Die Meise mag es fettreich

//Die Meise mag es fettreich
  • Nabu gibt Tipps zur Winterfütterung und zum Artenschutz von Wildvögeln

Die Meise mag es fettreich

Nabu gibt Tipps zur Winterfütterung und zum Artenschutz von Wildvögeln

Bei der Fütterung von Wintervögeln gibt es einiges zu beachten: Wie und wie lange sollen die Tiere gefüttert werden? Und sollte man sie überhaupt füttern? Die Antworten kennt der Duderstädter Hans-Hugo Bernhard, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Untereichsfeld.

„Wer die Gartenvögel füttert, sollte das dann den ganzen Winter konsequent durchziehen“, rät der Fachmann. Nicht nur bei Schnee und Frost sollte gefüttert werden, sondern durchgehend von Ende November bis Anfang März – oder eben gar nicht. „Wenn sich die Vögel an eine Futterstation gewöhnt haben, sollte das für sie auch ein verlässliches Angebot sein“, sagt Bernhard. Dagegen sei es nicht nötig, das ganze Jahr hindurch zu füttern, da viele der Vögel, die im Winter Körner picken, im Sommer Insekten und Würmer bevorzugten. Auf der Internetseite des Nabu wird zudem darauf hingewiesen, dass die Fütterung der Wintervögel nur einen geringen Einfluss auf den Artenschutz habe, da vor allem nicht bedrohte Arten von der Fütterung profitierten. Artenschutz beginne im Garten und in der Landwirtschaft bei der Pflanzenauswahl und -vielfalt sowie beim Verzicht auf Umweltgifte, um den Vögeln natürliche Lebensräume zu erhalten.

Dennoch sei die Winterfütterung ein wesentlicher Aspekt bei der Umweltbildung. „Die meisten engagierten Naturschützer haben einmal als begeisterte Beobachter am winterlichen Futterhäuschen begonnen“, so die Begründung des Nabu, der auch umfassende Informationen gibt zur gesunden Fütterung, dem Reinigen des Futterhäuschens und der Art des Futters. „Jeder Vogel hat seine Vorlieben, Meisen mögen fettreiches Futter, Amseln nehmen auch gern ein Stück Apfel oder ein paar Rosinen“, bestätigt Bernhard. Von Brotstücken rät er jedoch ab, da das Brot im Magen der Vögel aufquellen könne.

Viele Vögel würden in Deutschland nicht an Hunger, wohl aber an den Folgen von Unfällen an Glasscheiben sterben. Nicht nur an Wohnhäusern, sondern auch an Bushäuschen und Fahrradunterständen mit Glaswänden würden die Vögel das Glas nicht erkennen und im Flug dagegenprallen. Kontrastreiche Markierungen, Milchglas, Gardinen oder senkrechte Linien, die man als „Bird-Tapes“ auf Glasscheiben kleben könne, empfiehlt der Nabu gegen Vogelschlag.

Anfang Januar haben der Nabu und der Landesverband für Vogelschutz mit der „Stunde der Wintervögel“ zur großen Zählung der Gartenvögel aufgerufen. Bundesweit liegt der Haussperling mit 506 598 Exemplaren an der Spitze der gezählten Vögel. Er wurde in gut der Hälfte der teilnehmenden Gärten gesichtet, jedoch hat die Zahl laut Nabu um etwa zwei Prozent abgenommen. Dafür sei die Blaumeise mit einer Zunahme von 40 Prozent in mehr als 80 Prozent der teilnehmenden Gärten gesichtet worden und landet mit 34 873 Exemplaren bundesweit auf Platz zwei. Mehr als 130 000 Vogelfreunde haben sich an der Zählung beteiligt.

Im Landkreis Göttingen liegt ebenfalls der Haussperling mit 3106 Exemplaren auf Platz eins. Allerdings wurden hier mehr Kohlmeisen gesichtet, die mit 2271 Exemplaren bei der Zählung auf Platz zwei gelandet sind.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 08.02.2018. Bericht Claudia Nachtwey.

2018-02-08T05:25:05+00:00 Sonntag, 11. Februar 2018|