Bauschutt, Kinderwindeln und Schnapsflaschen

//Bauschutt, Kinderwindeln und Schnapsflaschen
  • Sorgen für eine saubere Landschaft: Ehrenamtliche Helfer starten zum Umwelttag in Bilshausen. Fotos: Eichner-Ramm

Bauschutt, Kinderwindeln und Schnapsflaschen

Müllsammelaktionen in Bilshausen und Esplingerode für eine saubere Landschaft

Frühjahrsputz steht zurzeit nicht nur im privaten Haushalt an. In Esplingerode und in Bilshausen haben sich am Sonnabend freiwillige Helfer auf Müllsammeltour begeben – mit Erfolg, wie die Organisatoren anschließend bilanziert haben.

Gut 50 Bilshäuser sind dem Aufruf von örtlichem Heimat- und Verkehrsverein (HVV) und Bürgermeisterin Anne-Marie Kreis gefolgt, um beim Umwelttag rund um die Ortschaft Gräben, Wegränder und Feldflur von Unrat zu befreien. Mehrere Traktoren samt Anhängern standen am Morgen an der Sporthalle bereit, ebenso ein Container, in dem später der gesammelte Müll landen sollte. „Vor einigen Jahren hat ein Container fast nicht ausgereicht“, erinnerte sich HVV-Vorsitzender Georg Engelhardt. Diesmal füllte sich der Container gerade einmal bis zur Hälfte. Mit den illegal oder auch nur sorglos in der Landschaft entsorgten Abfällen sei es nicht mehr so schlimm wie vor etlichen Jahren, so Engelhardt.

„Das Übliche“ hätten die Bilshäuser an diesem Sonnabend gefunden, so Engelhardt: an die 15 alte Reifen, Draht und reichlich Plastikmüll. Besonderes Fundstück beim 44. Umwelttag in Bilshausen war nach Angaben des HVV-Vorsitzenden ein 30 Kilogramm schwerer Sack voller (benutzter) Windeln und anderer Hygieneartikel.

Bürgermeisterin Kreis freute sich, dass sich unter anderem auch die örtliche Kinderfeuerwehr an der Aktion beteiligte. Ältester Helfer war Georg Lohnecke. Der 81 Jahre alte Landwirt sei fast immer bei den Umwelttagen dabei: „Weil ich ein Interesse daran habe, dass es aufgeräumt ist“, sagte er.

Seit Einführung des Pfands auf Dosen und Getränkeflaschen aus Plastik würden diese längst nicht mehr so oft weggeworfen, waren sich Engelhardt und Kreis einig. Allerdings würden inzwischen oftmals Verpackungen von Fast-Food-Läden und Coffee-to-go-Becher achtlos aus dem Autofenster entsorgt. Engelhardt würde sich wünschen, dass auch für Flaschen mit hochprozentigem Inhalt künftig Pfand verlangt würde, denn auch Schnapsflaschen zählten zu den Funden der Müllsammler –entsorgt vor allem dort, wo es Bänke gebe „und man gut mit dem Auto hinkommt“.

Fast-Food-Verpackungen und Plastikmüll sammelten am Sonnabend auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr rund um Esplingerode ein. Sternförmig waren die Helfer ausgeschwärmt, ausgerüstet mit Handschuhen, Greifzangen und großen Müllsäcken.

Am Mittag hatten die Feuerwehrmitglieder 10 bis 15 Säcke mit Unrat aufgelesen. Zu den Fundstücken zählte den Angaben von Gerätewart Jens Ullrich zufolge auch „ein zerlegter Kleintierstall und ein kaputter Elektromotor“. Ullrich schätzte am Ende der Aktion, an der sich etwa 20 Helfer beteiligt hatten, das Volumen des gesammelten Abfalls im Vergleich zu den Vorjahren auf etwa das gleiche Niveau ein.

Ullrich war mit dem Feuerwehrfahrzeug der Gruppe auf dem Verbindungsweg von Esplingerode nach Obernfeld gefolgt, um den sperrigen Unrat abzuholen – darunter Reifen und auch dicke Brocken Bauschutt. Kopfschütteln hatte der Gerätewart der Feuerwehr Esplingerode für jenen Zeitgenossen übrig, der „etwa drei Schubkarrenladungen mit Vertikutierresten“ im Graben abgeladen hat.

Wie schon in den Vorjahren waren auch diesmal wieder Altreifen in der Landschaft entsorgt worden. Den Feuerwehrmann wunderte das, denn einen Altreifen könne man doch legal für wenige Euro das Stück entsorgen, argumentierte er. „Mein Wunsch wäre, dass auf Autoreifen auch Pfand erhoben wird“, so Ullrich weiter.

Die Entsorgung der Altreifen müsse die Gemeinde aus eigener Tasche bezahlen, sagte der Bilshäuser HVV-Vorsitzende, „und das geht auf Kosten aller“. Die Bauhöfe der Samtgemeinde Gieboldehausen und der Stadt Duderstadt würden sich in den nächsten Tagen um die Abfuhr des in Bilshausen und Esplingerode gesammelten Mülls kümmern.

 

Entnommen aus dem Eichsfelder Tageblatt vom 16.04.2018. Bericht und Foto Eichner-Ramm.

2018-04-16T10:42:10+00:00 Donnerstag, 19. April 2018|