620 Biker fahren für das Göttinger Elternhaus

Bei 620 Anmeldungen war das Areal um das Vereinshaus der Schützenbruderschaft von 1613 zu früher Stunde satt mit Bikes gefüllt. Die meisten hatten zwei, einige drei und wiederum andere vier Räder – die Quads –, mit denen sich ihre Besitzer am Sonnabend auf den Weg nach Bilshausen gemacht hatten. Das Ziel war, am Eichsfelder Bikertag mit möglichst vielen Teilnehmern möglichst viel Spendengeld für das Göttinger Elternhaus zu sammeln.

Bislang ist das jährliche Event von Gründungsvater Klaus Hupe auf die Beine gestellt worden. Dieser hat sich nach 20 Jahren aus der ersten Reihe verabschiedet. Ihm folgte das Duo aus Josch Nolte und Tim Heinemann; sie waren maßgeblich verantwortlich für die Ausfahrt am Sonnabend.

„Seit der zweiten Bikertour bin ich als Fahrer dabei“, erzählt Nolte, der das Zustandekommen des Bikertages als absolute Teamarbeit versteht. „Es ist immer ein tolles Zusammenspiel aus Helfern vom Schützenverein, der Polizei, der Feuerwehr und den Leuten vom Bikertag sowie vielen Sponsoren, die uns in diesem Jahr auch das Mittagessen in Osterode und die Verköstigung am Zielort Lindau zur Verfügung stellen.“ Was ihn bewege, sei das Strahlen der Kinderaugen, wenn einige Motorradfahrer aus dem Team des Eichsfelder Bikertags mit einer Spende zum Elternhaus kämen, so Organisator Josch Nolte. Einmal im Jahr haben die Biker den symbolischen Scheck dabei, manchmal aber kommen sie einfach so vorbei und fahren eine Runde mit den Kindern. „Und dann ist da natürlich die Gänsehaut, wenn so viele coole Biker um zehn Uhr zum Ton der Trillerpfeife ihre Bikes in Gang setzen und auf ihren Maschinen in Richtung des ersten Etappenziels starten.“ Es gibt eine weitere Begebenheit, die ihm noch lange in Erinnerung bleiben wird: „Es war ein Bikerpaar, das unser Event einen Tag nach der Hochzeit zum Anlass für eine Flitter-Ausfahrt genommen hat.“

Bereits zum 21. Mal ist am Sonnabend der Eichsfelder Bikertag über die Bühne gegangen. Und auch 2019 sollen alle Einnahmen aus beispielsweise Startgeldern und dem Verkauf von Speisen und Getränken wieder dem Elternhaus zugutekommen. „Das war in den Vorjahren so, und das wird auch jetzt der Fall sein“, versichert Nolte, und er ist sich sicher, 2019 die Viertelmillion knacken zu können. Mit der Spende aus dem Vorjahr von rund 26 220 Euro habe man sich der Marke schon vielversprechend genähert.

620 Anmeldungen, das sind 620 Biker, die sich auf den Weg nach Bilshausen gemacht haben, um Gutes für das Elternhaus zu tun, aber auch das Biker-Leben zu genießen. So etwa Altan Yelmazarslan. Seit 2006 hat er den Führerschein, und seitdem an jeder Eichsfeld-Ausfahrt teilgenommen. „Ziel der Ausfahrt ist, einen möglichst hohen Betrag an das Elternhaus überreichen zu können. Für mich zählt aber auch, an diesem Tag Bekannte zu treffen die ich Jahre nicht gesehen habe.“ Ein paar Meter weiter wartet Nadja Schaper auf den Start. „Mein Führerschein ist neu. Und so bin ich das erste Mal mit einer eigenen Maschine dabei. „Für mich zählt ein möglichst hoher Erlös sowie die Gemeinschaft aus jungen und älteren Bikern“, sagte die Bikerin, die bislang an jeder Ausfahrt – auf dem Sozius – teilgenommen hat.

Timo Schön hat sich in erster Linie für ein Treffen mit Freunden auf den 400 Kilometer langen Weg ins Eichsfeld gemacht. Daraus wurde dann eine Teilnahme am Bikertag. „Wenn es um Charity geht, sind wir Biker immer ganz vorne dabei“. Aber selbstverständlich geht es Timo Schön auch um das Biken in Gemeinschaft. „Es ist die Freiheit auf Rädern. Du erlebst die Natur ungefiltert.“

 

Die treuen Eichsfelder Biker

„Die Erlöse aus dem Biker-Treffen sind für uns eine gewaltige Summe und sehr entlastend“, sagt Susanne Schulze-Konopka, Vorsitzende im Elternhaus für das krebskranke Kind. Jede Spende sei willkommen. Aber es freue sie auch sehr, wenn eine Spende „von einer Truppe kommt, die so treu ist wie unsere Eichsfelder Biker.“ Elternhaus und Biker haben eine besondere Beziehung, so Schulze-Konopka. „Sie sind traditionell bei unserem Sommerfest mit dabei, und der harte Kern der Biker besucht uns immer mal wieder und bietet Kindern und Eltern an, eine Spritztour zu machen – es sind einfach empathische Leute, die Mitgefühl haben und sich zum Mitmachen bewegen lassen.“ Der Erlös dieser Ausfahrt werde nicht zweckgebunden eingesetzt, so Schulze-Konopka. Benötigt werde die Spende aber in erster Linie bei der psychosozialen Arbeit. „Unsere Mitarbeiter aus diesem Bereich geben Familien wichtige Unterstützung im Alltag.“

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 09.09.2019. Bericht und Foto Markus Hartwig.