Fahrstühle für Schulen auf Prüfstand

//Fahrstühle für Schulen auf Prüfstand

Fahrstühle für Schulen auf Prüfstand

Samtgemeinde plant hohe Investitionen zur Umsetzung der Inklusion / Skepsis im Fachausschuss

Mehr als eine Million Euro will die Samtgemeinde Gieboldehausen bis 2020 in ihre fünf Grundschulen investieren – überwiegend im Zuge der Inklusion. Mit geschätzten 650 000 Euro schlagen allein die Fahrstühle für die Schulen in Gieboldehausen, Obernfeld und Rhumspringe zu Buche.

In der Investitionsplanung ist in diesem Jahr der Anbau eines Fahrstuhls in Obernfeld vorgesehen, im kommenden Jahr in Gieboldehausen und 2019 in Rhumspringe. Den Mitgliedern des Schulausschusses geht das zu schnell. Stephan Hörschelmann (Grüne) und Theo Sommer (Freie Wähler) verknüpfen die Investitionen mit der Standortdiskussion.

„Bevor investive Entscheidungen in dieser Dimension auch für einzügige Schulen getroffen werden, müssen wir über die Bildung von Rücklagen und auch über Schulstandorte diskutieren“, meint Hörschelmann. Sein Antrag, die Fahrstühle aus der kurzfristigen Planung herauszunehmen und zu überdenken, bis es eine Entscheidung über Schulstandorte gibt, fand im Fachausschuss keine Mehrheit. Stattdessen folgte das Gremium einstimmig dem Kompromissvorschlag von Steffen Ahrenhold (CDU), die Fahrstühle weiterhin in der Finanzplanung zu berücksichtigen, die zeitliche Umsetzung aber prüfen zu lassen. Die Inklusion, die gemeinsame Beschulung behinderter und nicht behinderter Kinder, muss bis 2023 an allen Schulen umgesetzt werden, bis dahin jeder Raum barrierefrei zugänglich gemacht werden. Rhumspringes Schulleiterin und Ausschussmitglied Katharina Woitschewski merkte an, dass ein Fahrstuhl-Anbau für Obernfeld im Zuge der energetischen Sanierung des Schulgebäudes im kommenden Jahr Sinn mache.

Gieboldehausens Grundschulleiter Ulrich Haase drängte auf Tore, die den Gerätebereich von der Turnhalle trennen. Ansonsten müsse die Halle 2018 geschlossen werden, da die Unfallversicherung im Schadensfall nicht mehr greife. Die Gieboldehäuser Schule ist bis 2013 Schwerpunktschule für die Inklusion und hat derzeit 19 inklusive Schüler. Investieren will die Samtgemeinde auch in barrierefreie Rampen, Sonnenschutz, Zäune, Mobiliar und neue Räume. Unter anderem ist in Obernfeld für 2017 der Anbau einer behindertengerechten Toilette sowie eines Mehrzweck- und Fachraumes vorgesehen.

Sommer sprach sich dafür aus, mit Blick auf die Schulanmeldungen sichere Standorte zu stärken. Sommer gibt zu bedenken, dass acht und damit 44 Prozent der Eltern aus dem Bereich der Ringschule Bodensee/Krebeck ihre Kinder für das laufende Schuljahr in Bilshausen angemeldet haben. Statt einer „Zwergschule“ würden viele Eltern mehr Qualität und Verlässlichkeit wünschen. Anträge zur Schullandschaft seien bislang von der CDU abgeblockt worden.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 14.02.2017. Bericht Kuno Mahnkopf.

2017-02-14T09:01:19+00:00 Freitag, 17. Februar 2017|