Faszination mit Flügeln

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  • Die Preisrichter Stefanie Walter und Gerald Beyermann bewerten einen Maran Hahn. Foto: Hinzmann

Faszination mit Flügeln

Rassegeflügelzuchtverein Bilshausen und Umgebung zeigt 48. Rhumeschau

Seit 50 Jahren besteht der Rassegeflügelzuchtverein Bilshausen und Umgebung. Das Jubiläum wurde am Wochenende 13. und 14. Oktober in der Scheune neben der Gaststätte zum Löwen an der Ritterstraße in Bilshausen mit der 48. Rhumeschau gefeiert. Daran angegliedert war die 29. Kreisverbands-Jugendschau des Kreisverbands Südhannover, sagt Ausstellungsleiter Sebastian Fabian.

Der Verein besteht aus 53 Mitgliedern, wie Fabian berichtet. Etwa die Hälfte der Mitglieder stamme direkt aus dem Ort, die andere Hälfte aus der größeren Umgebung bis hin nach Wulften, Bad Lauterberg und Berlingerode. Zurzeit engagieren sich vier Jungzüchter bis zwölf Jahre im Verein. In den vergangenen Jahren haben wir einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen, berichtet Fabian. So konnten in diesem Jahr zwei, 2017 fünf und 2016 drei neue Mitglieder begrüßt werden.

Von Kindesbeinen an

Fabian selbst ist als Jugendlicher eingetreten und dabeigeblieben. Er züchtet Hühner und Tauben. „Ich mochte von Kindesbeinen an Hühner, ohne dass wir selbst Hühner hatten“, erzählt der Ausstellungsleiter. Aber auch andere Vögel hätten ihn früh fasziniert. „Als wir dann aufs Dorf gezogen sind, mussten natürlich Hühner her.“ Anfangs seien es Legehühner gewesen, doch dann sei ihm der Gedanke an die Rassetiere gekommen. Für den 36-Jährigen sind seine Hühner und Tauben ein „Ausgleich zum Berufsalltag“. Außerdem sei da auch immer noch die Liebe zum Tier. „Und sie beleben den Garten.“Viel länger im Verein ist Vorstandsmitglied Hubert Engelhardt. Er ist vor 40 Jahren eingetreten, wie er erzählt. Er hat sieben Zwerg-Wyandotten, deren Rassename von einem nordamerikanischen Indianerstamm stammt, zur Bewertung gestellt. Insgesamt bewerten die Preisrichter 187 Tiere in der Ausstellung, 110 bei den Erwachsenen und 77 bei den Jugendlichen.

Drei Preisrichter und ein Anwärter haben sich auf den Weg nach Bilshausen gemacht. Stefanie Walter und ihr Mann Alfred Karl Walter aus Krebeck und Gerald Beyermann vom Preisrichterverband Thüringen haben die Noten vergeben. Sowohl in der Jugendschau als auch in der Vereinsschau werden dieMeister beim Wassergeflügel, den großen Hühnern, Zwerghühnern und Tauben ermittelt.

„Wir achten auf die Vitalität der Tiere sowie auf ihre Rassemerkmale“, erläutert Stefanie Walter. Um die Tiere überhaupt bewerten zu dürfen, müsse man für eine Rasse eine dreijährige Ausbildung machen. Für jede weitere Rasse muss dann noch jeweils zwei Jahre gelernt werden. Darüber hinaus bringe das Hobby weite Fahrten mit sich. Am Freitag ist sie mit ihrem Mann noch weiter in die Nähe von Diepholz gefahren. Sie seien aber auch bei den großen Schauen in Hannover und Leipzig dabei und bei der Europaschau in Dänemark. Spannend war die Ausstellung auch für die 55 Kinder des Kindergartens. „Wir werden jedes Jahr eingeladen“, erzählt die Leiterin Birgit Böttger. „Und wir kommen gern.“ Es sei eine schöne Sache für die Kinder, die Tiere live zu erleben.

Zu erleben gab es Rassen vom Gelben Seidenhuhn bis zur Laufente in der Bilshäuser Scheune. Eine Rarität seien die Harzburger Trommeltauben, erklärt Fabian. Ihr Ruf höre sich nicht wie Gurren, sondern wie Trommeln an. Zu sehen gab es auch die zwischenzeitlich fast ausgestorbene Hühnerrasse Vorwerk, die englische Rasse Sebright und rumänische Nackthalstümmler.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 13.10.2018. Bericht Rüdiger Franke. Foto Hinzmann.

Dienstag, 16. Oktober 2018|