Fragen und Antworten zur Maskenpflicht

Die Pflicht eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) zu tragen, gilt auch in Stadt und Landkreis Göttingen. Aber ab wann gilt diese Pflicht? Wer ist davon betroffen? Welche Masken und Alternativen sind erlaubt? Wo muss ich eine MNB tragen und was passiert, wenn ich das nicht mache? Die wichtigsten Fragen zur Maskenpflicht werden hier beantwortet.

 

Ab wann gilt die Maskenpflicht?

In Stadt und Landkreis Göttingen gilt ab Montag, 27. April 2020, die Maskenpflicht.

Eine Übergangsfrist, in der vorerst nur ermahnt wird, gilt bis einschließlich Sonntag, 3. Mai 2020. Nach dieser Frist, also ab Montag, 4. Mai 2020, wird die Missachtung der Maskenpflicht mit einem Bußgeld geahndet. Das kann bis zu 25.000 Euro hoch sein.

Kinder unter 6 Jahren sind übrigens von der Maskenpflicht ausgenommen.

 

Wo gilt die Maskenpflicht?

Die Maskenpflicht gilt

  • in Geschäften, Reinigungen, Werkstätten, der Post
  • auf den Wochenmärkten
  • im ÖPNV, in Schulbussen und in Taxen
  • beim Betreten von Restaurants und anderen Orten, um Speisen und Getränken abzuholen bzw. für das Ausliefern von Speisen und Getränken (Abhol- und Lieferdienste)
  • bei Inanspruchnahme ambulanter, stationärer medizinischer, zahnmedizinischer und psychotherapeutischer Leistungen (soweit das faktisch möglich ist)
  • in Einrichtungen medizinischer Fachberufe insbesondere Physio-, Ergotherapie und Osteopathie
  • bei Inanspruchnahme von Hebammenleistungen
  • bei Teilnahme an Blutspenden und Typisierungsmaßnahmen
  • in Einrichtungen und Dienststellen der Stadt und des Landkreises Göttingen und der kreisangehörigen Gemeinden
  • bei der Betreuung hilfebedürftiger Personen und Minderjähriger – auch zur Versorgung mit Lebensmitteln, Gütern und Dienstleistungen
  • bei der Begleitung und Abholung von Kindern im Rahmen des Unterrichts und der Notbetreuung
  • auf Schulgrundstücken und in Schulgebäuden (außerhalb von Unterrichts- und Verwaltungsräumen)
  • bei Sitzungen der kommunalen Vertretungen, Gremien, Fraktionen und Gruppen

Die Maskenpflicht gilt für Kundinnen und Kunden sowie Fahrgäste.

Busfahrer*innen, Zugpersonal und Mitarbeiter*innen im Einzelhandel sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Für sie sind andere Schutzmaßnahmen wie Abstandshalter oder Plexiglasscheiben vorgesehen.

 

Muss mit Maske weiterhin Abstand gehalten werden?

Ausdrücklich: Ja!

Sowohl der Mindestabstand von 1,5 Metern muss eingehalten werden als auch die weiteren Hygienemaßnahmen dürfen nicht vernachlässigt werden. Die Maskenpflicht ersetzt nicht diese Maßnahmen, sondern ergänzt diese zum Schutz.

 

Woher bekomme ich eine Mund-Nasen-Bedeckung oder Maske?

Mund-Nase-Schutzmasken sind im Einzelhandel und in Apotheken erhältlich.

Darüber hinaus ist eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) im Sinne der Allgemeinverfügung jede textile Barriere, die geeignet ist, Tröpfchenpartikel durch Sprechen, Niesen oder Husten zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie.

So können selbstgenähte Masken bzw. MNB verwendet werden. Zahlreiche und verschiedene Anleitungen zum Nähen gibt es im Internet. Geeignet sind auch Schals, Tücher oder Multifunktionstücher (sog. Buffs) aus Baumwollstoff oder anderem geeignet Material. Alternativ kann auch ein z.B. mehrlagiges Tuch, Geschirrtuch oder Bettlaken aus dichtgewebter Baumwolle (ggf. zurechtgeschnitten) verwendet werden, das vor Mund und Nase gebunden wird.

Eine nützliche Information zu MNB bietet die Webseite infektionsschutz.de.

 

Gibt es Bußgelder oder Ermahnungen, wenn Personen ohne Masken angetroffen werden?

Ab Montag, 27. April 2020, gilt die Maskenpflicht. Wer ohne Maske angetroffen wird und sich nicht an die Maskenpflicht hält, wird während der einwöchigen Übergangsfrist, die bis einschließlich Sonntag, 3. Mai 2020, gilt, ermahnt.

Nach dieser Frist, also ab Montag, 4. Mai 2020, wird die Missachtung der Maskenpflicht mit einem Bußgeld in Höhe von 20 Euro geahndet werden.

 

Wer kontrolliert und wie wird kontrolliert?

Mitarbeiter*innen der Polizei und des Ordnungsamtes kontrollieren, ob sich an die Verordnung gehalten wird und darüber hinaus wie bisher auch die Einhaltung der aktuell gültigen Allgemeinverfügung prüfen.

 

Warum muss eine Maske getragen werden?

Nicht jede infizierte Person weiß oder merkt, dass sie krank ist bzw. mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist. Durch das Tragen einer Behelfsmaske kann vermieden werden, dass unentdeckt Infizierte andere Menschen anstecken.

Beim Sprechen, Niesen und Husten stößt man Tröpfen aus, die durch eine Maske abgefangen werden. Das Tragen einer Maske ist in erster Linie Fremdschutz. Er verringert also das Risiko, andere Menschen anzustecken. Außerdem vermeiden Träger*innen einer MNB oder Maske, sich ins Gesicht zu fassen und dadurch Viren zu übertragen.

 

Wen schützt man durch das Tragen einer Maske?

Durch das Tragen einer Maske werden zum einen vor allem die Risikogruppen geschützt. Zum anderen werden aber auch die Menschen geschützt, die zurzeit das öffentliche Leben aufrechterhalten – also zum Beispiel die Polizistin, der Busfahrer, der Krankenpfleger oder die Rettungssanitäterin.

Geschützt werden auch Personen in den Geschäften, Apotheken, Bussen etc., damit diese nicht infiziert werden, falls Kund*innen unbemerkt erkrankt sind.

 

Wer ist von der Maskenpflicht ausgenommen?

Kinder unter 6 Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen.

Personen, für die aufgrund von Vorerkrankungen oder Behinderung das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist, sind von der Verpflichtung ausgenommen. Hier genügt eine kurze Bestätigung/ein Attest der Ärztin/des Arztes. Diese sollte ausdrücklich die Nichtzumutbarkeit des Tragens einer solchen Bedeckung beinhalten.

Die Maskenpflicht gilt für Kundinnen und Kunden sowie Fahrgäste.

Busfahrer*innen, Zugpersonal und Mitarbeiter*innen im Einzelhandel sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Für sie sind andere Schutzmaßnahmen wie Abstandshalter oder Plexiglasscheiben vorgesehen.

 

Gibt es Gefahren durch das Tragen einer Maske?

Das regelmäßige Wechseln der Maske ist extrem wichtig. Sie sollte mindestens einmal pro Tag ausgetauscht werden. Wenn sie jedoch durchfeuchtet ist – beispielsweise von der Atemluft – sollte sie sofort gegen eine frische Makse bzw. MNB ersetzt werden. Als Hygienemaßnahme ist nach jedem Gebrauch das regelmäßige Waschen bei hohen Temperaturen besonders wichtig.

Ebenfalls ist weiterhin die Einhaltung der bisherigen Hygienemaßnahmen und -regeln wie die Abstandsregelung und das gründliche Händewaschen unabdingbar. Die Maske oder eine MNB ersetzen diese Maßnahmen nicht und das Tragen darf nicht zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen!

 

Tipps zu selbstgenähten Masken

Wie näht man eine Maske selbst? Wo finde ich Anleitungen?

Selbstgenähte Stoffmasken sind eine gute Alternative und wichtige Ergänzung zu Masken, die im Handel erhältlich sind. Für selbstgenähte Stoffmasken kann dicht gewebter Baumwollstoff verwendet werden, der bei 90/95 Grad waschbar ist. Entsprechende Anleitungen zum Nähen sind z.B. hier zu finden:

Nähanleitung Landkreis Göttingen  (Anleitung auch in Fremdsprachen)

Nähanleitung für einen Behelfs-Mund-Nasen-Schutz – Stadt Essen (PDF)

Nähanleitung des Deutschen Hausärzteverbandes  – Landesverband Niedersachen (PDF)

Behelf-Mund-Nasen-Schutz selbst nähen – Die AWO Dortmund   zeigt, wie es geht! (Video)

(Dies ist nur eine Auswahl. Viele weitere Anleitungen sind online zu finden.)

 

Was ist beim Tragen einer selbstgenähten Maske zu beachten?

Vor dem Berühren und Anlegen der Maske sollten die Hände gründlich gewaschen oder desinfiziert sein. Um ausreichend Schutz bzw. Fremdschutz zu bieten, muss die Maske eng an Nase und Mund anliegen.

Ein Video der Stadt Jena  zeigt anschaulich, was beim Tragen einer Maske zu berücksichtigen und beachten ist.

 

Waschen und Aufbereiten einer selbstgenähten Maske

Selbstgenähte Masken können mehrmals verwendet werden müssen aber regelmäßig, insbesondere wenn sie durchfeuchtet sind, gewechselt und gewaschen werden. Es ist empfehlenswert die selbstgenähten Masken heiß (mindestens bei 60° C) zu waschen und anschließend zu bügeln.

 

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Stadt und Landkreis Göttingen keine Haftung für die Wirksamkeit, die Herstellung oder die sachgerechte Verwendung der Behelfs-Mund-Nasen-Bedeckungen übernehmen. Jeglicher Schadenersatzanspruch gegenüber der Stadt und dem Landkreis Göttingen wegen Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit – unabhängig, ob vom Verwender oder dem jeweiligen Gegenüber – ist ausgeschlossen. Die Herstellung / Verwendung der Behelfs-Mund-Nasen-Bedeckungen erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr. Es wird darauf hingewiesen, dass auf jeden Fall die Hygienevorschriften des Robert Koch-Instituts zu beachten sind.