allen Friedhöfen der Samtgemeinde rund 68 Prozent ausmachten, fließen nach Angaben von Kutzborski nicht in den Gebührenhaushalt ein.

Der Rat der Samtgemeinde Gieboldehausen tagt am Donnerstag, 4. April, ab 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Gieboldehausen.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 18.03.2019. Bericht Rüdiger Franke. Foto Hinzmann.