Bilshausen: Ortsrundgang mit 30 Stationen

Startseite/Aktuelles/Bilshausen: Ortsrundgang mit 30 Stationen
  • Enthüllung der Haupt-Infotafel zum neuen historischen Ortsrundgang durch Bilshausen. Er enthält zwei Routen mit insgesamt 30 Stationen. Foto: Riese

Bilshausen: Ortsrundgang mit 30 Stationen

Geschichtswerkstatt enthüllt Infotafel für Besucher / Routen auch online modern umgesetzt / 4000 Euro Förderung von „Harz Energie“

Engagierte Mitglieder der Geschichtswerkstatt Bilshausen haben am 27. Mai zwei historische Ortsrundgänge freigegeben. Vor einigen Gästen und interessierten Anwohnern haben sie eine große Infotafel gegenüber der Mühle enthüllt, die Besuchern den Weg zu insgesamt 30 Stationen weisen soll.

„Für uns ist das heute ein ganz besonderes Highlight“, leitete Gemeinderatsmitglied Birgitta Hundeshagen (CDU) von der Geschichtswerkstatt die Ansprachen zur feierlichen Eröffnung ein. Nach der bereits vorliegenden Ortschronik sei dies nun ein weiterer Meilenstein, „auf den wir sehr stolz sind“. Stolz zeigte sich auch Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis (CDU): „Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es sich lohnt, die Geschichte Bilshausens lebendig zu halten“, befand sie. Ortsheimatpfleger Hans-Reinhard Fricke, der wesentlich an der Umsetzung des Projektes beteiligt war, erläuterte die zuvor enthüllte Infotafel an Station eins – dem Ausgangspunkt für beide Rundgänge. „Ursprünglich hatten wir uns etwa zehn bis zwölf Stationen vorgenommen“, verriet er. Als dann aber die großzügige finanzielle Unterstützung in Höhe von zweimal 2000 Euro durch den Sponsor „Harz Energie“ feststand, habe man sich entschlossen, sehr viel mehr Stationen in die Rundgänge einzubauen. „Es ging nicht darum, einfach mehr zu machen, weil wir jetzt das Geld dafür hatten. Sondern wir stellen nun einfach eine größere Anzahl an Orten vor, die es aus unserer Sicht wert sind, gezeigt zu werden“, so der Ortsheimatpfleger.

Historische Fotos und Innenansichten

An der großen Infotafel an der Mühlenstraße liegen Flyer bereit, die den Besuchern die beiden Wege durch den Ort übersichtlich präsentieren. Auch an die Generation Smartphone wurde gedacht: Ein QR-Code leitet auf die Internetseite Bilshausensweiter, auf der sich Informationen zu den Rundgängen, eine zoombare Karte mit farbig markierten Punkten und weitere Infos zu den einzelnen Stationen aufrufen lassen. „Durch das vorliegende Material, welches für die Chronik zusammengetragen wurde, mussten wir nicht bei Null anfangen“, erklärte Fricke. Etwa ein halbes Jahr habe die Erarbeitung der Infotafeln gedauert. Die meiste Zeit habe dabei das Zusammenstellen des Bildmaterials in Anspruch genommen: „Auf den ungefähr A4 großen Schildern an den Stationen sind mehr oder weniger kurze Infotexte zu finden und eben auch Fotos.“ Letztere würden entweder historische Ansichten des jeweiligen Schauplatzes zeigen – oder zum Beispiel einen Einblick in das Innere eines verschlossenen Gebäudes ermöglichen.

Rundgänge sehr unterschiedlich

Kurioserweise weist der mit etwa drei Kilometern Länge kürzere der beiden Rundgänge deutlich mehr Stationen auf als der etwas längere. Die 21 Stationen des rot markierten Rundgangs liegen sehr viel dichter beieinander und schließen den historischen Ortskern mit ein. Die zehn Stationen des grünen Rundgangs liegen weiter auseinander, führen auch in die Außenbereiche und sind aufgrund der Höhenunterschiede etwas beschwerlicher zu erreichen. Zu den Stationen gehören beispielsweise die Vierzehnheiligen-Kapelle, die alte Zigarrenfabrik, der Kladauer Platz, die ehemalige Lehm-
kuhle – und auch die Kellerlöcher, welche den Bewohnern überschwemmungsgefährdeter Häuser an der Rhume einst als Lager für Kartoffeln und Wurzeln dienten. Zwei restaurierte Zugänge sind heute noch sichtbar.

Frank Uhlenhaut vom Sponsor „Harz Energie“ erläuterte, dass die auf zwei Jahre verteilte 4000-Euro-Förderung aus dem Ehrenamtsfonds des Unternehmens stammt, aus dem jährlich insgesamt etwa 140 000 Euro ausgeschüttet werden, mit denen besondere Projekte wie die historischen Ortsrundgänge gefördert werden sollen. Als „besonderes Paradebeispiel“ bewertete auch die Kreistagsabgeordnete Sigrid Jacobi (CDU) das Projekt: „Wir befassen uns im Landkreis mit Themen wie Dorfmoderation, Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement in den Dörfern. Hier in Bilshausen funktioniert das alles einfach so.“

 

Mehr Informationen zum Ortsrundgang auf unserer Sonderseite

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 29.05.2018. Bericht und Foto Markus Riese.

Freitag, 1. Juni 2018|