Empfang mit großem „Bilau“: Narren lösen dreiteilige Aufgabe – und lassen die Gastgeber danach körperlich arbeiten

Der gerade ausgeschiedene Ratsherr Reinhard Dierkes (SPD) stand gleich mehrfach im Mittelpunkt des Rosenmontags-Sturms der Karnevalisten auf das Rathaus in Bilshausen – ohne selbst anwesend zu sein.

Traditionell begehrten die Mitglieder des Bilshäuser Carneval Clubs (BCC) am Rosenmontag Einlass ins Rathaus. Wie in früheren Zeiten sprach ihr Vorsitzender Carsten Ochsenfahrt („Ohse“) von einem Rathaussturm – dabei lief alles sehr gesittet ab. Bevor Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis und die Kreistagsabgeordnete Sigrid Jacobi (beide CDU) den Narren Einlass gewährten, stellten sie ihnen gemeinsam mit den anwesenden Mitgliedern des Gemeinderates eine dreiteilige Aufgabe, die es zunächst zu lösen galt. Die Karnevalisten sollten beantworten, wie das Karnevals-Trio hieß, zu dem der einstige Ratsherr Dierkes gehörte (Antwort: die „Rhumeschiffer“). Ferner sollten die BCC-Mitglieder aufschreiben, wer dem „Gründungs-Trio“ angehörte (neben Dierkes Reiner Fahlbusch und Udo Armgart) und wer im Laufe der Jahre sonst noch zu dieser Truppe zählte. Mindestens fünf Namen waren hier gefragt. Mit vereinten Kräften und ein wenig Unterstützung bekamen die Karnevalisten sogar sieben Namen zusammen. Der Weg ins Rathaus war nun frei. Dort gab es nicht nur Snacks und Getränke für alle, sondern auf ausdrücklichen Wunsch der Bürgermeisterin auch noch eine gemeinsame Darbietung des BCC-Liedes, das Dierkes einst geschrieben hatte. Die meisten der anwesenden Karnevalisten, auch die jüngeren wie etwa das Kinderprinzenpaar Merle I. und Jannis I., zeigten sich dabei recht textsicher. Die Mitglieder des Gemeinderates stimmten ebenfalls mit ein.

Nachdem sich alle gestärkt hatten, revanchierte sich der Club mit zwei Aufgaben für die anwesenden Politiker: Die Hoheiten Christina I. und Torsten I. Jünemann breiteten zunächst einige Werkzeuge aus dem Tischler-Handwerk auf dem Fußboden aus. Bürgermeisterin Kreis wurde daraufhin aufgefordert, das Zunftzeichen der Tischler anzuordnen. Auch dies gelang mit ein wenig Unterstützung, und so ging es nach draußen vor die Tür, wo sich die Ratsmitglieder wie auch Kreis und Jacobi am Hobel ausprobieren durften. Sie alle machten dabei eine gute Figur, was mit entsprechendem Applaus der BCC-Narren quittiert wurde.

Als alle Spielchen absolviert waren, richtete sich Kreis noch einmal an den BCC-Vorsitzenden: „Wir haben wirklich einen tollen Abend in der Mehrzweckhalle in Lindau erlebt, trotz all der widrigen Umstände“, lobte die Bürgermeisterin. Weil das Gasthaus „Zum Löwen“ in Bilshausen geschlossen worden war, hatte der BCC seine angestammte Lokalität nebst Saal und Bühne nicht mehr nutzen können. Die Nachbarn aus Lindau gewährten dem Club für seine Feierlichkeiten Asyl. „Wir sind sehr dankbar dafür“, sagte Ochsenfahrt, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass viel Arbeit damit verbunden war, weil beispielsweise zusätzliche Stühle herangeschafft werden mussten. „Wir hoffen weiterhin, dass vielleicht jemand die Gaststätte kauft und der Saal dadurch für uns wieder nutzbar wird“, so der Vorsitzende.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 05.03.19. Bericht und Foto Markus Riese.