Country-Night mit Truck Stop

//Country-Night mit Truck Stop
  • Truck Stop am Sonnabend auf der Country-Bühne. Foto: Pförtner

Country-Night mit Truck Stop

Gemütliche Stimmung in Bilshausen / Extra Bühne zur Beschallung von 2000 Zuhörern

„Wir gehen jetzt auf eine musikalische Reise, und wo fangen Reisen immer an? Am Bahnhof“, sagte Musiker Willie seine Solo-Performance an und begann mit „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash. Lässig und mit tiefer Stimme lockte der Musiker mit seiner Gitarre immer mehr Line-Dancer auf die Tanzfläche. Auf dem ehemaligen Holzboden eines Festzeltes klatschten und schnipsten diese rhythmisch zu den Country-Klängen. Zu den Gästen zählten auch mehrere Country-Vereine aus der Umgebung, darunter die Line-Dance-Gruppen aus Bad Lauterberg und der neugegründete Verein „GerblingeRodeo“.

Gewittergeräusche und Nebel

„Unser Ziel ist, mit der Musik eine Gemütlichkeit zu verbreiten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Christian Engelhardt. „Ein bisschen was anderes in den Ort zu bringen und die Gemeinschaft zu stärken.“ Beides gelingt seit 1998. Zum 20-jährigen Jubiläum hat der Verein alles auf eine Karte gesetzt und mit der Band Truck Shop was Großes organisiert. Eine extra Bühne und Soundsystem von der Repp-Veranstaltungstechnik aus Göttingen ermöglichten die Beschallung von bis zu 2000 Menschen.

Mit Gewittergeräuschen und Nebel begann Truck Stop ihren heiß ersehnten Auftritt am Sonnabend. Die sechsköpfige Band überzeugte neben ihrem musikalischen Talent mit Cowboy-Hüten und entsprechenden Hemden. Klatschend bewegte sich die Menge im Takt. Bei dem Klassiker „Ich möcht so gern Dave Dudley hör’n“ von 1977 warfen alle die Hände in die Luft und sangen lauthals mit. Neben alten Liedern performte die Band auch viele aktuelle Titel von ihrem 2017 erschienenen Album „Made in Germany“. „Auf den gleichnamigen Titelsong sind wir besonders stolz, weil er einfach geil ist“, sagte Sänger und Gitarrist Andreas Cisek über den ruhigen und melodischen Song. Zwischen den einzelnen Liedern wechselten die Musiker immer wieder die Instrumente und ließen Ukulelen und Mundharmonikas erklingen. Großer Jubel und Beifall erklang, als Tim Reese mit beeindruckender Geschwindigkeit seine Fiddle spielte. „Die relativ einfachen und verständlichen Geschichten, die du an jeder Straßenecke hören kannst, machen Country-Musik aus. Das ist Musik fürs Volk“, sagte Uwe Host, der seit 1978 Bandmitglied ist. Gegründet wurde die Band 1973 in Hamburg.

Neben dem musikalischen Vergnügen bot das Fest auch abseits der Bühne mehrere Stände mit Hüten, T-Shirts und Cowboy-Stiefeln. Die passende Optik bei „T-Shirt-Manne“ verlieh dem Festgelände noch mehr Country-Charme. Mit einem Truck in USA-Flaggen-Optik reist Standbetreiber Manfred Schönberg seit 25 Jahren durchs Land und verkauft Gürtelschnallen, Traumfänger und Silberschmuck: „Das muss man schon im Blut haben, sonst macht man sowas nicht.“ Bereits zum vierten Mal war Schönberg bei der Country-Night dabei: „Es ist hier sehr familiär, ich bin sehr gut aufgenommen worden.“

Leisten konnte sich der Verein die Veranstaltung aufgrund des Verkaufs des eigenen Geländes vor vier Jahren. „Das war ein richtig schönes, unberührtes Land mit Bäumen, Teichen und einem Bachlauf“, sagte Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU), die dem Verein seitdem das Festgelände der Gemeinde zur Verfügung stellt. Allerdings habe der Verein es aufgrund von Auflagen der Naturschutzbehörde aufgeben müssen. „Zum Glück konnten wir es noch verkaufen“, so Engelhardt, der zusammen mit 20 anderen Mitgliedern das Stück Land gekauft hatte. Gewinn macht der Verein keinen und falls doch, geht dieser wie die Jahre zuvor an die Organisation „Sternbrücke“. Unterstützt wird der Country-Verein durch die Vereine im Dorf: „Die Feuerwehr, der Balkan-Club, der Bilshäuser Carneval-Club und die Junge Union schmeißen für uns die Getränke-Buden“, sagte Engelhardt. Zudem sorgte die Freiwillige Feuerwehr Bilshausen für die Sicherheit an beiden Abenden.

Kreis freute sich über die Nutzung des Festgeländes: „Die Volksfeste werden immer weniger, und das Country-Fest ist der einzige Anlaufpunkt für jüngere Leute.“ Engelhardt nannte die jungen Vereinsmitglieder als Grund: „Wir sind von klein auf damit aufgewachsen gemütlich am Lagerfeuer beisammen zu sitzen und diesen Charme wollen wir weitergeben.“

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 11.06.2018. Bericht Madita Eggers. Foto Pförtner.

2018-06-11T12:44:10+00:00Donnerstag, 14. Juni 2018|